Habe es dann doch nicht mehr ins Kino geschafft, aber ihn jetzt zeitig auf DVD nachgeholt und kann in den Tenor einstimmen.
Valerian - Die Stadt der tausend Planeten
Schon das Opening, inklusive der vielleicht 5-sekündigen Gastrolle von Rutger Hauer, macht klar, wohin die Reise geht: Erzählerisch ist Bessons Recap der Geschichte der Alpha mehr oder weniger unnötig (das Wichtigste über die Station erfährt man später bei Valerians und Laurelines Anflug), doch es gibt ihm Raum sich in Sachen Alien-Design auszutoben. Und weil so viele davon und so wenige Menschen in dem Film vorkommen, steht Hauer trotz besseren Cameos recht weit vorne im Vorspann.
Hier hängt dei Optik die Geschichte ganz klar ab, denn bereits nach Clive Owens Gefangenenbesuch ist eigentlich klar, was in der Stadt der tausend Planeten gespielt wird und wie der Showdown aussehen wird. Bis dahin müssen Valerian und Laureline kleine Einzelmissionen erfüllen, bei denen es meist darum geht sich gegenseitig den Hintern zu retten, was die Verbundenheit der Charaktere wohl besser ausdrückt als ihre sonstige Interaktion. Für Besson mag "Valerian" ja analog zum Aufschlagen einer beliebigen Ausgabe seines Lieblingscomics sein, für den Rest der Zuschauerschaft sind die Figuren kaum gut genug etabliert, wenn bereits nach vielleicht 20 Minuten ein Heiratsantrag Valerians in Richtung Laureline schwirrt, man aber in ihrem lauwarmen Geplänkel zuvor nie so viel Feuer gesehen hat.
Das mag auch an den Darstellern liegen, die zudem ihre speziellen Schwächen haben. Delevingne ist nicht das schauspielerische Fanal aus "Suicide Squad", für eine Hauptrolle aber doch noch nicht gut genug, während Dane DeHaan trotz seiner 31 Jahre und seiner relativ tiefen Stimme immer noch zu jungenhaft für die Valerian-Rolle wirkt - wenn Valerian von seinen 9 Jahren beim Militär erzählt, dann fragt man sich, ob das eine Karriere als Kindersoldat einschließt. Auch etwas fragwürdig ist es, wenn die Einsatztruppe der beiden (wahrscheinlich, da offscreen und nie geklärt) von einem Weltraummonster getötet wird und die beiden aber nur ein Objekt retten, noch nicht einmal den Versuch unternehmen den Kameraden zu helfen - für als romantische Helden gedachte Protagonisten ist das schon etwas kaltschnäuzig.
Dafür gibt es tolles, detailreiches Weltenbauen mit phantasievollen Kreaturend meist schicken Set Pieces, die teilweise geschickt um die Ecke denken (z.B. die Mission in mehreren Dimensionen). Augenschmauss ist eine (leider etwas kurze) Unterwasserepisode mit Dinowesen, nur der Kampf gegen die Bhoulan Bator (oder wie auch immer die geschrieben werden) hinkt choreographisch und der Showdown ist etwas mau. Ansonsten überzeugt "Valerian" aber mit visueller Kraft. Außerdem gibt es ein nachhaltiges Geständnis: Rihanna ist ein Wahrheit ein Gestaltwandler-Alien aus dem Space-Puff.
Vince hat geschrieben:hat Carla Delevigne zwar seit „Suicide Squad“ eine ganze Menge dazugelernt, ist aber nach wie vor keine Schauspielerin; sie versteht sich darauf, Regieanweisungen hochpräzise umzusetzen und hat die coole Nummer ebenso drauf wie die überraschte, macht jedoch den Fehler, jeden ihrer mimischen Ausdrücke zu inszenieren. Model-Berufskrankheit?
Das scheint echt ne Berufskrankheit zu sein. Selbst beim Interview, das auf der DVD zu sehen ist, wirkt jeder Gesichtsausdruck von ihr exaltiert und inszeniert.
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]
Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]