Irgendwie hab ich's trotz bester Vorsätze nicht ins Kino geschafft... und jetzt lockt der Heimkino-Release mit einer Extended Edition...
Schade.
Auf die extended Version bin ich ebenfalls mal gepannt. Ist zum Glück wohl auch so, dass beide Fassungen dabei sind.
Werde dennoch auf ne schicke Special Edition aus England warten - so wie bei den anderen 3 Eggers Filmen zuvor
Meine Top 9 der Filme 2024. Leider habe ich ein paar eigentlich freudig anvisierte Streifen bislang noch nicht sehen können - darunter "the Substance" und "Red Rooms" - aber meine Liste der gesehenen schaut jedenfalls wie folgt aus:
Würde man ihn mitzählen, wäre der 10. Film "Nosferatu".
Er wäre dann zusammen mit "Strange Darling" auf Platz 1 gelandet - allerdings habe ich ihn ja erst Anfang 2025 gesehen (entsprechend wäre/ist für ihn dann aber jetzt schon eine Platzierung unter meinen Top3 2025 im Prinzip sehr sicher).
Beste Serie 2024: "Ripley"
Beste Doku 2024: "Skywalkers: A Love Story"
Bester Kurzfilm 2024: "Kodar: The Primordial God of Light and Ether"
Cuckoo und Longlegs hatte ich ja eh schon auf dem Schirm, Saltburn werde ich dann mal nachholen müssen, immer noch nicht gesehen. Strange Darling pack ich mir auch mal auf die Liste. Nur bei Emilia Perez bin ich echt skeptisch...
Ist definitiv nichts für jeden, des Gesanges wegen - aber ein interessanter Mix, der seine erhaltenen Preise durchaus verdient.
"Saltburn" erfindet das Rad nicht neu - ist im Prinzip eine Variation der "Mr. Ripley"-Geschichte - aber der ist mir u.a. wegen seiner Atmosphäre gut in Erinnerung geblieben. Und "Strange Darling" wird auch nicht bei jedem so zünden wie bei mir - doch das, was die Macher bei dem inhaltlich und stilistisch hinbekommen wollten, haben sie einfach richtig gut geschafft. Mr. Ribisi könnte von mir aus ab sofort übrigens gern nun noch als Cinematographer arbeiten...
Chris Stuckman´s liebster Film war indes "Hundreds of Beavers". Den muss ich mir also auch mal anschauen, nachdem ich ihn auf´m FFF letztes Jahr links liegen gelassen hatte...
Hundreds of Beavers habe ich schon längere Zeit auf der Liste, wollte mir eigentlich immer die UK-BR importieren, kam aber noch nicht dazu. Da wundert es mich allerdings ein wenig, dass der so eingeschlagen ist, ich habe vor einiger Zeit "Lake Michigan Monster" gesehen, an dem die gleichen Leute beteiligt waren (Beavers-Drehbuchautor Ryland Brickson Cole Tews führt dort Regie und hat die Hauptrolle und Beavers-Regisseur Mike Cheslik spielt mit und hat die Story verfasst). Der war schon interessant, aber auch extrem speziell, und "Beavers" sieht im Trailer im Grunde genauso aus.
