Tiger der Todesarena

Der Actionfilm der 80er, der 90er und heute.
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Tiger der Todesarena

Beitrag von Vince » 20.10.2009, 11:32

Tiger der Todesarena

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Originaltitel: The Killer Meteors / Fung jyu soeng lau sing
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 1976
Regie: Lo Wei
Darsteller: Jackie Chan, Wang Yu, Cho Feng, Phillip Ko, Lee Man-Tai, Chan Wai-Lau, Man Man, Sit Hon, Tung Lam, Ma Cheung, Wong Yeuk Ping

Immerhin, es geht gut los: Ein Dieb krallt sich “Tiger & Dragon”-like eine kostbare Perle aus einem nachtschlafenden Dorf, wird von einem zweiten Dieb überrascht, der die Perle an sich reißt, ohne zu ahnen, dass da noch ein Dritter kommen würde, der gleich beide Vorgänger in die Taschen steckt. Natürlich wird auch der wieder überrumpelt von einem Vierten. Es gibt immer einen noch größeren Fisch im Teich.

Prädestinierend ist die Eröffnung für den kompletten Film, der vor lauter unterschiedlicher Gestalten nur so wimmelt. Treffen sie aufeinander, und das geschieht immerzu, verfrachten sie sich unweigerlich in Situationen, die wie von Dick, Doof und den drei Stooges erlernt wirken. Die 80er-Generation würde Mönch, Zauberer & Co. eher mit den Masters of the Universe-Actionfiguren vergleichen, die der 90er mit Pokémon. Schräge Gestalten mit individuellen Spezialkräften eben, die den Sammlertrieb des Kindes im Manne wecken.

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Mittendrin eine Kuriosität von größtem Seltenheitswert: Gutmensch Jackie Chan spielt einmalig einen Bösewicht. Nichts hat den Fatalismus in der Kombination von Regisseur Lo Wei und Darsteller Jackie Chan je mehr herausgekehrt. Der Schaden für den Film hält sich in Grenzen, weil es sich bloß um eine bessere Nebenrolle handelt, die Chan da gut sichtbar wider seinen Willen auskämpfen muss, doch überträgt sich Lo Weis fehlendes Auge für Schauspielerführung gleich auf die ganze Runde, so dass sich Hauptdarsteller Yu Wang einer flachen Versammlung ausgesetzt sieht, die leerer kaum aus der Wäsche gucken könnte.

So schickt sich der Auftakt gar nicht an. Yu Wangs erster Auftritt zitiert indirekt Clint Eastwood, Lucky Luke und gleich das komplette amerikanische Cowboytum, wie er da unter dem Baum in der Öde liegt, den Hut tief ins Gesicht gezogen. Alleine dieses Schlüsselbild setzt die durch Tarantino wieder ins kollektive Bewusstsein getretene Eastern-Western-Melange frei.

Das Präparat für feinsten Popkulturgenuss ist gerade aromatisiert, da verfällt die Handlung in Stereotypen, wie sie für Hongkongs Filmindustrie der 70er-Jahre nur zu typisch waren. Seltsame Handel von absoluter Irrationalität werden getrieben, Hierarchien unter Gaunern und Gentlemen demonstriert und Kämpfe wie aus dem Nichts generiert. Immer unter Rückgriff auf klassische Kostüme und Masken, die einen Schnauzer vom bloßen Gesichtsschmuck zum Indikator für die Bösartigkeit eines Gesellen befördern.

Je weiter der Film voranschreitet, desto wirrer und undurchsichtiger werden die Intentionen und Beziehungen der Figuren zueinander. Etwaige Versuche, Philosophisches in Unsterblichkeit und Liebe bzw. Hass der eigenen Gattin zu suchen, versanden unmittelbar.

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Erträglich wäre das, würden die Kampfsequenzen, der ewige Katalysator der Martial Arts-Fließbandindustrie, alles rausreißen. Allerdings kann das Prädikat “Jackie Chan” diesmal nicht als Qualitätsgarant bestehen. Nicht nur fasziniert die abstruse Seltenheit der Kämpfe - soll damit etwa der Fokus auf die Geschichte gelegt werden? - sondern vor allem die bemitleidenswerte Trägheit ausgerechnet jener Auseinandersetzungen, an denen der charismatisch wie körperlich farblose Hauptdarsteller beteiligt ist. Die beiden Male, in denen man Jackie Chan als den “Unsterblichen” kämpfen sieht, zunächst in seinem Schurkendomizil, dann in einer zugegeben nicht unansehnlichen Holzpflockarena, wird der Fluch ebenfalls nicht durchbrochen, sondern noch unterstrichen - wenn nicht einmal Chan Dynamik in die Bewegungen einfließen lassen konnte, wer dann in dieser Produktion?

