[Testbericht] ROTEL RA-01

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[Testbericht] ROTEL RA-01

Beitrag von SFI » 12.07.2010, 08:47

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Technische Daten:

• Streng symmetrischer Schaltungsaufbau
• ROTEL-Ringkerntransformator
• 2 x 40W RMS/ 8 Ohm
• 5 Hochpegeleingänge, 1 hochwertiger Phono-MM-Eingang
• abschaltbare Klangregelung
• Anschlüsse für 2 Lautsprecherpaare, schaltbar (A, B, A+B, Off)
• Vorstufen-Ausgang
• Kopfhörerausgang
• 12V-Trigger
• Kaltgeräte-Netzkabel
• Erhältlich in silber und schwarz
• Leistungsaufnahme: 220 Watt
• Abmessungen (B/H/T): 43,5 cm / 7,2 cm / 34,2 cm
• Gewicht: 5,9 kg
• Neupreis: 399 EUR (UVP)


"Wer keinen Marantz will, der kauft sich einen Rotel". Als jahrelanger Marantz Fan habe auch ich irgendwann diesen Satz in die Tat umgesetzt, so dass ich mittlerweile nur noch auf Rotel Elektronik setze. Rotel wird fälschlicherweise immer wieder als englisches Unternehmen bezeichnet, was wohl an einer in England ansässigen Entwicklungsabteilung liegt, selbstverständlich ist Rotel japanisch. Rotel ist dabei eines der heute noch wenigen Familienunternehmen, der Name ging aus Roland und Mattel hervor.
Mit dem RA-01 (mittlerweile gibt es den Nachfolger RA-04SE) bedient Rotel die gehobene Einsteigerklasse im Preissegment bis 500 EUR. Gerade in dieser Klasse tummeln sich viele Exemplare anderer Hersteller, so dass man die Konkurrenz nicht nur mit Klang, sondern auch mit Ausstattung und Haptik ausstechen muss.


Verarbeitung:
Das Vollmetallgehäuse überzeugt auf ganzer Linie auch wenn die Regler aus Plastik sind. Durch die geringe Höhe wirkt der Rotel sehr elegant und lässt sich im Gegensatz zu einigen Dickschiffen auch wohnraumtauglich integrieren, eine doch wichtige Eigenschaft für so manchen Pantoffelhelden. Die Front wirkt klassisch und aufgeräumt, auf unnötige Knöpfe und Designspielereien wird verzichtet. Auch die Rückwand kann sich sehen lassen, die Schraubklemmen sind zwar aus Plastik, sämtliche Anschlüsse jedoch vergoldet.

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Ausstattung:
Neben einem sehr guten Phono Eingang (MM) was in dieser Preisklasse war nicht unüblich, aber auch nicht zwingend ist, besitzt der Rotel eine Tape Monitor Funktion, mit der man Aufnahmegeräte oder Equalizer wie z.B. das Nubert ATM einschleifen kann. 5 Hochpegeleingänge sind in der Regel genug um den kompletten Gerätepark zu bedienen. Neben dem üblichen Kopfhörerausgang verfügt der RA-01 über einen Vorstufenausgang, der es erlaubt eine separate Endstufe etwa für Bi-Amping oder für „mehr Power“ anzuschließen. Im Ganzen hat der Rotel RA-01 so ziemlich alles was man braucht, lediglich eine auftrennbare Endstufe wäre noch schön, was aber in dieser Preisklasse bis auf wenige Ausnahmen Seltenheitswert hat. Was fehlt ist eine Fernbedienung und auch so ziemlich eine Ausnahme darstellt. Ganz so wichtig ist diese zwar nicht, aber warum Rotel mit dem RA-02, welcher anscheinend technisch exakt dem RA-01 entspricht, ein Modell mit FB anbietet und dafür preislich 200 EUR mehr veranschlagt, bleibt wohl ewig ein Rätsel. Immerhin zeigt sich Rotel bei der Garantie galant und bietet bei schriftlicher Registrierung eine kostenlose Owners-Card samt Garantieerweiterung auf 5 Jahre an.

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Klang:
Mit dem Klang bei Verstärkern ist es so eine Sache. Einige behaupten ein Verstärker klingt nicht, er verstärkt nur das Signal und sollte im Idealfall eben nichts dazudichten. Dazu gibt es HIER ausreichend Lesestoff. Meiner Meinung nach klingen Verstärker durchaus unterschiedlich, wenn auch gering. Ob das nun von der eigenen Tagesperformance, dem Zusammenspiel zwischen Verstärker und Lautsprecher, von der Hochwertigkeit der benutzten Bauteile oder der Länge der Signalwege abhängt, mag ich nicht zu beurteilen, aber auch subjektives Empfinden kann Spaß machen. Bei einem Punkt hat die obige Webseite allerdings durchaus Recht, denn den Marketinggag mit großen Wattangaben kann man sich getrost sparen oder sollte zumindest vorsichtig damit umgehen. Vor allem AV-Receiver der Einsteigerklasse überbieten sich ja gerne mit Wattangaben und dies dann auch noch mit 7 Endstufen. Das das Netzteil dann meistens nur einen Bruchteil der im Volleinsatz angepriesenen Leistung bereitstellen kann, wird vom Kunden gerne übersehen. Rotel lässt sich davon nicht beeindrucken und gibt bei seinem Einsteigermodell konservative 40 Watt pro Kanal an, was bei einer Messung einer Fachzeitschrift sogar 54 Watt ergab. Wenn man bedenkt, dass man sich bei Zimmerlautstärke gerade mal im Milliwattbereich bewegt, stellt der Rotel somit für Lautsprecher mit normalem Wirkungsgrad ausreichend Leistung zur Verfügung. Etwas kritisch wird es allenfalls, wenn man über die oben erwähnte Tape Monitor Funktion ein Nubert ATM einschleift, denn hier werden die Endstufen deutlich mehr gefordert, so dass es bei hohen Pegeln durchaus eng werden könnte. Für diesen seltenen Fall kann man sich allerdings wie erwähnt mit einer separaten Endstufe aushelfen. Angeschlossen an die Magnat Vintage 760 macht der Rotel durchweg Spaß, der Bassbereich ist angenehm trocken und machte auch den wichtigen Unterschied zu meinem alten Marantz PM 7200 aus, der den Bass etwas weicher mit leichter Neigung zum Dröhnen zeichnete.


Fazit:
Tolles Einsteigermodell, mit dem man haptisch, klanglich und optisch jahrelang zufrieden sein kann, die fehlende FB ist sicher ein Manko, aber noch lange nicht so nervig, wie bei einem CDP oder DVDP.

Wertung: :liquid8:
Die letzte Wahl - Vom Ende des politischen Urteils

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

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