
Originaltitel: Yu zhou zu ji
Herstellungsland: Hongkong
Produktionsjahr: 1992
Regie: Philipp Ko
Darsteller: Yukari Oshima, Ricky Davao, Phillip Ko, Melvin Wong, Monsour Del Rosario
Was dem Titel nach zu urteilen nach Endzeit-Trash klingt, erweist sich als mit kruden Sci-Fi-Elementen angereicherter Hongkong-B-Actioner aus den frühen 90ern, der eine konventionelle Krimistory mit dem abgefreakten Auftritt zweier extraterrestrischer Schwertkämpfer kombiniert.
Die Eliteeinheit mit dem klangvollen Namen „Ultracops“ kümmert sich eigentlich um irdische Undercovereinsätze, wird eines Tages jedoch mit übernatürlichen Problemen konfrontiert, als zwei Aliens auf dem blauen Planeten landen: Ein kriegerischer Schwertschwinger verfolgt von einem intergalaktischen Polizisten, der ebenfalls im „Highlander“-Style seine Interessen durchzusetzen pflegt. Da das gute Alien dummerweise vom bösen Alien in einem Fort auf die Mütze kriegt, ist es an unseren tapferen HK-Cops, das Schicksal der Erde und des gesamten Universums zu retten – als mächtigste Waffe gegen den Außerirdischen erweist sich dabei ausgerechnet ein AIDS-kranker Schwuler. Mit dieser Spezies Mensch scheint unser Schwertfuchtler nämlich aus mysteriösen Gründen nicht klarzukommen…
Mann, was für einen Trash hat man sich hier mal wieder aus den Fingern gesogen. Was als konventioneller Actionkrimi in atmosphärischer B-Schmuddeloptik beginnt, wandelt sich mit dem Auftritt der Aliens zum so unoriginellen wie nichtsdestotrotz kurzweiligen Genrekonglomerat. Dass sich ein gutes und ein böses Alien mitten in der Zivilisation unseres Planeten battlen, ist als Storybasis alles andere als neu und auch sie in obskure Mäntel zu stecken und im „Highlander“-Style Schwerter schwingen zu lassen, lässt sich nicht als Ausgeburt an Originalität bezeichnen, Regisseur Philip Ko hält das krude Treiben aber mit allerlei ansehnlichen Actionschauwerten am Laufen.
Spektakuläre Explosionen, rasante Shootouts und chice Martial-Arts-Sequenzen, die mit etwas Wirework aufgepeppt werden, ohne dass es störend wirkt, machen „Ultracop 2000“ zu kurzweiliger Unterhaltung, der man den mehr als kruden Handlungsverlauf, der vor allem mit der Figur des suizidgefährdeten schwulen AIDS-Kranken den Vogel abschießt, angesichts des stimmenden Tempos verzeihen kann. Die Versuche, das Geschehen abseits der unfreiwilligen Komik mit bewussten humoristischen und Slapstickeinlagen aufzulockern gehen wie bei vielen asiatischen Filmen leider nach hinten los, allerdings gestaltet sich der Humor dankenswerterweise unaufdringlich genug, um den Filmspaß nicht nennenswert zu trüben.
Fazit: „Ultracop 2000“ ist eine trashige Mixtur aus konventioneller Hongkong-Action mit Science-Fiction-Elementen, deren freakige Story mehr als krude und deren Versuche, witzige Szenen einzustreuen, missglückt sind, die dafür aber mit einem ausgewogenen Actioncocktail aus Explosionen, Shootouts und Martial-Arts bei Laune hält. B- und Trashfans dürfen ruhig mal einen Blick riskieren, wenn Tele 5 den Film mal wieder im Nachtprogramm versteckt.
Die deutsche DVD von Screen Power / Euro Video ist mit FSK-16 uncut.




