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Extreme Justice - Ein Cop nimmt Rache

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McClane
Action Prolet
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Alter: 27
Tierkreiszeichen: Wassermann

Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beiträge: 1237
Themen: 56

BeitragVerfasst am: 14.03.2008, 10:53    Titel: Extreme Justice - Ein Cop nimmt Rache Zitieren

Extreme Justice - Ein Cop nimmt Rache



Originaltitel: Extreme Justice
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1993
Regie: Mark L. Lester
Darsteller: Lou Diamond Phillips, Scott Glenn, Chelsea Field, Yaphet Kotto, Andrew Divoff, Richard Grove, William Lucking, L. Scott Caldwell, Larry Holt, Daniel Quinn, Thomas Rosales Jr., Ed Lauter u.a.

„Extreme Justice“ ist ein ziemlich unterhaltsamer B-Actionthriller von Mark L. Lester, auch wenn der deutsche Verleih den Film mit dem unpassenden Untertitel „Ein Cop nimmt Rache“ verschandeln musste.
Hauptthema dieses Streifens ist die geheime Spezialeinheit S.I.S. (Special Investigation Service), welche Schwerverbrecher beschattet, um sie auf frischer Tat zu ertappen. Diese gibt es wirklich, weshalb man vermutlich im Film versucht zu zeigen, dass die Einheit anfangs eine sinnvolle Einrichtung war. Gleich die Auftaktszene gehört der S.I.S. und ihrem Chef Dan Vaughn (Scott Glenn): Ein Räuber überfällt einen Laden, tötet den Besitzer und will flüchten. Doch draußen wartet die S.I.S. und nietet ihn um. Das ist zwar recht martialisch, aber sehr stimmungsvoll gemacht: Die dunkle Straße, das sich langsam postierende Exekutionskommando usw.
Dabei wird aber ein Mitglied des Teams verletzt und man braucht Ersatz. Hierfür will Dan seinen früheren Partner Jeff Powers (Lou Diamond Phillips), der sich gerade mal wieder wegen übertriebener Härte rechtfertigen muss – auch wenn er damit zum Ziel kam. Der knallharte Gesetzeshüter, der für das Richtige öfter mal die Vorschriften übertritt und trotzdem strengen moralischen Prinzipien folgt: Das Urbild des Cops im Actionfilm, von Dirty Harry und ähnlichen Charakteren geprägt, hier von Phillips verkörpert.

Dan rettet Jeff vor der Suspendierung und bietet ihm einen Job bei der S.I.S. an, da man ihn eh versetzen wollte. Jeff freut sich darüber nicht immer an umständliche Vorschriften gebunden zu sein und nimmt an. Doch nach einigen Einsätzen kommen ihm doch arge Zweifel daran, ob die S.I.S. wirklich das richtige tut…
„Extreme Justice“ ist einer der ersten Filme in dieser Richtung; später schlugen unter anderem „Scarred City“ und „Counterforce“ in dieselbe Kerbe. Wie in allen Filmen dieser Art versucht man hier zu zeigen, dass die Polizeivorschriften teilweise zu streng sind, aber besser als die Cowboymentalität derartiger Einheiten, die leicht zu Todesschwadronen werden. So versucht Lester auch hier zu zeigen, welche Strapazen die Cops ausgesetzt sind. Jeff bekommt bald moralische Zweifel, verstärkt durch die Tatsache, dass seine Freundin Kelly Daniels (Chelsea Field) Polizeireporterin ist und ihn mit Fragen konfrontiert, andere Teammitglieder zerbrechen an der Arbeit und der gnadenlose Vollstrecker Dan reagiert damit zum großen Teil auf seine persönlichen Verluste (Freundin weg usw.). Das gelingt, auch wenn dieser ganze dramatische Part sich immer gegen kurze Momente behaupten muss, in denen es z.B. verdammt cool ist, wie Dan einige mörderische Bankräuber ohne viel Federlesen via Desert Eagle aus dem Weg räumt.
An der Art der Action gibt es an sich nichts zu motzen, denn Lester ist hier ganz der Profi und inszenierte die Actionszenen trotz B-Klasse sehr fetzig und packend. Doch an der Masse hapert es, obwohl das erste Drittel top anfängt: Hier gibt es viele Schießereien, teilweise bei Übungen (egal ob Combat-Schießen auf dem Schießstand oder privates Geballer auf Bierflaschen), teilweise im Einsatz, wobei das geniale Bank-Shoot-Out ein Traum ist. Zudem geizt Lester (wie üblich) nicht mit blutigen Einschüssen. Doch in der Mitte gibt es nur einen kurzen Einsatz, gegen Ende eine recht aufwendige Verfolgungsjagd und die finale, harte, aber ebenfalls etwas zu kurze Prügelei. Hätte Lester hier die Actionmenge des ersten Drittels behalten – es wäre ein echtes Genrehighlight geworden.

