
Originaltitel: Extralarge
Herstellungsland: USA / Italien / Deutschland
Erscheinungsjahr: 1990-1993
Regie: Enzo Castellari (1. Staffel) und Alessandro Capone (2. Staffel)
Darsteller: Bud Spencer, Philip Michael Thomas (1. Staffel), Michael Winslow (2. Staffel), Lou Bedford u.a.
Kurze Einführung:
Jack Costello (Bud Spencer), Privatdetektiv in Miami, der auch gute Kontakte zur dortigen Polizei pflegt, und sein Assistens Dumas (Philip Michael Thomas bzw. Michael Winslow -> Wechsel ab der zweiten Staffel) mischen die Unterwelt Miamis, häufig die Drogenszenen, schlag-kräftig auf.
TV-Actionserie.
Hier kurz der Überblick aller Folgen:
1. Staffel:
1) Die Schöne mit dem Tick (Black And White)
2) Die Formel des Todes (Moving Target)
3) Der Kindermörder (Miami Killer)
4) Der Kleine mit der großen Klappe (Jo-Jo)
5) Tödliches Spiel (Cannonball)
6) Extralarge gegen Tod und Teufel (Black Magic)
2. Staffel:
7) Der Herr der Sonne (Lord of the Sun)
8) Die Rache des Gonzales (Gonzales' Revenge)
9) Heiße Diamanten (Diamonds)
10) Der Schatten des Ninja (Ninja Shadow)
11) Geheimoperation Condor (Condor Mission)
12) Extralarge und die Indianer (Indians)
Inhaltsangaben und Reviews:
Die Schöne mit dem kleinen Tick
Auf einer Dinnerparty des US-Senators Pillinger (Friedrich von Thun) stiehlt die attraktive Diebin Wendy (Lela Rochon) einen geheimen Mikrofilm, den Pillinger für illegale Zwecke einsetzen wollte. Darauf setzt er Killer auf sie an, und diese landet in Jack Costellos Detektivbüro. Zusammen mit seinem neuen Partner Willy Dumas (den er anfangs lieber wieder auf die Strasse gesetzt hätte) möbelt er die Burschen mit schlagkräftigen Argumenten kräftig auf.
Der erste Teil dieser zwölfteiligen Reihe will vor allem eines: Witzig unterhalten. Das Resultat spaltet sich etwas. Sind einige Gags wirklich witzig (was vor allem Bud Spencer, der den vom Partner genervten Brummbär besonders gut abgibt), andere auf ziemlich tiefen Niveau. Besonders Philip Michael Thomas spielt teilweise übertrieben und erinnert an einen wie Jim Carrey und kann dabei manchmal ziemlich nerven. Die schlechteste Figurenzeichnung in dieser Folge ist allerdings die des Bösewichtes: Klischeeüberladen, langweilig. Friedrich von Thun ist völlig unterfordert.
Was dann allerdings sehr überzeugt ist die tolle, überraschend abwechslungsreiche Musikuntermahlung. Die Titelmelodie ist eigentlich noch das einzige, was nicht so gelungen ist. Ansonsten wurde hier wirklich ganze Arbeit geleistet.
Action gibts hier in einigen Variationen, manches ist nett, anderes überzeugt hier dann doch nicht so ganz.
Prügeleien -wie von Bud Spencer gewohnt- gibts natürlich auch, nur sind diese (wohl aufgrund seines schon ziemlich fortgeschrittenen Alters) in relativ kleiner Menge vorhanden.
Im Showdown gibts dann auch noch eine Schiesserei, die kameratechnisch zwar gut inszeniert wurde, aber harmlos (weil unblutig) rüberkommt.
Desweiteren gibts ne Autoverfolgungsjagd dem Strand entlang. Diese ist allerdings ziemlich Höhepunktlos, bis zu dem Zeitpunkt, wo unser Buddy während der Fahrt (!!) hinten auf die Plane des Autos klettert und von dort aus auf die bösen Verfolger schiesst. Schuss - Treffer, das Auto wirbelt durch die Luft. Und weils so schön ist darf Buddy gleichzeitig vom Auto runterfallen, damit der Stuntmen nochmal was seine Brötchen verdient. Total übertriebene Szene, aber cool siehts trotzdem aus.
Die erste Folge ist insgesamt somit zwar unterhaltsam, aber wegen sehr schwankendem Humor und fragwürdigen Actionzenen trotzdem gleich eine der schlechteren.