Ebenfalls völlig ohne Vorkenntnisse spontan ausgewählt: „Pattaya Heat“ (aka „All Men are Brothers“) – ein thailändischer Crime-Flick aus dem Jahr 2024, der mit einem schrägen Sinn für Humor (im Bereich der Figuren und Inhalte) aufwartet sowie eine aus mehreren Personen-bezogenen Plotsträngen verwobene Story erzählt, die sich hauptsächlich um den angestrebten Diebstahl einer Ladung Gold von einem örtlichen Unterwelt-Boss rankt…
U.a. bevölkern Gauner, Killer, korrupte Cops und „schwer durchschaubare“ Damen diesen ein Stück weit an Werke Guy Ritchies erinnernden Streifen, der vom „Ton“ her allerdings eigenwillig zwischen humorig-überdrehten und einzelnen tragisch-ernsten Elementen/Sequenzen schwankt sowie kaum etwas aus seiner eigentlich schicken Küsten-Location macht. Mit fast zwei Stunden Laufzeit zu lang geraten, wirkt sich das Fehlen von Spannung und sympathischen Figuren außerdem unvorteilhaft auf den Unterhaltungsgrad aus…
Mich hat regelrecht erstaunt, wie „eiskalt“ die einzige wahrhaft anständige Person im Film von anderen aus dessen Umfeld zugunsten des Erfolgs des betreffenden Plans „geopfert“ wird – ebenso wie was bittere Ende in Bezug auf eine andere Figur, die zuvor eine Menge durchzustehen und zu überwinden hatte. Gelangweilt habe ich mich indes nicht unbedingt – überzeugen konnte mich der gebotene (mitunter zu redselige) Mix aus Action, Gewalt, Planungen, Hintergehungen und verschiedenerlei „Kapriziositäten“ aber nicht wirklich…
„Chain of Death“ (2019) – hierzulande „the Chain – Du musst töten, um zu sterben“ betitelt – ist ein von dem Spanier David Martín Porras co-verfasster und in Szene gesetzter Mystery-Psycho-Thriller, der die Geschichte des Augenarztes Mike (John Patrick Amedori) erzählt, der zusammen mit seiner Frau (Madeline Zima) übergangsweise in sein Elternhaus einzieht, um seiner Mutter (Adrienne Barbeau) bei der Betreuung und Pflege ihres geistig und neurologisch schwer an einer Form von Demenz erkrankten Mannes (Ray Wise) zu helfen…
Abgesehen davon, dass er sich mit seinem alten Herrn vor Jahren zerstritten hatte, nimmt Mike bei sich selbst gerade erste solche Symptome wahr, von denen er niemandem außer seiner Ärztin (Jamie Clayton) berichtet. Über eine Gruppen-Austauschsrunde erlangt er daraufhin Kenntnis von Leuten, die aktive Sterbehilfe in Form eines Pakts anbieten: Wenn man jemanden dabei unterstützt, dann übernimmt die wiederum nächste Person in der Reihe das bei einem selbst. Als die Symptome bei ihm stärker werden, willigt Mike ein…
Von seinem Look und Feeling her ist der Film ein klassischer Low-Budget-Indie – was aber keineswegs negativ aufzufassen ist. Die ansprechende Besetzung macht ihre Sache ordentlich und der phasenweise gewählte Look und Stil erinnert mitunter an Meister wie Refn, Lynch oder Cronenberg – natürlich ohne je deren Qualität zu erreichen. Dennoch ist das surreale Präsentierte hier nicht frei von Reiz – denn schon bald kann sich Mike nicht mehr auf seinen eigenen Verstand verlassen; was durchaus anständig umgesetzt wurde bzw. vermittelt wird…
Die Vermischung von Realität und „Hirngespinsten“ verunsichert nicht bloß Mike, sondern auch den Zuschauer. Nachdem er einem Ex-Model bei ihrem Freitod „zur Hand geht“, fangen ihn die Cops zu befragen an – da ihn eine Überwachungs-Kamera beim Verlassen ihres Hotels gefilmt hatte – worüber hinaus seine Ärztin bei ihm eine neue experimentelle Medikation anzuwenden beginnt, deren Ergebnisse zuversichtlich stimmen – zugleich nun aber ja jemand hinter ihm her ist, der „es“ wohl wie ein Unfall aussehen zu lassen gedenkt…
Das Hauptproblem von „Chain of Death“ ist es, dass sich diese Kombination aus einem sich mit Themen wie Sterbehilfe und Demenz durchaus annehmbar auseinandersetzenden Drama und einem surrealen (nicht wirklich unkonventionellen) Paranoia-/Mystery-/Psycho-Thriller relativ langsam voranbewegt, ohne dabei ein vernünftiges Maß an Spannung aufzubauen. Gern hätte man die knapp 100-minütige Laufzeit um rund zehn Minuten straffen und/oder den Charakteren, dem Inszenierungsstil und/oder der Story mehr Reiz verleihen können…
