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Watchmen

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freeman
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BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 12:11    Titel: Watchmen Zitieren

Watchmen



Originaltitel: Watchmen
Herstellungsland: Großbritannien / USA
Erscheinungsjahr: 2009
Regie: Zack Snyder
Darsteller: Jeffrey Dean Morgan, Malin Akerman, Carla Gugino, Patrick Wilson, Billy Crudup, Jackie Earle Haley, Matthew Goode, Stephen McHattie, Matt Frewer, Laura Mennell u.a.

Who watches the Watchmen?

Eine Frage, die weit zurückgeht. Und zwar bis in die späten 80er, als Alan Moore von dem Comiclabel DC den Auftrag erhielt, ein ultimatives Crossover zu erschaffen, das möglichst viele Superhelden des DC Universums vereinen sollte. Doch Moore, ganz der bekannte Querulant, hatte keine Lust ein „normales“ Crossover zu lancieren. Ihm schwebte etwas anderes vor, war doch seiner Meinung nach der Markt inzwischen übersättigt mit strahlenden Superhelden! Also zerlegte er die DC Stars in ihre Einzelteile und präsentierte eine düstere Mär, in deren Verlauf die heldenhaftesten aller Helden zu Säufern und Normalos mutierten oder/und das Ende der Geschichte nicht mehr erlebten.

DC lehnte diese Version verständlicherweise ab, empfahl Moore aber, diese Geschichte zu erzählen, nur eben mit eigenen Superhelden. Und genau das tat Moore und erschuf die ultimative, lange als unverfilmbar geltende Dekonstruktion des Superheldenmythos - Watchmen. Dabei schillerten auch in Moores Version die DC Helden durch, denn beispielsweise ist ein Nite Owl kaum von Batman zu unterscheiden, Dr. Manhattan gemahnt in seiner Gottgleichheit an Superman und Silk Spectre hat viel von Catwoman. Die Grundidee aber war es, Helden zu zeichnen, die keiner kennt und die eigentlich auch gar keine Helden sind.

Vielmehr entstanden die Superhelden in Watchmen eher zufällig. Denn irgendwann begannen die Verbrecher in einer Art Paralleluniversum dazu überzugehen, Masken bei ihren Überfällen aufzusetzen. Die Folge: Zeugen konnten sie nicht mehr identifizieren und man musste selbst das schlimmste Gesindel wieder freilassen. Bald fühlten sich einige Polizisten gemüßigt, das Recht in die eigenen Hände zu nehmen und benutzten ihrerseits ebenfalls Kostümierungen und Masken. Die Superhelden waren geboren, hatten aber keinerlei echte Heldeneigenschaften. Nur technische Hilfsmittel und speziell antrainierte Fähigkeiten machten sie zu etwas „Besonderem“.



Darauf setzt nun die Verfilmung des Comics Watchmen auf. Wir haben das Jahr 1985 in der alternativen Parallelwelt. Nixon bestreitet seine dritte Amtsperiode, der Vietnamkrieg wurde gewonnen und die Superhelden, die teilweise sogar in Vietnam intervenierten, wurden verboten! Viele der „Helden“ sahen das als willkommene Möglichkeit, das meistens doch sehr verhasste Alter Ego in den Kleiderschrank zu sperren und ihrem echten Leben nachzugehen, das sich allerdings als weitaus weniger glamourös herausstellte, als man annehmen sollte. Doch Alkohol, Tabletten und Drogen machen diesen Alltag erträglich. Da wird die Ruhe empfindlich gestört. The Comedian, ein Mitglied der berühmten Heldentruppe Watchmen, findet den Tod durch einen Assassinen! Insbesondere sein ehemaliger Mitstreiter, Rohrschach, ein opportunistischer Zyniker mit durchaus rechtsradikalen Ansichten, vermutet hinter dem Attentat Größeres und versucht die anderen Teammitglieder zu warnen, dass auch ihr Leben in Gefahr ist.

Wie recht Rohrschach damit haben soll und welch weitgreifende Veränderungen auf den Anschlag auf den Comedian folgen werden, kann zu diesem Zeitpunkt freilich keiner ahnen. Zumindest weiß man, dass es wohl auf einen Atomkrieg zwischen den Supermächten USA und Russland hinauslaufen wird.

Genau wie die Vorlage zu Watchmen, kommt die Verfilmung zu einem Zeitpunkt, der eigentlich nicht besser gewählt sein könnte. Damals wie heute überfluten Superhelden in allen Farben und Formen unsere Wahrnehmung. Und wie Watchmen damals die papierne Comicwelt revolutionierte, erwartete man von Zack Snyders Filmversion nicht viel weniger als genau diese Revolution der Kinoheroen. Leider kommt Snyder selbst für eine solche Revolution ein wenig zu spät, denn der eigentliche Kinowatchman, der den Superheldenmythos für die bewegten Bilder von Grund auf auf den Kopf stellte und umdeutete, war spätestens Bruce Wayne alias Batman in der Version von Christopher Nolan. Und auch ein Spiderman zeigte einen an sich und seinen Fähigkeiten hadernden Helden der nicht alltäglichen Art. Von daher ist Snyder definitiv ein Stück weit zu spät dran, macht aber trotz dieses kleinen Handycaps verdammt viel verdammt richtig.