Die Formel des Todes
Jack und Dumas werden als Leibweichter für einen Wissenschaftler engagiert. Dieser hat eine Formel für ein tödliches Nervengas entwickelt. Leider geht das Ganze in die Hose und der Wissenschaftler wird bei einem Attentat erschossen und stirbt noch vor Jacks' Augen. Dieser konnte ihm allerdings in letzter Sekunde unbemerkt die tödliche Formel zustecken. Von nun gibts keine ruhige Minute mehr, denn jetzt sind die Terroristen hinter den beiden Ermittlern her.
Eigentlich ne Story die wohl schon 100 mal dagewesen ist, aber dennoch immer wieder nett anzusehen ist. War der Vorgänger in dieser Serie noch ziemlich auf Humor ausgelegt, so ist hier davon fast gar nichts mehr zu spüren. Der Film setzt von Anfang an auf ziemlich gutes Tempo und Spannung. Action gibts einiges mehr. Die Prügeleien sind allerdings nicht mehr wirklich Prügeleien, sondern echte Kämpfe, die -besonders für einen Spencer Fan- ziemlich hart rüberkommen. Auch wenn Spencer erschreckend oft einstecken muss, kann er aber immer noch punkten wenns um "Austeilen" seiner kreisenden Faust geht. Auch wenn wieder mit Doubles gearbeitet wurde, immerhin die Szenen wo er austeilt sind immer noch mit unserm Buddy gemacht worden.
Sonst wirkt die Action dennoch ziemlich einfach gehalten - Trashfans sollten eigentlich ihre helle Freude daran haben, denn man sieht dem Film durchaus an, dass nicht gerade Millionen Budget zur Verfügung standen.
Leider gibts auch hier peinlich unkomische Momente. Philip Michael Thomas als verkleidete Frau ist einfach nicht auszuhalten. Zum Glück kommt das sofort am Anfang, dann hat mans hinter sich.
Was hier nochmals verbessert wurde, ist die Musik, die zur Spannung wesentlich beiträgt.
Insgesamt eine Verbesserung zur ersten Folge aber immer noch knapp unter dem Durchschnitt.
Miami Killer
Alarmstufe Rot: Seit Wochen terrorisiert ein brutaler Killer die Stadt. Seine Opfer: Kleine Kinder. Zusammen mit der Polizei heftet sich Costello an seine Fersen. Auf der Verdachtsliste gibt es viele Namen - doch wer davon ist tatsächlich der Killer?
Defintiv die düsterste und wohl spannendste Folge der Serie. Eigentlich ein normaler Krimi, aber die Atmosphäre ist teilweise sehr beklemmend, (nicht nur für Bud-Spencer-Verhältnisse) und einige Szenen geradezu nervenaufreibend. Die Auflösung ist meiner Meinung zwar nach alles andere als logisch und wirft Fragezeichen auf, aber selten hat mich ein Krimi derart aufgewühlt wie dieser hier. Auf jeden Fall ist das hier nichts für Spencer-Fans, die Prügeleien en masse geboten haben wollen (gabs ja auch in den Vorgängern schon ziemlich wenige). Spencer teilt im ganzen Film vielleicht zwei, drei -mal aus, und das an Stellen wo es andere wohl sofort auch tun würden.
Trotz allem wirkt die Inszenierung auch hier sehr einfach und wieder sieht es nach Trash aus. Aber immerhin: Trash mit ordentlich Thrill.
Summa summarum eine interessante Folge, die von ihrer Machart her in der Serie so ziemlich alleine dasteht, von einer Ausnahme abgesehen. Davon hätt ich gern noch mehr gesehen, vor allem mit besserer Auflösung.
Der Kleine mit der grossen Klappe
Der ehemalige Boxer Burt (Andrew Stevens), auf der Flucht vor skrupellosen Drogenhändlern, bitte Jack Costello um Schutz für ihn und seinen Sohn. Später ist Burt allerdings vom Erdboden verschluckt und Costello und Dumas kümmern sich um dessen Sohn. Leider versagen die beiden und der Sohn wird kurzerhand entführt. Die Drogenhändler (u.a. Lou Ferrignomöchten ihn als Druckmittel gegen seinen Vater einsetzen. Doch Costello und Dumas schlagen zurück...