Die Story reiß zwar keine Bäume aus und ist nicht innovativ, aber dennoch flott gemacht. Ohne Längen erzählt Lester uns die übliche Story vom Cop in einer derartigen Situation, der geläutert wird und im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern seiner Einheit das Richtige tut. Große Überraschungen gibt es nicht, denn das übliche Muster (Einsätze laufen schief und verstärken die Zweifel des Helden, man vertuscht die Existenz der Einheit, man versucht ihn am Aussteigen zu hindern usw.) wird hier abgespult. Aber immerhin temporeich erzählt und glaubwürdig gemacht, sodass der Film hier solide Spannung bietet. Die Inszenierung ist zudem für B-Verhältnisse top und hat auch beinahe Hollywoodniveau, wobei hier vor allem Fans der etwas dreckigeren Machart angesprochen werden.
Lou Diamond Phillips ist als Held leider etwas blass und es mangelt ihm trotz seines nicht zu verachtenden Schauspieltalents etwas zu sehr an Ausstrahlung, weshalb man ihm die Härte seines Charakters nicht so recht abkauft. Zur Entschädigung gibt es einen großartigen Scott Glenn als Gegenpart mit viel Charisma und auch die S.I.S. kann mit Yaphet Kotto und Andrew Divoff noch zwei begnadete Darsteller ins Feld werfen. Chelsea Field ist gut, Ed Lauter als skrupelloser Polizeichef toll und der Rest der Darsteller ist auch recht ordentlich.

So ist „Extreme Justice“ ein sehr unterhaltsamer B-Actionthriller, den Mark L. Lester top inszeniert hart. Leider nur gut, da die Menge der Feuergefechte durchaus höher sein könnte.

7 von 10

Mir bekannt ist zum einen die deutsche VHS, die lange Zeit als uncut galt, mittlerweile stellte sich heraus, dass sie ein paar kaum bemerkbare Gewaltschnitte hat. Mittlerweile steht die australische DVD im Regal, uncut, im O-Format, was aber Vollbild ist. Ist ne Film only DVD, aber auch die US hat als Bonus bloß ein paar Trailer.
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Zuletzt bearbeitet von McClane am 14.03.2008, 13:15, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: 14.03.2008, 11:30    Titel: Zitieren

Der Kritik kann ich mich nahezu in allen Punkten völlig anschließen! Sehr glücklich
Hab den "damals" (in meiner Jugend) ziemlich gern geschaut - müsste ich mal wieder in Angriff nehmen, also mir mal die RC1 bestellen...
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BeitragVerfasst am: 14.03.2008, 11:54    Titel: Zitieren

Da kenn ich bisher nur eine der TV Ausstrahlungen und finde den sehr amtlich. Der ist ja auch in den Weiten des deutschen INETS heiß begehrt / gesucht ... die australische DVD ist die codefree?

In diesem Sinne:
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BeitragVerfasst am: 14.03.2008, 12:33    Titel: Zitieren

Finde den auch ziemlich gut, wobei erstaunlich ist, dass diese B-Filme zum Thema (also auch JUDGE MAN, SCARRED CITY, COUNTERFORCE) allesamt recht gelungen und für den Fan sehenswert sind.
Würde auch gute 7/10 zücken.
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McClane
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BeitragVerfasst am: 14.03.2008, 12:55    Titel: Zitieren

freeman hat folgendes geschrieben:
Da kenn ich bisher nur eine der TV Ausstrahlungen und finde den sehr amtlich. Der ist ja auch in den Weiten des deutschen INETS heiß begehrt / gesucht ... die australische DVD ist die codefree?


Laut Cover ja... ist auch trotz Aussiefreigabe und -VÖ mit dem Hinweis "Made in Hongkong" versehen, daher gehe ich davon aus, dass die Angabe stimmt. Allerdings haben sie beim Cover leicht geschlampt (es fehlen ein paar Worte beim Slogan und das "Glenn" von Scott Glenn Lachen). Gibt es bei ebay meist recht günstig, das teuerste ist halt der Versand aus den USA oder Australien (meine Aussie DVD war aber in unter 2 Wochen da).
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mullen
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BeitragVerfasst am: 15.03.2008, 10:18    Titel: Zitieren

hab noch die vhs @freeman, wenn du interessiert bist? Sehr glücklich
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C4rter
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Anmeldungsdatum: 13.05.2008
Beiträge: 665
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BeitragVerfasst am: 18.09.2009, 14:14    Titel: Zitieren

"Extreme Justice", vom B- und C-Movie Experten Mark L. Lester ist ein ganz netter, stellenweise schön deftiger Action-Film der 90er Jahre mit Verbindungen in die Wirklichkeit, was dem Film eine gewisse Brisanz gibt..
Bekannte Gesichter, die man in diesen Filmen oft erblickt, wie Lou Diamond Phillips oder Andrew Divoff geben dem Film dazu einen gewohnten Look. Die Actionszenen sind meist leider nur kurz und könnten zahlreicher sein da sie ansonsten zu gefallen wissen, z.B. mit fiesen Einschüssen.
Leider wird auf eine wirkliche Story verzichtet. Man sieht einige Einsätze des Death-Squad und es gibt auch eine grobe Rahmenhandlung die alles zusammenhält, aber wirklich prickelnd oder gar spannend ist das nicht. Immerhin aber ist die Truppe wunderbar zynisch und hat ein paar nette Sprüche auf Lager.
Kein Pflichtbesuch für Jedermann aber Fans von Oldschool-Action machen hier nichts falsch.
Knappe:

7 von 10
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