Das beginnt schon bei der Symphonie in blutrot, die den Film brachialst einleitet und eine unvergleichliche, beinahe fast schon poetisch anmutende Gewalteskalation präsentiert, in deren Verlauf der Comedian auf knochenbrechende Art und Weise das Zeitliche segnet. Untermalt wird das wüste Treiben von einem Song, der eine vollkommen gegenläufige Atmosphäre aufbaut, die vor dem Auge des Zuschauers in der Verschmelzung von Bildern, Musik und Tönen in eine Art Gewaltwalzer oder ein Brachialballett kulminiert. Immer wieder schaltet Snyder bereits in dieser Szene (was im Folgenden noch häufiger passieren wird) in eine megaedle Zeitlupe, die fast anmutet, als wolle Snyder das Gefühl erwecken, man würde durch eine Folge von Einzelbildern (oder wie es im Comic heißt: Panels) blättern. Absolut grandios und ein Einstieg nach Maß!

Kombiniert man diesen Einstieg mit den im Vorfeld veröffentlichten grandiosen Trailern, könnte man nun Gefahr laufen, sich in einer trügerischen Sicherheit zu wiegen, denn dieser Einstieg und die Eye Candy liefernden Trailer stehen in einem enormen Kontrast zu dem, was sich nun vor dem Auge des Zuschauers entfaltet. Denn Watchmen legt nun erst einmal den Actionbombast beiseite und entfaltet seine Geschichte in aller Ausführlichkeit.

Dabei weiß die Nähe zur gezeichneten Vorlage definitiv zu begeistern. Nur in wenigen Punkten geht Snyder aus dramaturgischen Gründen leicht von der Vorlage weg (Tales of the Black Freighter wird er ja noch nachliefern, das Ende hebt sich definitiv von der Vorlage ab), behält ansonsten aber alles bei, was Moores Watchmen ausmachte. Und das sind in erster Linie keine bombastischen Weltuntergangsszenarien. Nein, in Watchmen liegt das Hauptaugenmerk auf der teils sehr verzwickten, nur scheinbar als simple Whodunit Story aufgezogenen Handlung und vor allem den Charakteren, die selten plastischer anmuteten als in diesem Streifen.



Die Folge sind grandiose, im Falle von Rohrschach, dem Comedian und Dr. Manhattan fast schon geniale Figuren und Charaktere, die alleine schon faszinierend genug sind, um den Film über die gesamte Laufzeit (und die ist mit 2,5 Stunden nicht unerheblich!) sehr fesselnd geraten zu lassen. Gerade für das superheldenverwöhnte Kinopublikum könnte aber genau dieser Ansatz zum echten Problem auswachsen. Denn wie Moore hält Snyder den Actionpegel weit unten. Will man die Actiondichte oder auch den Augenfutteranteil umschreiben, sollte man die Mooreverfilmung V for Vendetta bemühen, die von den Schauwerten her absolut identisch aufgebaut ist. Sprich: Es gibt zwar Action und die sieht fantastisch aus, aber es gibt nicht viel davon. Und genau das könnte viele Zuschauer, die dank geringer Verbreitung der Vorlage in unseren Breiten eher unvorbereitet auf die Watchmen treffen sollten, ziemlich überfordern – um nicht zu sagen langweilen ...

Dabei ist Watchmen sicher vieles, nur nicht langweilig. Hier werden schon in Nebensätzen Punkte angerissen und abgehandelt, die für Filme wie „Elektra“ oder „Catwoman“ gereicht hätten, um sie in ihrer Gänze massivst aufzuwerten. Die großartig gezeichneten Figuren unterstreichen diesen Eindruck nur und Zack Snyder macht auf der optischen Schiene alles richtig, um den idealen Weg in unsere Sehzentren zu erschaffen. Neben den bereits erwähnten detailverliebten Zeitlupenszenen bestechen hier vor allem die Sets und Schauplätze, die anmuten, als seien sie direkt aus der Comicvorlage entsprungen und auch die transportierte Atmosphäre entspricht nahezu gänzlich der Moore’schen Kopfgeburt. Ok, die Kostüme unterscheiden sich schon von der Vorlage, aber auf den entwickelten Düsterlook passen sie definitiv besser als bunte Strampelanzüge.

Auch sonst ist Regisseur Zack Snyder absolut souverän unterwegs und entwirft grandios choreographierte und gefilmte, brechend harte Prügelszenen, tolle Eye Candy Einlagen und auch extrem witzige Szenen, wie die Sexszene zwischen Nite Owl und Silk Spectre, die er mit einer genialen Version von Leonard Cohens „Hallelujah“ unterlegt, um dann mit einem genial dämlichen Schlussgag zu punkten. Auch der Gefängnisaufenthalt von Rohrschach ist ein Meisterwerk der schwarzen Komik, das in einem genial inszenierten Schlussakt gipfelt, der mit einer auf- und zuschlagenden Pendeltür zu tun hat. Allgemein geht Snyder die Verquickung wirklich komischer Momente (diese sind meist ungemein zynisch und von einem teils zutiefst menschenverachtenden Grundton durchsetzt) mit der allgemein sehr düsteren Grundstimmung hervorragend von der Hand und die Art, wie er beinahe kongenial Musik und grandiose Bilderwelten in echten Gänsehautszenen vereint, hat etwas ganz Großes!



