Originaltitel: The Thief & the Stripper
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1998
Regie: L.P. Brown III / John Sjorgen
Darsteller: Michael Madsen, L.P. Brown III, Martin Kove, Brion James, Roxana Zal, Adam S. Bristol, Stoney Jackson, Todd Bridges u.a.
Jack O'Dell ist Privatdetektiv. Und was für einer: Rotzbremse deluxe, Vokuhila, graue Haare und Studienratäußeres, sprich: Blue Jeans, weißes Hemd und Sakko. Dieser Prototyp des Detektivs läuft eines Tages lustig durch die Straße, als hinter ihm ein Typ mit Schusswunde seinen Wagen an einem Laternenpfahl parkt. Der Typ überlässt Jack einen Koffer und damit gleich diverse Gruppierungen, die unbedingt an den Koffer wollen. Immerhin befindet sich in selbigen eine Diskette mit allen Bankverbindungsdaten für ein Konto des größten Verbrecherkönigs aus L.A. - sein Name: der Scheich ...
Ihr habt euch schon immer gefragt, wie ein Film aussehen könnte, wenn euch der örtliche Puff eine Drehgenehmigung gibt und ihr obendrein ca. 1000 Euro zuviel in der Geldbörse habt, die ihr in technisches Equipment, ein Drehbuch und das Catering pumpen könnt? Tja dann solltet ihr euch mal L.A. Nights anschauen! Denn hier wird euch vorgemacht, wie man ein derartiges Unternehmen aussehen könnte. Witzigerweise scheint vor allem die Drehgenehmigung im Puff in Hollywoodkreisen sehr beliebt zu sein. Wie sonst ist zu erklären, dass ein Projekt mit soeben beschriebenen Dimensionen einen B-Stars Auflauf sondergleichen bieten kann? Charles Napier (Hard Attack), James Brolin (Blade Runner), Martin Kove (Shootfighter/Karate Kid) und Michael Madsen erklärten sich bereit für n' Appel und n' Ei - vermutlich inklusive diverser Lapdances und Nummern mit dem weiblichen Inventar - durch die miesen Kulissen zu stolpern und den filmischen Dünnpfiff L.A. Nights zumindest durch ihre Gegenwart zu "adeln". Die Dreharbeiten dürften dann vor allem aus folgenden Regieanweisungen bestanden haben: "Holt mal den James aus dem Puff, wir haben hier einen neuen grenzdebilen Dialog für ihn, der mir heute morgen beim Kacken eingefallen ist!" Michael Madsen macht dabei das einzig Richtige: Er spielt einfach nicht mit und sitzt immer irgendwo in einer Puffecke, von wo er sich die nackten Ischen anschaut und hier und da mal die Lippen bewegt ... Dabei geht ihm ganz offensichtlich die Geschichte von L.A. Nights genauso am Arsch vorbei wie dem Zuschauer. Zumal L.A. Nights Begriffe wie Spannung oder Dramaturgie ebenso komplett abgehen wie halbwegs vernünftige Dialoge oder so etwas wie eine Charakterzeichnung. Dazu gesellt sich eine dilettantische, vor Anschlussfehlern nur so strotzende Inszenierung auf niederstem TV Niveau. Schon die ungelenk inszenierten Actionszenen a la Mann schießt, anderer Mann kippt um, sind eine einzige Armutserklärung. Das die Settings in dieselbe Kerbe hauen und einfach nach miesestem Hinterhofporno aussehen, muss ich hoffentlich nicht noch extra erwähnen. Zumindest sieht der Puff ordentlich aus ... die Frauen darin weniger
Um es mal zu einem versöhnlichen Ende zu bringen: L.A. Night ist eine filmische Totalkatastrophe schlimmster Couleur. Also wenn ihr mal ne Drehgenehmigung im Puff bekommen solltet, filmt die Girls beim Strippen oder whatever ... aber lasst euch von mir ja nicht dabei erwischen einen Film wie diesen hier zu drehen ...
Eine FSK 18 DVD kommt von EMS und ist trotz vollkommen unbegreiflicher FSK 18 Freigabe cut. Warum auch immer. Andere Fassungen sind mir net bekannt.
In diesem Sinne:
freeman