Wenn überhaupt, werden sich Freunde stilistischer Farbenvielfalt delektieren können. In dem ansonsten arg männerdominierten Streifen kommen sogar vier tödliche Nymphen in prächtigen Gewändern vor und neben ihnen unzählige Sorten von Mannsbildern. Gerade dies jedoch führt zur vollständigen Banalisierung einer wirren Geschichte mit bloß punktuellen Schauwerten, zu denen die erbärmlichen Martial Arts jedoch ganz entschieden nicht gehören.
:liquid4:

Seit längerem gibt es eine ungeschnittene DVD-Neuauflage von Splendid, die zwar wegen einer Neuprüfung ab 12 Jahren freigegeben ist, dennoch länger als die alte FSK18-Fassung.

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Beitrag von kami » 20.10.2009, 13:53

Hui, nach dem Runterputzen haben mich die 4 Punkte dann aber doch gewundert.
Hab den Film erst einmal gesehen, fand ihn ganz nett, wobei die dt. Synchro die im Original recht hübschen Dialoge ziemlich platt macht. Mittelprächtige Wuxia-Kost mit einem etwas runtergekommenen Hauptdarsteller.

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Beitrag von Vince » 20.10.2009, 14:33

Stimmt, ich hab mich etwas im Ton vergriffen. ;) Ist aber auch ne knappe 4. Wollte den Film punktetechnisch nicht unbedingt mit den Vollgurken gleichsetzen, denen ich 1-3 Punkte gegeben habe.

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Beitrag von kami » 20.10.2009, 15:57

Vince hat geschrieben:Stimmt, ich hab mich etwas im Ton vergriffen. ;) Ist aber auch ne knappe 4. Wollte den Film punktetechnisch nicht unbedingt mit den Vollgurken gleichsetzen, denen ich 1-3 Punkte gegeben habe.
Welche waren das? Half Loaf Of Kungfu?

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Beitrag von Vince » 20.10.2009, 16:08

kami hat geschrieben: Welche waren das? Half Loaf Of Kungfu?
Nee, das ist der letzte verbliebene und beziehbare Film, den ich noch nicht kenne, aber in Kürze sehen werde. ;)

Eher sowas wie "Der Master mit den gebrochenen Händen", "Eagle Shadow Fist", "Das Medaillon" und sowas.

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Beitrag von Sir Jay » 20.10.2009, 18:39

Oh mei, is ja viel Zeit vergangen seit deiner letzten Jackie Rezi, wieos nur? ;)
Den Film kenne ich noch nicht, und habe auch nicht vor ihn in naher zukunft nachzuholen. Die ganzen Lo Wei Filme habe ich bisher bewusst gemieden, wobei ich zumindest Dragon hero und den Herausforderer kenne.

man sollte vielleicht nochmal an der stelle festhalten, dass jackie auch in "police woman" ne art bösewicht spielt; welchen ich ja auch noch nicht kenne :lol:

ich erwähnte es zwar schon irgendwo in meiner rezi zur chan biographie, aber weils so lustig ist, nochmal hier:
in der deutschen übersetzung war bei Jackie's Rolle in diesem Film von einem "Dorfbewohner" die rede...da hat wohl jemand "villian" mit "villager" verwechselt :lol:

Jedenfalls schön mal wieder ne jackie rezi vom vince zu lesen, erinnert an gute alte zeiten; möchte eigentlich nicht dass es mit Karate Bomber schon zu Ende geht, da gibt es noch einige andere interessante Titel, unter anderem "All in the Family" von 1975, den Jackie persönlich verabscheut, da er hier in einer Sex-Szene zu sehen sein soll :shock:
BTW Vince, ich erinnere mich, dass du irgendwo mal geschrieben hast, dass nach dem Rezensieren sämtlicher (erwähnenswerter) Jackie Filme ne rezi-neuauflage für Drunken master 2 schreibst; das bleibt doch hoffentlich anvisiert oder? :lol:

