
Originaltitel: Jjak-pae
Herstellungsland: Südkorea
Erscheinungsjahr: 2006
Regie: Ryoo Seung-wan
Darsteller: Ryoo Seung-wan, Jung Doo-hong, Lee Beom-su, Jeong Seok-yong, Ahn Kil-kang, Lee Joo-shil, Kim Byeong-wook, Jo Deok-hyeon, Kim Dong-yeong, Jo Gyoo-cheol u.a.
Tae-Su, Wang-Jae, Pilhos sowie Seok-Whan und dessen Bruder waren zu Jugendzeiten eine unzertrennliche Clique, die sich in diversen Straßenkämpfen in ihrer Heimatstadt Onsung gegen andere Banden zu behaupten wussten und in inniger Freundschaft vereint waren. Doch wie so oft trennten sich auch die Wege dieser Freunde irgendwann und man begann sich auseinander zu leben. Eines Tages hört der mittlerweile in Seoul als Polizist arbeitende Tae-Su vom Tod seines Freundes Wang-Jae. Umgehend reist er in seine Heimat und bemerkt schnell, dass hier etwas nicht stimmt. Pilhos ist nämlich zu einer Art Immobilienhai und Schwerverbrecher aufgestiegen, der seine Schuldner tyrannisiert und dabei nicht einmal vor ehemaligen Freunden wie Wang-Jae halt macht. Als er obendrein auch noch Seok-Whans komplette Familie auslöscht, ist der Bogen überspannt und Tae-Su und Seok-Whan ziehen in ein klärendes Gefecht ...


Dieses beginnt ungefähr nach 60 Minuten und hält dann unglaubliche 30 Minuten vor. Zusammen mit seinem Martial Arts Choreographen Jung Doo-Hong entfesselt hier der Arahan Regisseur Ryoo Seung-Wan einen wahren Kampfsportorkan, in deren Verlauf Seok-Whan und Tae-Sue in minutenlangen Burly Braws (also 2 gegen ganze Horden von Gegnern) alles niederknüppeln, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Dabei wird Abwechslung groß geschrieben. Erst ziehen sie einer großen Gruppe mit Knüppeln neue Scheitel, danach wird eine weitere Kohorte mit Messern unfein zerschnetzelt und dann geht es in den Hand to Hand Infight, in dem sie gegen vier größere Endgegner antreten dürfen, die ihnen alles abverlangen und dabei die Schauwerte noch einmal deutlich nach oben schrauben. Diese wirklich lange und sehr dramatisch endende Actioneinlage ist einfach Entertainment vom Allerfeinsten ohne jegliche Haken und Ösen. Vorher gab es zwar auch schon einige Actioneinlagen zu bestaunen, die Brillanz des Showdowns erreichen sie allerdings bei weitem nicht. Die Ausnahme bildet eine lange Sequenz zu Beginn des Filmes, in deren Verlauf Tae-Su mit vier Banden aneinander gerät! Den choreographischen Kraftakt hinter dieser Einlage möchte ich gar nicht erahnen. Allerdings hat man bei fast allen Actionszenen vor dem Showdown ein wenig den Eindruck, sie seien nur da, um im Einstieg die Pace nicht komplett versacken zu lassen. Das wäre aber gar nicht notwendig gewesen, da die Story die ersten 60 Minuten auch mühelos hätte tragen können. Sie ist zwar nicht die Ausgeklügeltste, erinnert in der Beschwörung von Werten wie Loyalität, Freundschaft und Ehre allerdings massiv an die großen Heroic Bloodshed Epen Hongkongs und funktioniert absolut hervorragend. Zwar wirken einige um Komplexität bemühte Flashbacks in die Vergangenheit der Freunde und das Aufstiegsgebaren von Pilhos ein wenig zu gewollt, stören kann dies den Fluss der Handlung, die mit zunehmender Laufzeit immer mehr in Richtung blutiges Drama tendiert, nur unwesentlich. Transportiert wird die Story durch sehr sympathische Darsteller, die allesamt einen großen Bogen um das allseits geliebte Overacting machen, was vor allem bei der Figur des Pilhos verwundert, da diese schon ein wenig exaltierter angelegt ist - auch und vor allem wegen dem Äußeren des Darstellers. Technisch bewegt sich der Streifen auf hohem Niveau. Die Action wird in extrem langen Einstellungen transportiert und Übersichtlichkeit scheint das höchste Gebot gewesen zu sein. Auch abseits der Action funktioniert City of Violence hervorragend und punktet immer wieder durch kurz eingeflochtene, vor allem durch den netten Score transportierte Elemente des Westerngenres, in das City of Violence auch mühelos gepasst hätte. Man müsste im Grunde nur Pilhos zum bösen Großgrundbesitzer umdeuten, der den Farmern das Land wegnehmen will (was er ja sogar macht) und Tae-Su und Seok-Wahn zu Outlaws, die ihm den Marsch blasen wollen.
So ist City of Violence ein insgesamt sehr gelungener Mix aus Großstadtwestern und Heroic Bloodshed Motiven geworden, der mit einem herrlich langen, imposanten und an Schauwerten reichen Showdown ins Beuteschema jedes Actionfans passen sollte!

Die deutsche DVD von Splendid kommt mit einer FSK 18 uncut und hat in der Special Edition neben einer knackscharfen Bildqualität auch eine ordentliche Menge an Specials im Gepäck.
In diesem Sinne:
freeman




