Na, hier habe ich nach der enthusiastischen Kritik des freemans aber deutlich mehr erwartet.
REDEEMER ist nicht unambitioniert und erscheint eher wie ein actionlastiger Independentfilm als einfache, preiswerte Actiongülle. Reicht das?
In meinen Augen nicht. Die Geschichte vom einsamen Rächer ist alt und nicht übermäßig spannend angerichtet. Eine Handvoll durchwachsener Gags lockert die Handlung zwar auf, dennoch bleibt die Atmosphäre freudlos und kalt. Kann man allerdings verzeihen, ein Actionfest kann, das wissen wir nicht erst seit ONG BAK, auch mit der dämlichsten aller Geschichten viel Spaß machen. Von der knochensplitternden Härte der besten Thai-Kracher ist REDEEMER jedoch ein ganzes Stück entfernt. Die ersten drei Fights, bei denen der schweigsame Held jeweils ein Rudel Schergen plattmacht, können noch begeistern. Zwar nerven die ständigen Zeitlupen, doch erfreut man sich gerne an der Wucht und Konseqenz der brutalen Moves, der Leichtigkeit, mit der sie angewendet werden, den gorigen Folgen des Kampfes. Die späteren Zweikämpfe mögen realistischer sein, allerdings sind sie vor allem langweiliger. Die immer gleichen Moves, die immer gleichen verhaltenen Sound-FX und die mangelhafte dramaturgische Inszenierung senken den Schauwert dieser Auseinandersetzungen gewaltig.
Da wissen die seltenen Schusswechsel schon eher zu gefallen, stimmen doch sowohl Choreographie wie auch Montage und Treffereffekte.
Und auch optisch gibt sich der Film recht gediegen, leidet aber ein wenig unter den schmucklosen Locations. Das eine oder andere richtig schöne Bild gibt es aber zu bestaunen. Durchweg gelungen ist hingegen der Soundtrack, der zwischen Synthieklängen und Westernmotiven eine sehr eigenständige und passende Linie fährt.