Auch in der Schauspielführung weiß Snyder absolut zu überzeugen. Dabei griff er auf weitgehend eher unbekannte Gesichter zurück, ganz dem Moore’schen Vorbild folgend, der ja auch - gezwungenermaßen - „No Names“ zu „Helden“ werden ließ. Am meisten wissen dabei Jeffrey Dean Morgan (Supernatural) als ungemein fleischig muskulöser Comedian, Patrick Wilson als Batman Widergänger Nite Owl, Malin Akerman als sexy Lack- und Lederbraut Silk Spectre und Jackie Earle Haley als Rohrschach zu überzeugen. Auch Billy Crudup als Dr. Manhattan weiß zu gefallen, auch wenn man von ihm selber nicht viel sieht, da seine Figur auf Gollumart am Rechner entstanden ist (und der offenherzigste Hollywood - Kommentar zum Nudismus sein dürfte Winken ). Wer mir erstmals nicht so recht gefallen wollte, war Matthew Goode als Ozymandias. Seine Figur bleibt unverhältnismäßig blass, was verwundert, da Snyder diese Figur mit am Dringendsten benötigt. Auch sieht Goode einfach schrecklich aus, als leide er an Bulimie ... sehr seltsam. Ansonsten gibt es aber wirklich keinerlei Probleme in dem grandiosen und vor allem treffenden Cast.

Doch leider gibt es auch einige Probleme in Watchmen zu beklagen. Dass der Ansatz dank Batman (vor allem The Dark Knight) auf der großen Kinoleinwand bei Weitem nicht mehr so originär ist, wie er das zu Comiczeiten war, habe ich ja bereits erwähnt. Obendrein braucht die komplexe Geschichte verdammt lange, um richtig in Bewegung zu kommen, da Snyder, und in diesem Falle auch der Vorlage, keine richtige Verschmelzung von Charakterzeichnung und Storyantrieb gelingt. Es ist fast so, als dürfe das eine nicht mit dem anderen verknüpft werden, weshalb der Film auch für Kenner der Materie hier und da recht zäh gerät. Auch die steten Sprünge in der Erzählperspektive lassen den Film ein wenig unrund wirken. Hier hätte ich mir persönlich einen Charakter als echte Orientierung gewünscht – was im Falle von Rohrschach ja auch versucht wird ... mit der Betonung auf versucht. Was obendrein ziemlich enttäuscht, ist der etwas arg unspektakuläre Showdown. Dieser ist zwar auch in der Vorlage kein überkandideltes Brachialgewitter an Action, aber nach dem langen Weg hätte man sich schon etwas bedeutend Spektakuläreres erhofft als das hier gebotene Ende mit seiner zu harmlosen Botschaft (hier ist Moore dann deutlich kompromissloser gewesen). Auch fehlt den grandios gezeichneten „Heldenfiguren“ eine echte böse Entsprechung. Denn wie genial hätte ein Superschurke bei dieser meisterhaften Figurenzeichnung ausfallen müssen, um den Zynismus der Watchmen und deren negatives Weltbild noch zu toppen? Freilich ist dies auch ein Kritikpunkt an der gezeichneten Vorlage, in dem die Watchmen ebenfalls nur gegen eine abstrakte Bedrohung (Atomkrieg) kämpfen.



Was bleibt ist eine Comicverfilmung, die zeigt, dass heutzutage eigentlich nichts mehr unverfilmbar ist. Zack Snyder beweist zum zweiten Mal, dass er es versteht, ein Medium in ein anderes zu transferieren und den Grundton der Vorlage bis zum bitteren oder besser zynischen Ende beizubehalten. Dafür gebührt ihm jegliche Form der Anerkennung. Der Regisseur liefert grandiose Bilderwelten, die er mit genialen Musikstücken kombiniert, um so absolut einzigartige Bild- und Klangwelten zu erschaffen, in denen sich Charaktere tummeln, die man sich plastischer niemals hätte vorstellen können. Gerade der grandiose Dr. Manhattan und der Soziopath Dr. Rohrschach hätten eigene Franchises verdient, soviel Potential steckt in diesen Figuren. Kurzum: Snyder adaptiert Moores Vorlage kongenial für die große Leinwand. Die Frage wird nur sein, wer dies außerhalb der USA (wo die Vorlage eine riesige Fanbase hat) würdigen wird, denn Watchmen als anspruchsvoll zu umschreiben, wäre eine der Untertreibungen des aktuellen Kinojahres ... und trotz Wegbereitern wie Batman - The Dark Knight wird dem Gros der Zuschauer die Kombination aus Comichelden und Anspruch nicht wirklich hundertprozentig geheuer sein ...
8 von 10

