
Originaltitel: To the Death
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1993
Regie: Darrell Roodt
Darsteller: John Barrett, Michel Qissi, Robert Whitehead, Michelle Bestbier, Greg Latter, Norman Anstey u.a.
Dominique Le Braque, ein arroganter Schnösel, veranstaltet illegale Kampfsportveranstaltungen, bei denen mittels Wetten Millionen umgesetzt werden. Das "Besondere" an den Fights ist, dass sie bis zum bitteren Ende gehen können, je nach Gusto von Herrn Le Braque. Dominique möchte es nun schaffen, dass die Wetteinsätze astronomisch ansteigen, doch dafür braucht es einen hochkarätigen Kämpfer. Einen vom Format des Kickboxmeisters Rick Quinn. Doch dieser hat gerade seinen Ausstieg aus dem aktiven Sport verkündet und will nie wieder kämpfen. Kurz nach seiner Absage explodiert Quinns Auto. An Bord befand sich seine Frau mit beider ungeborener Frucht der Liebe!
Quinn vermutet seinen ehemals ärgsten und schwersten Gegner Denard hinter dem Anschlag, hat dieser doch nie verwunden, dass Quinn ihn nie gegen sich hat antreten lassen. Fortan gerät Quinns Leben vollkommen aus den Fugen und er mutiert zu einem menschlichem Wrack. Da tritt erneut Dominique an ihn heran und bietet ihm an, ihn aus dem Sumpf herauszuziehen, er müsse nur für ihn kämpfen. Quinn stimmt zu und macht bei Le Braques Turnier ordentlich klar Schiff. Als er erneut aussteigen will, da ihm Dominique Le Braques Methoden absolut zuwider sind, arrangiert Le Braque einen Fight mit Denard, mit dem Quinn ja scheinbar noch eine Rechnung offen hat ...
Death ... to the Death. Dies verkündet die herrliche 90s Mucke, die den Film einleitet. Und naja, das bekommt man dann auch. Denn To the Death ist einer jener Kickerfilme, der, weil er nicht in der Lage ist, irgendetwas Neues zu erzählen, versucht, diesen Mangel an Originalität in der Story mittels diversen Brutalitäten auszugleichen. Blut fließt ergo Kübelweise, es darf unfair gekämpft werden und am Ende nimmt sich der Ringrichter des Unterlegenen an und ballert ihm die Rübe weg! Kurzum: So richtig geschmacksicher ist To the Death nicht gerade. Vor allem wenn man an den Hochofen im Keller des Veranstaltungsortes denkt, wo die toten Körper der Unterlegenen noch ein paar deftige Sprüche zu hören bekommen, bevor sie den Flammen übergeben werden.
Storytechnisch spult der Streifen sein Programm zügig ab und reiht bald Actioneinlage an Actioneinlage, in denen der recht sympathisch wirkende Hauptdarsteller John Barrett (American Kickboxer 1) einiges an netten Kickereinlagen zeigen darf, die allesamt sehr old school und recht ansprechend choreographiert daherkommen. In den Fightsequenzen hat der Film - welch Wunder - dann auch seine optischen, nett geschnittenen Höhepunkte, kommt in den Handlungsszenen allerdings nicht über gediegenes DTV Mittelmaß hinaus. Die Darsteller agieren weitgehend ziemlich mies. Vor allem das überkandidelte Spiel der Bad Asses mutet zumeist eher hochgradig homophob denn beabsichtigt over the top an. Der ÜberLOLer ist ein Ringsprecher mit Clownsgesicht und dummen Witzen, dem man spätestens beim zweiten Auftritt die Krätze an den Hals wünscht. Die Guten im Film sollen ja eigentlich nur kicken und das tun sie ganz ordentlich. Hervorheben sollte man vielleicht noch Michel Qissi, den Endgegner und damit Tong Po Darsteller vom Palmenkicker in Karate Tiger 3, der hier deutlich sympathischer auftreten darf, insbesondere im Kickerbereich aber erneut nicht wirklich viel zu zeigen hat.
Sehr seltsam mutet der Soundtrack von To the Death an, der über weite Strecken versucht, den Handlungsszenen Ironie einzutrichtern, wo es allerdings keine gibt! Auch in den Actionszenen kann der Score zu keiner Sekunde überzeugen.
So bleibt ein storytechnisch gewohnt armer, geschmackfreier Streifen, der zumindest in den Fights überzeugen kann, ansonsten aber arm an Höhepunkten ist.
Die deutschen TV Fassungen sparen so ziemlich alle Handlungselemente aus, die darauf hindeuten könnten, dass die Fighter nach den Kämpfen den Gnadenschuss erhalten. Ob die deutsche FSK 18 VHS von Cannon uncut ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Garantiert ungeschnitten gibt es den Film in den USA auf Video von Cannon Video.
In diesem Sinne:
freeman