Von der Story her eindeutig untere Schublade, präsentiert sich hier nach einem Thriller-ähnlichen Vorgänger wieder eine typische Actionkomödie, die wiedermal alle Klischees, die dazugehören, auffährt. Diesmal ist die Action allerdings westentlich besser ausgefallen als in den Vorgängern. Neben Prügeleien, die diesmal etwas häufiger als üblich anzutreffen sind gibts Schiessereien, die, teilweise mit Einsatz von Zeitlupe, durchaus nett anzusehen sind. Verfolgsungsjagden gehören natürlich auch dazu und diesmal gibts sogar zwei davon. Die erste, zu Land mit herkömmlichen Autos überzeugt mit einigen überraschenden Stunts und Explosionen. Einzig die Innenaufnahmen aus den Autos sind teilweise total in die Hose. Die Kamera wackelt manchmal doch unerträglich stark und man sieht mehr vom Amateurenbrett als von der Strasse - dem Kameramann scheints selber schlecht geworden zu sein. Vielleicht ist er auch eingeschlafen, anders lasse ich mir so was nicht erklären.
Die zweite Verfolgungsjagd per Boot ist eigentlich viel zu lange, weil sie wenig Höhepunkte biete und alles stets etwa gleich abläuft.
Wiedermal ist die Musik klasse, und für den Filmfan gibts dann auch noch einige ironische Seitenhiebe, wobei sich die Hauptdarsteller teilweise gleich selbst vorzüglich parodieren.
Der Humor ist wieder mal zwiespältig. Nerven einige Charaktere -darunter Dumas- doch auffällig stark, sind andere Szenen durchaus witzig und unterhalten vorzüglich.
Fazit: Würde der Humor nicht so oft ins übertriebene und peinliche abdriften, wären mehr Punkte möglich gewesen, zumal hier wenigstens die Action stimmt.
Tödliches Spiel
Ein bekannter Quaterback der Miami Lions wird in einem Hotel ermordet aufgefunden. Den vorliegenden Beweisen nach zu urteilen scheint der scheinbar drogensüchtige Sportler von Dealern ermordet worden zu sein. Da seine Mutter nicht an diese Drogengeschichten glaubt, bittet diese Jack Costello, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Schon bald heftet er sich an einen bekannten Millionär, dessen widersprüchliche und abweisende Aussagen dem Detektiv ein Dorn im Auge sind.
Der fünfte Teil der Reihe riecht nach typischem Krimi. Richtig gerochen! Waren die Ermittlungen in den Vorgängern (ausser Miami Killer) mehr Mittel zum Zweck, entwickelt sich unser Brummbär hier beinahe zu einem zweiten Columbo. Auch Philip Michael Thomas agiert endlich mal wieder einigermassen erträglich und zeigt, dass er doch noch mehr kann als nur rumblödeln.
Hier kommt zu keiner Zeit die Spannung oder das Tempo anderer Folgen auf, aber Krimi-Fans können hier ungeniert mal einen Blick reinwerfen. Aber ein bisschen Action gibts dann auch noch: Buddys Auto (falls man dieses Schlachtschiff eines Cadillacs überhaupt Auto nennen kann) wird fachgerecht in die Luft geflogen, und am Ende gibts dann auch noch eine zwar unlogische, aber überraschend gut und flüssig inszenierte Schiesserei wo kräftig Munition verpulvert werden darf. Auch hier gibt es wieder kurze Zeitlupenszenen, die durchaus passend eingefügt wurden.
Insgesamt einer der Teile der Serie, der unterhält, aber irgendwie aus der Masse der 12 Folgen kaum herausragt. Weder positiv noch negativ. Deshalb Durchschitt.
Gegen Tod und Teufel
Diesmal wird Costello mit einem Haufen Voodoo-Zauber konfrontiert. Wahnvorstellungen und fürchterliche Schmerzen treiben eine junge Frau in einen grausamen Selbstmord. Zunächst wird deren Freund als Hauptverdächtiger in Haft genommen, in Verdacht auf Mord. Doch die beiden Ermittler sind misstrauisch und begegen sich auf eine andere Spur. Schon bald befinden sie sich zwischen Ritualen und Mythen einer brutalen Schlangensekte, die als vergessen galt.
Von der ersten Staffel definitiv die interessanteste Folge, die sich auch diejenigen mal angucken können, die mit der Reihe sonst nichts anfangen wollen. Die Spannung erinnert an "Miami Killer", das Drehbuch überzeugt und die Schauspieler sind bis in die Nebenrollen gut gewählt. Auch hier gibt es keinen Platz für Humor, alles ist sehr ernst und extrem düster gehalten. Die Inszenierung ist wieder mal Trash-artig, passt aber ausgezeichnet zu dieser Folge.
Empfehlenswerte, aber auch gewöhnungsbedürftige Folge mit dem gewissen etwas, was anderen Folgen fehlt.
Durschnitt der Folgen der ersten Staffel: 3.83
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