
Boss Level
Frank Grillo's Physis und Körperfettanteil mit 55 sind zwar beeindruckender wie die "Murmeltier" - Prämisse, Watts und Gibson (von Michelle Yeaoh gar nicht zu reden!) haben "Emmett - Furla" - typisch nur 2-3 Drehtage an 2 Sets (zeigen aber das man mit professionellem Auftreten da noch eine ganze Menge rausholen kann!) und trotzdem ist es ein waschechter Joe Carnahan, mit allen Stärken und Schwächen, die der Mann seit "Smokin Aces" so kredenzt. Seinen Indiehabitus will er offenbar nicht so recht ablegen. So spassig die eingestreuten, netten Actionszenen auch sind, am meisten haben mich die wenigen Vater-Sohn-Szenen erreicht, mit welchen ich so irgendwie gar nicht gerechnete habe und die aufzeigen, das Grillo abseits seines Diva-Verhaltens an den Sets (Frag nach bei Joe Lynch!) vor der Kamera zu mehr befähigt ist....

Reprisal
... was aber auch gerne mal unterlässt und deutlich fehlbesetzt im nächsten Bruce Willis-Paychecker den Bankangestellten gibt. Ein im negativen Sinne im Stile eines langweiligen TV-Films der 90er abgenudeltes Nichts. Nuff said!

Sörensen hat Angst
so, auch mal TV-Krimi-Luft geschnuppert, was aber eher an dem Umstand, das es sich um Bjarne Mädel's Regiedebüt handelt geschuldet ist.
Ein wenig "Fargo" in Friesland, ein wenig Dänen-Krimi-Flair, ein wenig Lokalkolorit, ein schweres Thema als Aufhänger aber gelungene Stimmung und Atmosphäre ließen keine Langeweile aufkommen. Die titelgebenden Angststörungen der Hauptfigur sind insgesamt nur schmückendes Beiwerk, aber dafür optisch wie akkustisch mit geringen Mitteln ansprechend dargereicht. Ich würde weitere Filme schauen.

Der Joker
Peter Patcak hatte wohl große Lust darauf in Hamburg einen "Michael Mann-Film" zu drehen und leistet vor allem optisch eine erstaunlich gute Arbeit ab. Für internationales Flair sorgen Darsteller wie Elliot Gould und Michael York, die Hauptattraktion ist allerdings das vollkommen entrückte Schauspiel von Peter Maffay, der bar jeglicher treffender Mimik und Semantik trotzdem immer punktgenau die Stimmung der Szenen untermalt. Selten war die Abwesenheit von Talent so gewinnbringend eingesetzt. Inhaltlich offenbart man mit mit der "Cop im Rollstuhl jagt Großkriminellen" deutliche Schwächen, und die (es soll ja nun mal ein Actionthriller sein!) Action ist schwach montiert, aber als Neon-Licht-durch-Jalousinen-Stimmungskiller eine kleine Entdeckung! Und Maffay kann keine Spaghetti kochen!

Tödlicher Hass aka Tony Azenta aka Big Guns
in Deutschland indizierter, derzeit auf Netflix vollständig zu findender italienischer Rachereisser mit Alain Delon. Nihilistisch, aber aber weniger stoisch tötet Delon die Verantwortlichen für den Mord an Frau und Kind, und ist dabei wenig zimperlich. Von der Klasse seiner französischen Klassiker zwar weit entfernt, aber noch nicht ganz so zynisch wie später Lenzi oder Castellari, dafür sehr hemdsärmelig und schmuddelig macht Delon einen auf "John Wick" und geht konzentriert gegen seine Widersacher vor. Keine Großtat des Genres, aber eine runde, harte Sache, den geschont wird hier niemand.





