Leider markierte das 2022er gritty Crime-Thriller-Drama „1992“ von Ariel Vromen (u.a. „the Iceman“ und „Criminal“) den letzten Film Ray Liottas. Sich am 29. April des Titel-gebenden Jahres in L.A. entfaltend – an eben jenem Tag, an dem eine weiße Jury die angeklagten weißen Polizisten freisprach, welche zuvor den Afroamerikaner Rodney King misshandelt hatten; was sogleich zum Ausbruch schwerer Ausschreitungen führte – wird die Geschichte eines aus dem Gefängnis entlassenen Herrn (Tyrese Gibson) erzählt, der aus Sorge angesichts der Zustände zusammen mit seinem Sohn (Christopher Ammanuel) die Nacht in einem großen Katalysatoren-herstellenden Betrieb verbringt, in dem er arbeitet und in dessen Safe ein Vermögen an Platinum lagert. Das Chaos in der Stadt ausnutzen wollen, entschließen sich einige Kriminelle (darunter Scott Eastwood sowie Liotta als sein dominanter Vater) kurzerhand dazu, just dann dort einzubrechen und das wertvolle Edelmetall zu stehlen…
„1992“ hatte nicht das Budget z.B. von Kathryn Bigelow´s „Detroit“ – und so musste Vromen auf Archivmaterial und begrenzte Nachstellungen der Rassen-Unruhen zurückgreifen, um die betreffenden Ereignisse zu veranschaulichen. Da sich ein Hauptteil des Geschehens allerdings auf einem Industriegelände abspielt, kann man durchaus damit leben. Vor dem brisanten sozialen Hintergrund werden die typischen „Heist-Genre-Elemente“ mit Vater-Sohn-Dynamiken (auf beiden Seiten) verknüpft – wobei es zur direkten Konfrontation zwischen den Partien erst ungefähr zur Halbzeitmarke des Verlaufs kommt. Gibson hat ein paar gute Momente abbekommen, Eastwood ist so „blass“ wie eh und je und Liotta überzeugt durch seine gewohnt markige, einschüchternde Screen-Presence. Mit knapp über 90 Minuten nicht zu lang geraten, kommt das Ganze insgesamt allerdings doch recht „simpel“ gestrickt daher – was gerade zum Ende hin einfach schade ist. Solide unterhalten wird man aber dennoch…
Als ich vor ein paar Monaten in Oslo in dem legendären Plattenladen „Neseblod Records“ war, ist mir stracks wieder eingefallen, dass ich „Lords of Chaos“ (2018) bis dato noch immer gesehen hatte. Das habe ich nun nachgeholt. Nicht bloß auf wahren Begebenheiten und Lügen (wie es direkt zu Beginn heißt) basierend, sondern auch auf einem gleichnamigen Sachbuch von Michael Moynihan und Didrik Søderlind, hat Regisseur und Videoclip-Virtuose Jonas Åkerlund (u.a. „Spun“ und „Polar“) einen Spielfilm über den Beginn der „Black Metal“-Musik/Szene/Subkultur in Norwegen gedreht – wobei das Werk Mitgliedern der Band „Mayham“ entlang dieses Weges folgt, welcher von einem speziellen Lebensgefühl und Rebellion gegenüber der kirchlich geprägten Gesellschaft über Satanismus und anderen Ideologien bis hin zu Brandstiftung und Mord führt(e). Die 2008er Doku „Until the Light takes us“ hatte sich ebenfalls bereits mit genau dieser Materie beschäftigt…
Das Ergebnis ist eine düstere Kombination aus „True Crime Kost“, Biopic, Drama und Horror – angereichert mit einem schwarzen (satirischen, ironischen) Humor, der irgendwie ganz gut zu den „Jungs“, ihrer Schminke und dem Gegröle passt (die Musikrichtung ist definitiv nicht meine – der Score von Sigur Rós dafür aber schon). Der Film ist also nicht nur „krass und ernst“ – und Åkerlund weiß, was er hier präsentiert (u.a. war er Schlagzeuger bei „Bathory“). Über „Death Metal“ erfährt man an sich zwar nicht wirklich viel – allerdings überzeugt die Zeichnung der Figuren (samt ihrer Motive, Paranoia etc.), die Bebilderung des Ganzen, die bedrückende „Authentizität“, welche verschiedene Sequenzen heraufbeschwören, und agieren die Darsteller – darunter Rory Culkin, Emory Cohen, Jack Kilmer, Sky Ferreira, Valter Skarsgård (jip, noch einer aus der berühmten Familie) sowie sogar Wilson Gonzalez Ochsenknecht – durch die Bank weg prima…
War da mit der Einstellung auf einen lockereren Film herangegangen, in hat mich dann doch mit dem sehr Ernst /Satirischen Ton überrascht. Das ganze dann auch noch auf Wahren Begebenheiten (und Lügen) basieren zu lassen trug das seinige dazu bei. Der Film Zeigt gut und hoffentlich im übertriebenen Satirischen Ton wie sich eine Gruppendynamik mit plakativen Beweggründen aufwiegeln und extremisieren kann.