In diesem Sinne:
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BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 12:28    Titel: Zitieren

Sounds über weite Strecken veeery Nice. Ich wollte eigentlich auch rein, werd ihn mir aber glaub ich sparen und auf DVD dann sofort die Komplettfassung von 3,5 Stunden genießen.
Momentan schleiche ich um den Comic. Mein Problem ist, wenn schon, muss es dann auch immer gleich die beste Fassung sein und die kostet mal eben 75 Eier... ich geh heut mal im Comicladen vorbei und guck mal was das Ding da kostet.
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Hannibal
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BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 12:52    Titel: Zitieren

Yeah Baby, die Review trifft's mal wieder zu 200%! Sehr glücklich Stimmt eigentlich vollständig mit meiner Meinung überein, die ich der Vollständigkeit halber dann auch hier nochmal poste (eine Erweiterung zur Review spar ich mir, weil das ganze ja dann quasi deckungsgleich mit deiner wäre):


Watchmen
Mit Vorschusslorbeeren überhäuft, stand ich dem neuesten Snyder-Comic-Vehikel kritisch gegenüber, weil die Trailer trotz Wahnsinnsoptik irgendwie verdammt nichtssagend waren. Auch wenn "300" durchaus Anlass zu derartigen Zweifel war ist "nichtssagend" eines der Wörter, vielleicht sogar das Wort, was am allerwenigsten zu "Watchmen" passt. Eher das Gegenteil ist manchmal der Fall: "zuvielsagend"...
Die ersten 10 Minuten des Films sind ein einziger Orgasmus, unglaublich einfallsreich in Szene gesetzt, ein Zerstörungs-Ballett von betörender Eleganz und gleichzeitig roher Gewalt mit genial eingesetztem Soundtrack. Derartig gelungene, stimmige Gewaltpoesie gab es zuletzt zu "Matrix"-Zeiten im Kino zu sehen. Direkt im Anschluss stockt Snyder mit einem phänomenalen Vorspann nochmal derart gigantisch auf, dass es beinahe unmöglich wird, das vorgelegte filmische Niveau zu halten, erzählerisch als auch inszenatorisch. Und auch schon ehe man den Gedanken überhaupt zu Ende gedacht hat, tritt "Watchmen" erstmal gehörig auf die Bremse und geht eine Erzählsweise an, die in ihrer Komplexität so gar nicht zu einer Comicverfilmung passt. Ohne den Zuschauer erstmal mit Identifikationsfiguren und den üblichen Actionszenen einzukleistern, wirft man jegliche Erzählgewohnheiten des Mainstreamkinos über Bord und wirft sein Publikum in ein verworrenes Figurenmosaik mit unzähligen Zeitsprüngen, dessen finale Zusammenhänge man sich bis zum Schluss aufspart. Gerade diese unkonventionelle Erzählstruktur macht den Film zu einem absolut ungewöhnlichen Kinoerlebnis und rechtfertigt auch fast jede Minute der gewaltigen Überlänge. Dabei überzeugen auch die inneren Konflikte der Figuren, deren Ausmaße man erst mit zunehmender Laufzeit in vollem Ausmaß erkennt und sich so erst zur Halbzeit langsam Identifikationspotenzial entwickelt, welches aber aufgrund der vertrackt-sorgfältigen Einleitung umso tiefer greift. Darüberhinaus ist der Film beinahe schon überladen mit überraschend reif präsentierter Kritik an Gesellschaft, Politik, Umweltsünden usw.. Die Unterbringung von derartig vielen verschiedenen, anspruchsvollen Themen sorgt dafür, dass das Konstrukt immer wieder haarscharf an der Grenze zum inhaltlichen Völlegefühl entlangschlittert, sie aber dennoch nicht überschreitet. Eine Gradwanderung, die das "Anderssein" des Films unterstützt, aber für den Filmfluss nicht ganz ungefährlich ist. Snyder hält sein vollgestopftes Ungetüm aber dennoch überraschend souverän unter Kontrolle.
Die ungewöhnlichen Erzählmuster von "Watchmen" werden immer wieder von brachial, politisch/moralisch unkorrekten und regelrecht menschenverachtenden Gewalteruptionen aus der Umlaufbahn geworfen. So scheißen die Superhelden auf "Die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft"-Mist und nieten auch schon mal schwangere Frauen per Kopfschuss um. Eine absolut erfrischende Komponente im sonst so Gutmensch-dominierten Comicfilm-Sektor. Und wenn hier gehobelt wird, fallen auch Späne! Von sorgfältig bebilderten Knochenbrüchen über abgerisse Gliedmaßen, bis hin zu sagenhaft detailreichen Einschüssen jeglicher Art, ob in die Wade oder in den Kopf. Die Action ist geprägt von in diesem Genre seltener Konsequenz, auch wenn die Umsetzung meist wenig spektakulär ist und sich größtenteils auf dreckige Kämpfe in dunklen Hinterhöfen beschränkt. Selbst zum Showdown gibt's keine wirklich einfallsreiche Location mit übergroßer Bombast-Zerstörung (abgesehen von einer leider relativ kurzen Szene). Auch hier geht "Watchmen" also andere Wege, was aber leider nicht für die erzählerischen Wege gilt, denn die enden in einem weitgehenst komplett konventionellen Finale, dass angesichts des Vorangegangenen doch massiv enttäuscht, weil man hier auf jegliche Innovation verzichtet und alles nach einem 08/15-Muster ablaufen lässt. Selbst die ansonsten wirklich sensationelle Optik mit ihrer sagenhaften Ideenvielfalt und unzähligen Film-Noir-Zitaten lässt in den letzten Filmminuten jegliche Klasse vermissen. Schade eigentlich.
Herauszuheben ist auch noch der Soundtrack, bei dem man ebenfalls ungewöhnliche Wege geht und zwischen den obligatorischen Orchester-Score Pop- und Rockklassiker der 60er und 70er streut und somit die surreal düstere Atmosphäre einer "What if..."-Version von alternativen 60er-, 70er und 80er-Jahren noch zusätzlich verstärkt.
All in all ein bis zum Finale ungeheuer einfallsreicher, innovativer, sensationell inszenierter, aber auch fast schon sperriger Vertreter seines Genres, mit dessen Regeln und Werten er im Minutentakt durch rotztrockene, gewaltgetränkte Actioneinschübe und allerlei skurrile und kaputter Charaktere bricht. Wäre dieses einfallslose Ende nicht, "Watchmen" hätte riesengroß werden können, so bleibt "nur" eine fantastische Vision, der gegen Ende der Mut ausgeht.
8 von 10

