Get the Gringo
Irgendwie war ich nach der Sichtung doch recht ernüchtert, hatte ich nach dem gelungenen Trailer und den doch meist sehr guten Kritiken einen doch etwas temporeicheren Film erwartet.
Neben einem wie meist grandiosen Mel Gibson (seine privaten Eskapaden stören mich beim Filmschauen nicht die Bohne), der hier endlich mal wieder seinen Killerlausbubencharme in voller Blüte ausreizen darf, und ein paar recht kompetent, vor allem übersichtlich in Szene gesetzten Actionszenen ist da dann leider nicht allzuviel was mich zu Begeisterungsstürmen hinreißen lässt.
Vielleicht liegt es am Mangel an echten Gegnern, den trotz des Szenarios eines mexikanischen Knastes, in dem sich "Mad Mel" erstmal zurecht finden muss, ist er doch irgendwie zu spitzbübisch überlegen als das echte Spannug bei mir aufkam. Das liegt aber auch an den nicht ideal gecasteten No-Names auf der (mexikanischen) Bösewichtseite (Peter Stormare lass ich hier mal raus, der hat aber auch zu wenig Chance sich zu präsentieren). Da gab es einfach niemanden, der Mel da irgendwie Paroli bieten könnte.
Daher steht von Anfang an fest, das Mel die ganze Chose zu aller, will sagen, zu sagen, zu seiner eigenen Zufriedenheit erledigt.
So bleibt letzten Endes ein netter Streifen. Nicht mehr, nicht weniger!
Bloodfist
Keine Ahnung welcher Affe mich da laust, aber irgendwie hab ich gerade Lust, zumindest einen Teil meiner Lücken bezüglich Don "The Dragon" Wilson zu stopfen. Und da ich bisher nur "The last Sentinel" und "Black Belt" von ihm kenne, hab ich da wohl einiges vor!
Angefangen mit diesem auf den Philippinen heruntergenudelten "Bloodsport"-Rip-Off, offenbart der Drache durchaus kompetentes, wenn auch auf filmischer Sicht eher unspektakuläreres Kickerhandwerk.
Und da dieses über die komplette Laufzeit relativ angenehm verteilt ist (auch wenn/weil manche Kamera etwas ungünstg positioniert ist, so dass ein echter Treffer nur zu erahnen ist), kommt keine echte Langeweile auf.
Spannung oder dramaturgische Finnesse sucht man natürlich vergeblich, Schema F hat das Ruder fest in der Hand.
Da der Rest vom Fest sich auch kaum beim Schauspielern erwischen lassen wollte, könnte man sogar auf die Idee kommen, Wilson stellt hier darstellerisch das Glanzlicht dar. Womit er sich der handwerklichen Kompetenz der kompletten Crew.
Insgesamt leicht unterdurchschnittlicher Turnierreißer!
Bloodfist 3 - Forced to fight
Zwei Jahre später hat der Drache zumindest gelernt, seinen miesepetrigen Gesichtsausdruck passender einzusetzen. So ist auf "darstellerischer" Ebene schonmal sowas wie ein Fortschritt zu erkennen.
Auch inhaltlich wurde der Turnierfilm verlassen, und man suchte den Knastfilm auf (Zufall das kurz davor "Mit stählerner Faust" und "Lock-Up" im Kino zu sehen waren?)
Und was soll ich sagen, dies tat der Chose doch recht gut. Auch wenn so ziemlich jedes Knastfilmklischee ausgepackt wird, bleibt das ganze dank einer für B-Film-Verhältnisse kompetenten Inszenierung eine recht erfreuliche Angelegenheit.
Natürlich knarrt und knackt es dramturgisch in jeder Ecke, wenn jeder Furz als Anlass für eine kurze oder auch längere Prügelszene gebraucht wird, doch wird dem ganzen eine gewisse Ernsthaftigkeit zugestanden, die nicht billig, plump oder aufgesetzt wirkt (wenn auch natürlich nur oberflächlich). Auch wenn ich doch irgendwo ein Problem dait habe, das ein Kinderschänder, der sein Problem offenkudig noch nicht überwunden hat, hier doch zur sympathischen, ja gar tragischen Figur erhoben wird.
Aufgrund gewisser Steigerungen im handwerklichen
Snow White and the Huntsman
Also, wäre ich der Spiegel, der Film wäre nach 10 Minuten vorbei gewesen, denn als echte Konkurrenz zur Königin hab ich in dem Film niemanden erblicken können. (Stehe aber halt auch auf Frauen, nicht auf Mädchen ;-))
Hat man diese (unbestreitbar subjektive) Sicht erstmal akzeptiert, wird man, auch hier subjektiv, recht gut unterhalten. Im Wust der ganzen "Post-Herr-der-Ringe-Fantasyfilme" (da pack ich das Werk jetzt einfach mal rein) gehört er dann doch aufgrund sich größerer Peinlichkeiten verkneifenden Aufbereitung des Märchens so wie der gelungene visuellen Düsternis zum oberen Drittel.
Streckenweise recht rasant, alle Eckpunkte von Schneewittchen abklappernd überzeugte mich vor allem Charlize Theron als böse Königin, der man sogar einen Grund (wenn auch nur gaaaaaaaanz oberflächlich) für ihr böses tun zuschrieb.
Hemsworth war noch im Thor-Modus und bewirbt sich damit für eine "Expandables"-Reboot in zwanzig Jahren, wenn unsere Recken wirklich zu alt für den Scheiss sind!
Stewart war am überzeugendsten, als sie die vergiftete Prinzessin gab und die Zwerge waren zwar namhaft besetzt, verfügten aber über insgesamt zu wenig screentime, um irgendwie eine echte, wichtige Rolle zu spielen.
Trotzdem, manchmal dürstet es einfach nach simpler, großbudgetierter Blockbusterunterhaltung, und im Rahmen dessen macht das Werk, auf dessen Zweitsichtung ich trotzdem erstmal verzichte, durchaus Laune!