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Beitrag von Vince » 20.10.2009, 19:00

Sir Jay hat geschrieben:Oh mei, is ja viel Zeit vergangen seit deiner letzten Jackie Rezi, wieos nur? ;)
Stimmt ja gar nicht, sogar die letzte Kritik vor der hier war ne Jackiekritik. Forbidden Kingdom. ;)
man sollte vielleicht nochmal an der stelle festhalten, dass jackie auch in "police woman" ne art bösewicht spielt; welchen ich ja auch noch nicht kenne :lol:
Zählt allerdings aufgrund der massiven Kürze der Rolle nicht so wirklich. Er ist ja auch eher ein frecher Bursche in dem Film als ein Bösewicht.
da gibt es noch einige andere interessante Titel, unter anderem "All in the Family" von 1975, den Jackie persönlich verabscheut, da er hier in einer Sex-Szene zu sehen sein soll :shock:
Aber das ist einer von den Filmen, die man nicht mehr bekommt, oder? Da gibts ja noch so einige andere, zB. "The Himalayan" usw.

BTW Vince, ich erinnere mich, dass du irgendwo mal geschrieben hast, dass nach dem Rezensieren sämtlicher (erwähnenswerter) Jackie Filme ne rezi-neuauflage für Drunken master 2 schreibst; das bleibt doch hoffentlich anvisiert oder? :lol:
Uha... ich schaff ja kaum noch neue Kritiken, wie soll ich da alte aufarbeiten...

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Beitrag von kami » 20.10.2009, 19:43

Vince hat geschrieben:
kami hat geschrieben: Welche waren das? Half Loaf Of Kungfu?
Nee, das ist der letzte verbliebene und beziehbare Film, den ich noch nicht kenne, aber in Kürze sehen werde. ;)
Dann mach Dich mal auf Übles gefasst!
Eher sowas wie "Der Master mit den gebrochenen Händen", "Eagle Shadow Fist", "Das Medaillon" und sowas.
Also das Medallion mag ich.

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Beitrag von Sir Jay » 20.10.2009, 22:39

Vince hat geschrieben:
Sir Jay hat geschrieben:Oh mei, is ja viel Zeit vergangen seit deiner letzten Jackie Rezi, wieos nur? ;)
Stimmt ja gar nicht, sogar die letzte Kritik vor der hier war ne Jackiekritik. Forbidden Kingdom. ;)
Ach ja stimmt, aber ich meinte damit ja eigentlich die alten oldschool Schinken ;)
Vince hat geschrieben:
man sollte vielleicht nochmal an der stelle festhalten, dass jackie auch in "police woman" ne art bösewicht spielt; welchen ich ja auch noch nicht kenne :lol:
Zählt allerdings aufgrund der massiven Kürze der Rolle nicht so wirklich. Er ist ja auch eher ein frecher Bursche in dem Film als ein Bösewicht.
Zumindest kann man sagen, dass es einige Filme gibt in denen Jackie stirbt, wenn auch nur in einer bescheidenen Rolle
Vince hat geschrieben:
da gibt es noch einige andere interessante Titel, unter anderem "All in the Family" von 1975, den Jackie persönlich verabscheut, da er hier in einer Sex-Szene zu sehen sein soll :shock:
Aber das ist einer von den Filmen, die man nicht mehr bekommt, oder? Da gibts ja noch so einige andere, zB. "The Himalayan" usw.
Wüsste jetzt spontan auch nicht wo man den herbekommen soll; gerade da bieten sich dann downloads an 8-)
wobei es gibt paar ausschnitte au dem film in "my story"
Vince hat geschrieben:
BTW Vince, ich erinnere mich, dass du irgendwo mal geschrieben hast, dass nach dem Rezensieren sämtlicher (erwähnenswerter) Jackie Filme ne rezi-neuauflage für Drunken master 2 schreibst; das bleibt doch hoffentlich anvisiert oder? :lol:
Uha... ich schaff ja kaum noch neue Kritiken, wie soll ich da alte aufarbeiten...
Keiner macht dir Druck, lass dir Zeit :lol:

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