Da soll noch ein 3,5-Stunden-Cut kommen? Echt? Quelle? Wäre auf jeden Fall fett und würde ich vermutlich direkt kaufen, da gerade der erzählerisch vertrackte Anfang äußerst gelungen war.
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freeman
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BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 12:59    Titel: Zitieren

Also ich habe gelesen, dass Zack an einer Fassung mit 190 Minuten arbeitet, in die man dann beispielsweise bei der Blue Ray auch den Black Freighter integrieren kann, was das ganze dann auf 3,5 Stunden bringen soll ...

Hatte das gestern schon gesehen, dass wir da recht ähnlich unterwegs waren. Hätten mer mal gemeinsam imKino gucken sollen. Meine Begleitung ist sanft entschlummert *lach*

In diesem Sinne:
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BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 13:07    Titel: Zitieren

Ja cool, dann is der ja doch ganz brauchbar geworden, aber ich müsst schaun ob jemand mitgeht und 3 Stunden im Kino is auch immer irgendwie so unangenehm.
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BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 13:15    Titel: Zitieren

freeman hat folgendes geschrieben:
Also ich habe gelesen, dass Zack an einer Fassung mit 190 Minuten arbeitet, in die man dann beispielsweise bei der Blue Ray auch den Black Freighter integrieren kann, was das ganze dann auf 3,5 Stunden bringen soll ...


Sounds cool, was ist dieses "Black Freighter"-Dingsda genau? ^^ Wird jedenfalls vorgemerkt Smilie

Zitat:
Hatte das gestern schon gesehen, dass wir da recht ähnlich unterwegs waren. Hätten mer mal gemeinsam imKino gucken sollen. Meine Begleitung ist sanft entschlummert *lach*


Echt jetzt? lol...langweiliges Mainstream-Pack. Schon scheiße, wenn man gar keinen hat, mit dem man in solche anspruchsvollen Arthouse-Perlen reinkann Sehr glücklich
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BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 14:08    Titel: Zitieren

Zitat:
Sounds cool, was ist dieses "Black Freighter"-Dingsda genau? ^^ Wird jedenfalls vorgemerkt


Die Tales of the Black Freigthter sind eine Art Geschichte in der Geschichte. Es geht dabei um eine Geschichte um diverse Freibeuter. Bringt an sich die Geschichte nicht weiter (und ist darum zu Recht nicht im Kino dabei) vertieft aber NOCHMALS die Figuren ...

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BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 17:44    Titel: Zitieren

@ Freeman: Vielen Dank für die Kritik - hört sich gut an. Snyder rockt eh! Bin persönlich noch am überlegen, ob ich ins Kino (Laufzeit schreckt etwas ab) oder die Langfassung (dann ja daheim) warten soll...

@ Hannibal: Gibbet schon in den USA...


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BeitragVerfasst am: 11.03.2009, 09:15    Titel: Zitieren

Rein von den Bilderwelten her wäre Kino schon Pflicht ... denke ich ...

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BeitragVerfasst am: 11.03.2009, 11:13    Titel: Zitieren

Vorgestern Abend drin gewesen und ganz schön überrollt worden, das muss bei der DVD-Variante ja noch heftiger werden - wie man merkt, ich kenne die Graphic Novel nicht, insofern musste ich mir das komplette "Watchmen"-Universum im Kino erschließen. Deshalb kann ich jetzt nicht Vorlagentreue bejubeln oder bemängeln, laut diverser Comicfans aus meinem Umfeld soll er ja sehr nah dran sein, soweit es in einem filmischen Rahmen von 2,5 Stunden ging.

