
Originaltitel: Overkill
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1996
Regie: Dean Raphael Ferrandini
Darsteller: Aaron Norris, Michael Nouri, Kenneth Moskow, Pamela Dickerson, David Rowe, Enrique Munoz, Damián Alcázar, Gerardo Soublette, Rick Kahana u.a.
Der Cop Jack Hazard dreht bei einem Einsatz seiner Polizeieinheit vollkommen hohl und schmeißt einen verdeckten Ermittler aus einem Fenster. Sein Chef empfiehlt ihm daraufhin erst einmal einen ordentlichen Urlaub zum Runterkommen. Und ja, bevor sich Jack irgendwelchen schwerwiegenden Repressalien aussetzt, fährt er halt einfach in die Karibik und zieht sich den Aal lang. Kaum in seinem Ferienressort angekommen, lernt er den Hacker Gary kennen. Der glaubt, irgendwer wolle ihm ans Leben. Damit liegt er gar nicht mal so falsch, denn er hat Unterlagen erhackt, die seinen Chef als Drogendealer enttarnen könnten. Da diesem die Insel gehört und er auch sonst einen bergvoll Knete sein Eigen nennt, denkt er gar nicht daran, sich diesen Wohlstand durch eine unsichere Riesterrente ersetzen zu lassen. Ergo macht er freilich Jagd auf Gary. Als Jack bemerkt, dass Gary nicht nur Stuss erzählt hat, schlägt er sich freilich auf Garys Seite und haut im Dschungel des Karibikferienparadieses mal so richtig auf die Kacke ...
Aaron Norris, der Bruder vom ollen Chuck, ist ja eher als Regisseur seines großen Bruders denn als Schauspieler bekannt. Offensichtlich wollte er aber auch mal in einem Kickerfilm mitspielen, borgte sich darum Frisur und Karatebart von seinem Bruder und ging in Death Race auf Prügeltour. Der unterscheidet sich NULL von den 08/15 Reißern seines Bruders: Dumme Story, dumme Dialoge, viele Nichtschauspieler und Gekicke/Action ohne Ende. Das Ganze wird zügig auf den Weg gebracht, ohne große Hänger abgespult und mutiert innerhalb kürzester Zeit zu einer zünftigen Menschenjagd, die nicht erst seit Hard Target oder Graf Zaroff ein gern gesehenes Thema im Actionbereich darstellt. Aaron Norris erinnert dabei frappierend an seinen Bruder Chuck, ist aber um einiges uncharismatischer. Dafür ist er bei seinem Bruder offensichtlich in die Kickerlehre gegangen, denn das hat er ordentlich drauf. Allerdings hätte er bei der Wahl seines Schauspieltrainers einen großen Bogen um den ollen Chuck machen sollen ... ;-) ! Sein Sidekick Gary stört einfach nur: Er ist nicht witzig, trägt nichts zur Action bei ... braucht ergo kein Schwein! Michael Nouri (den ich permanent mit Chris Sarandon verwechsle), den man aus dem kultigen The Hidden kennt, muss eigentlich nur mit einer Waffe in der Gegend rumstehen und böse gucken. So was kann er im Schlaf. Der Rest dillert halt lustig im Regenwald rum ... reicht ja auch. Die Action ist ganz nett geworden. Am meisten beeindruckt das in monochrom blauen Farbtönen inszenierte Ballerintermezzo zu Beginn, das recht rüde und direkt daherkommt. Die Menschenjagdaction profitiert erst einmal von dem sehr netten Dschungelsetting, das dem recht eintönigen Gekicke ein exotisches Flair verpasst, allerdings auch für megadümmliche Einlagen um sogenannte Schattenkrieger sorgt, die auf fast schon infantile Art und Weise mystisch überhöht werden, was im Film aber keiner braucht. Seltsam ist auch, dass man nie erfährt, wieso Jack kann, was er kann. Es gibt keine "verschollen in Vietnam und dort von einem Japaner groß gezogen ;-)" Einlagen oder ähnliches. Er kann halt Kicken. Kann ja eh jeder. Die Action selber hat dabei den einen oder anderen harten Moment. Dennoch hätte das Thema freilich deutlich mehr hergegeben, als die immer gleichen Mano a Mano Duelle. Dennoch mutet vor allem der Endkampf einen Zacken zu hart für die deutsche FSK 16 Freigabe an und auch das Thema ist nun nicht wirklich jugendfrei. Doch was juckt es uns ... ;-)
Was bleibt ist ein durchschnittlicher Menschenjagdstreifen mit zumindest recht reizvollem Setting. Wenn die Action einmal losgetreten wurde, kommt eigentlich kaum Langeweile auf. Dennoch bleibt Death Race hinter der eigentlichen Menschenjagdengenrereferenz deutlich zurück.
Das deutsche Tape von Highlight Video kommt mit einer FSK 16 uncut. Von einem Silberling ist mir bisher nichts bekannt.
In diesem Sinne:
freeman