Hat mir persönlich sehr zugesagt, eine sehr vielschichtige, epische Comicverfilmung, die ja dutzende von Plots und Subplots erzählte ohne dass ich das Gefühl hatte, dass irgendeine Geschichte zu kurz kommt. Sehr mutig auch die Abwehr vom konventionellen Superheldenfilm, Action spielt hier die vierte oder fünfte Geige. Hat einige Mitzuschauer sichtlich überfordert, aber in vielen Szenen hatte ich das "großes Kino"-Gefühl... vor allem die Montagen zu den Rock- und Popsongs (Credits, Begräbnis u.a.) hatten echt Gänsehautpotential. Nett die Anspielungen (das "300" an der lädierten Zimmertür, die "Apocalypse Now"-Anspielung in den Vietnamszenen), außerdem ist Rorschach eine der coolsten Säue des Superheldenfilms. Allein dafür muss ich mir den irgendwann nochmal auf Englisch ansehen. Schattenseiten gibt es aber auch: Viele Szenen mit Dr. Manhattan sind zu lang, da seine ellenlangen Erzählungen teilweise schlicht und einfach unfilmisch... zumal er als beinahe emotionsbefreiter Charakter wohl die uninteressanteste Figur des "Watchmen"-Kosmos ist. Auch das Finale zog sich zu lang, sowohl der Showdown als auch dessen Nachklapp hätte gerafft werden können (auch wenn das vermutlich der Vorlage geschuldet ist).

8 von 10
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BeitragVerfasst am: 11.03.2009, 12:59    Titel: Zitieren

Zitat:
zumal er als beinahe emotionsbefreiter Charakter wohl die uninteressanteste Figur des "Watchmen"-Kosmos ist.


Find ich ja gar nicht! Für mich ist er die Krone der Evolution in den Charakterzeichnungen. Denn alle Charaktere sind von einem solchen Menschenhass geprägt, dass seine "Emotionslosigkeit" in Bezug auf ALLES und JEDEN seinen Gottstatus, den er ja definitiv inne hat (er ist ein Übermensch und er ist Amerikaner! Oh, ich habe mich bei dieser Aussage geirrt, er ist Gott und er ist Amerikaner Lachen ) nur unterstreicht - er quasie die Krone der Schöpfung Menschenfeind darstellt - den Menschenhass am weitesten kultiviert hat.

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BeitragVerfasst am: 11.03.2009, 20:47    Titel: Zitieren

Gestern auch gesehen. Kino war bis auf meinem Kumpel und mir leer, trotz Kinotag.
Mir hat er aber richtig gut gefallen, hatte ja fast Arthouse Qualitäten und dürfte es somit sehr schwer haben beim Deutschen Publikum.
Der Film hatte aber wirklich alles, Anspruch, Humor, Härte, Tabu Brüche, usw...
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Vince
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BeitragVerfasst am: 16.03.2009, 14:14    Titel: Zitieren

Faust der ich bin, schlagen zwei Herzen, ach, in meiner Brust.

Das erste pocht für das wohl komplexeste Material, das es je in eine Comicverfilmung gebracht hat. Erstmals nehme ich Superhelden ab, dass sie nur Menschen sind, was der Profanisierung ihrer Taten zu entnehmen ist, der Banalität ihrer sexuellen Aktivitäten (bezeichnend ist es, das übernatürlich wirkende Wesen Dr. Manhattan zu einem im Bett unaufmerksamen Ehemann zu machen und auch der Verlust seiner Menschlichkeit ist in seiner Entstehung paradoerweise zutiefst menschlich), dem sehr bodenständigen (retrospektiven) Kostümdesign, der bloßstellenden Demaskierung des Rorschach (die im Gegensatz zu derjenigen von Peter Parker in "Spider-Man 2" nichts Würdevolles oder Ehrenhaftes an sich hat). Dazu unzählige Meta- und MetaMeta-Ebenen, philosophische Diskurse und ein beständiges Ineinandergreifen aller Bestandteile.

Das andere Herz, es schreit eine Warnung aus, eine solche nämlich vor dem Handwerker Zack Snyder. Nichts fühlt sich so an, als sei es sein Verdienst, dass "Watchmen" gegenüber "300" der um Welten bessere Film ist. Die Handschrift des Regisseurs beschränkt sich auf seine auskostenden Ultrazeitlupen, die edlen Bilder und die künstlerische Freiheit in Form von Gewalt und Nacktheit. Alles andere wirkt wie aus dem Nachbarheft abgeschrieben. Das macht die Lösungen nicht falscher, es sei denn, der Blick auf das Nachbarsheft wurde kurzzeitig verschleiert und folgerichtig falsc wiedergegeben. Ich will nicht behaupten, Snyder hätte den Comic nicht verstanden - wie könnte ich das als Comic-Unkundiger - aber man merkt intuitiv, ob jemand einfach nur überträgt oder interpretiert. Erwartungsgemäß ist bei Snyder ersteres der Fall: er arbeitet Bilder ab.

9/10 für den ersten Teil, 5/10 für den zweiten, das macht in der Summe
7 von 10

Der erste Eindruck war noch locker einen Punkt stärker, ich muss schon zugeben, recht beeindruckt aus dem Kino gekommen zu sein. Wo ich übrigens mitm Fäb war, bin mal gespannt, was er meint.

Heute ist dann auch die Pflichtlektüre nachgekommen (sabber):



Die CDs hab ich mal zur Verdeutlichung der Größe danebengelegt. Dream Theater sind ja schon ne große Band, aber der Watchmen Comic? Boah. Winken
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BeitragVerfasst am: 16.03.2009, 16:34    Titel: Zitieren

In der Tat, ein bisschen erschlagen ist man nach dem Kinobesuch gewesen. Um alle Eindrücke und filmischen und kulturellen Anspielungen en detail aufzusaugen und die von Vince angesprochenen Meta-Ebenen und Dekonstruktionen des Superheldentums sowie jahrbuchmäßigen Flug durch das gesellschaftliche und politische 20. Jahrhundert zu genießen, verlangt der Film einem mit gut zwoeinhalb Stunden einiges ab. Eine zweite Sichtung daheim ist Pflicht, trotz (und nicht gerade wegen) der dann wohl noch längeren Fassung und den etwas verwischenden weil degradierenden Kino-Eindrücken auf der kleineren Mattscheibe. Was die Lauflänge angeht, bin ich skeptisch, denn schon in dieser Kinofassung verliert sich der Film -bisweilen im wahrsten Sinne des Wortes- in den Weiten des Universums. Das ist zumeist visuell höchst beeindruckend, beispielsweise das Opening mit dem Kampf und des Comedians Smiley-Pin, teilweise aber auch etwas zu CGI-fetischistisch in hinblick auf Dr. Manhattan wobei sich dieser nicht in jeder Szene so recht ins Gesamtbild einfügen will. Damit steht er leider nicht nur inhaltlich als Figur auf Distanz zu den Menschen sondern irgendwie auch formal/technisch.

Aber, und das wiegt letztlich deutlich schwerer, der angesprochene Husarenritt durch die Zeitgeschichte und die Verschmelzung eines sonst so fantastischen Genres mit der harten Realität des kalten Krieges ist phänomenal! Die dystopisch/utopische Ader lässt minge Hätz im Freudenherzkasperdreieck schlagen ob des zwiespältigen Endes - wenngleich die Minuten zuvor, vor allem auf dem Mars, teilweise etwas schleppend anmuten. Doch für Nicht-Watchmen-Comicleser (und das dürften ja die allermeisten sein) fügt sich alles passend und nachvollziehbar ineinander und keine Stränge bleiben großartig offen, nicht nachvollziehbar oder Figuren allzu spärlich beleuchtet. Das mag mit Kenntnis der Buchvorlage sicherlich subjektiv anders wahrgenommen werden, aber nur die Comicnerds zufrieden zu stellen spielt hinsichtlich eines Mainstreamvorhaben eben eine klar untergeordnete Rolle.

Was bleibt sonst noch in Erinnerung? Nixons Nase! Und die Musik (lol, Nena. Und ungefähr hundert musikalische kultige Anleihen von Dylan bis Klassik)! Und Nixons Nase! Und die guten Oneliner von Rorschach! Achja, und Nixons Nase! Die Action und der Dr. Pillemann! Und... hatte ich Nixons Nase schon erwähnt?

8 von 10,5

PS: Das Comicschuberpaket sieht ja MEGAFETT aus, Vince! Hoffentlich gefällt der Inhalt auch so gut wie die edle Aufmachung Winken Könnte mir vorstellen, dass man noch die ein oder andere interessante Zwischenepisode zu lesen bekommt, aber im Nachhinein immer noch der Meinung ist, dass der Film das Wichtigste 'rausdestilliert hat und zu etwas kompaktem einigermaßen runden zusammengefügt hat!? Und das trotz der Kritik an Snyder als "Abpauser", womit man nicht mehr fern ist zum oft negativ belegten (und oft zu unrecht negativ belegten oder zu unrecht ausgesprochenen) Urteil eines "Handwerkers" für Regisseure. Der umgekehrte Fall nämlich, wenn Regisseure zwar Visonäre aber keine Handwerker sind, gipfelt im Extremfall in Persönlichkeiten wie Ed Wood Lachen
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LivingDead
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BeitragVerfasst am: 16.03.2009, 17:42    Titel: Zitieren

Vince hat folgendes geschrieben:
Das andere Herz, es schreit eine Warnung aus, eine solche nämlich vor dem Handwerker Zack Snyder. Nichts fühlt sich so an, als sei es sein Verdienst, dass "Watchmen" gegenüber "300" der um Welten bessere Film ist.


Genau die Befürchtung hatte ich auch. Gerade der Snyder, der mit "300" 'ne halbe Bruchlandung hinlegte, soll nun eines der intelligentesten und komplexesten Comics adäquat verfilmen? Da sind deine 7 Punkte in meinen Augen sogar noch überraschend wohlwollend ausgefallen. Eventuell komme ich die nächsten Tage auch noch in die Kinos. Denke, dass der Film da wohl noch am besten funktionieren wird.
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BeitragVerfasst am: 16.03.2009, 18:27    Titel: Zitieren

LivingDead hat folgendes geschrieben:
Vince hat folgendes geschrieben:
Das andere Herz, es schreit eine Warnung aus, eine solche nämlich vor dem Handwerker Zack Snyder. Nichts fühlt sich so an, als sei es sein Verdienst, dass "Watchmen" gegenüber "300" der um Welten bessere Film ist.


Genau die Befürchtung hatte ich auch. Gerade der Snyder, der mit "300" 'ne halbe Bruchlandung hinlegte, soll nun eines der intelligentesten und komplexesten Comics adäquat verfilmen? Da sind deine 7 Punkte in meinen Augen sogar noch überraschend wohlwollend ausgefallen. Eventuell komme ich die nächsten Tage auch noch in die Kinos. Denke, dass der Film da wohl noch am besten funktionieren wird.


Du wirst es sicher nicht bereuen! Und ja, im Kino wirkt der sicherlich gewaltiger als er es später je auf Silberscheibchen wird können.
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BeitragVerfasst am: 16.03.2009, 19:14    Titel: Zitieren

Der Kinobesuch lohnt, keine Frage. Dazu ist schon das Material zu gut und da Snyder immerhin ein paar fette Bilder zaubert, passt das schon. Ich freu mich auch auf die DVD-VÖ, ist auch ein Film zum Mehrmalsgucken.
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BeitragVerfasst am: 17.03.2009, 09:18    Titel: Zitieren

Zitat:
Gerade der Snyder, der mit "300" 'ne halbe Bruchlandung hinlegte, soll nun eines der intelligentesten und komplexesten Comics adäquat verfilmen?


Naja, wobei man schon berücksichtigen sollte, dass Freund Miller mit 300 ein Blut, Stahl und Tränen Opus erschaffen hatte und Snyder hatte daraus seinerseits selbiges in filmischer Entsprechung gemacht ... Und wem man ihm diese handwerkliche "Reife" für 300 zugesteht und auf Watchmen überträgt, kann man sich schon denken, dass alleine aufgrund der Vorlage etwas ganz anderes bei rum kommen muss. Mit 300 Vorbehalten würde ich nie an Watchmen rangehen, dann versauste dir selbst den Kinoabend, sag ich dir so, wies is! Winken

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BeitragVerfasst am: 17.03.2009, 09:43    Titel: Zitieren

freeman hat folgendes geschrieben:
, sag ich dir so, wies is! Winken

..., weeßt, wie ich´s meine?!

BTW, seit wann ist es eigentlich erlaubt, auf 300 rumzuhacken?
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BeitragVerfasst am: 17.03.2009, 09:49    Titel: Zitieren

kami hat folgendes geschrieben:
freeman hat folgendes geschrieben:
, sag ich dir so, wies is! Winken

..., weeßt, wie ich´s meine?!


Nu klar!

Zitat:
BTW, seit wann ist es eigentlich erlaubt, auf 300 rumzuhacken?


Gute Frage ...

In diesem Sinne:
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BeitragVerfasst am: 17.03.2009, 17:30    Titel: Zitieren

freeman hat folgendes geschrieben:
Mit 300 Vorbehalten würde ich nie an Watchmen rangehen, dann versauste dir selbst den Kinoabend, sag ich dir so, wies is! Winken


Nee, is scho' Recht. Winken
"300" würde ich ja auch keineswegs "schlecht" bewerten, immerhin würde ich dem Film immer noch knappe, sehr knappe, aber doch gerechte 6 von 10 Punkten geben, womit ich aber immer noch deutlich unterm allgemeinem Tenor liege. Und der Punkt war halt der, dass sich "300" nun einmal nur durch visuelle Aspekte definierte, und "Watchman" (ohne jetzt den Comic zu kennen) da etwas tiefschürfender sein soll und ich dahingehend Bedenken hatte/habe, dass Snyder sich da etwas verheben könnte. ABER: Schaun mer mal. Winken

@kami: Rumhacken? Keineswegs... Aber warum sollte es denn NICHT erlaubt sein? Winken
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BeitragVerfasst am: 17.03.2009, 18:43    Titel: Zitieren

LivingDead hat folgendes geschrieben:

@kami: Rumhacken? Keineswegs... Aber warum sollte es denn NICHT erlaubt sein? Winken

Weil 300 gewissermaßen das verfilmte Forencredo von Liquid Love ist.
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BeitragVerfasst am: 17.03.2009, 21:13    Titel: Zitieren

kami hat folgendes geschrieben:
LivingDead hat folgendes geschrieben:

@kami: Rumhacken? Keineswegs... Aber warum sollte es denn NICHT erlaubt sein? Winken

Weil 300 gewissermaßen das verfilmte Forencredo von Liquid Love ist.


Hmja, dafür bekommt er ja auch 10 Punkte... aber für den Rest...... Weinen macht zusammen halt 6 Punkte. Winken
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