Erinnert mich jetzt geraden an den herrlichen "The Art of Self-Defense"
In Gestalt von „Blink Twice“ lieferte Zoë Kravitz 2024 ihr Regiedebüt ab – bei welchem sie sich einer nicht unbrisanten Kombination aus Satire und Horror-Thriller annahm, die unverkennbar an das abscheuliche reale Treiben eines gewissen Herrn (J.E.) und seiner „Assistentin“ (G.M.) erinnert, von denen ersterer ebenfalls eine Insel besaß (der ursprüngliche Titel dieses Werks lautete „Pussy Island“)…
Das Ergebnis ist ein trotz der Materie ansprechend unterhaltsames, optisch schick anzusehendes Werk, das sich zwar durchweg gradlinig entfaltet, im Zuge dessen aber nach und nach immer mehr Facetten/Abgründe freilegt und in einem zufrieden stellend kathartischen Schlussakt einmündet (wobei man auf den Epilog allerdings hätte verzichten können, meiner Meinung nach)…
Verlassen konnte sich Kravitz dabei auf ihre kompetente Cast&Crew – die versammelte Besetzung (darunter Naomi Ackie, Channing Tatum, Alia Shawkat, Simon Rex, Christian Slater, Haley Joel Osment, Kyle Maclachlan und Geena Davis) war durchweg gut aufgelegt bei der Sache. Mein persönliches Highlight; nach „Hit Man“ gleich mal wieder: Adria Arjona als Survival-Reality-TV-Star…
Kurzum: Mit „Blink Twice“ beweist Zoë Kravitz ebenfalls eine Menge Talent hinter der Kamera. Der von ihr und E.T. Feigenbaum verfasste Streifen ist zwar keineswegs perfekt – nichtsdestotrotz jedoch interessant, mit reizvollem Subtext aufwartend, nie dröge sowie alles in allem durchaus einen Blick wert…
Es ist sehr schade, dass die Marketing-Kampagne (vor allem im Bereich des Posters und zweiten Trailers, vor welchem selbst der Hauptdarsteller „gewarnt“ hat) bereits eine zentrale Überraschung von Drew Hancock´s (überdies auch von ihm verfassten) 2024er Spielfilm-Regiedebüt „Companion“ gespoilert hat – doch zum Glück vermag dieser wunderbar unterhaltsame Genre-Mix aus Komödie, zynischer Satire und perfide-blutigem Thriller noch eine Menge mehr zu bieten – nicht nur was Twists und sonstige Preisgaben betrifft…
Mit cleveren Ideen und verschiedenen Gedanken-Anregungen u.a. zu Themenbereichen wie „toxische Beziehungen“ ebenso bestückt wie mit emotionalen, spannenden, brutalen und sympathisch witzigen Momenten/Passagen, entfaltet sich das Geschehen vom Pacing und der inhaltlichen Entwicklung her angenehm geschmeidig und profitiert dabei ungemein von dem gut aufgelegten Darsteller-Ensemble (darunter auch Lukas Gage und Rupert Friend); wobei spätestens jetzt jedem klar sein sollte, dass Jack Quaid und Sophie Thatcher stattliche „Star-Qualitäten“ besitzen…
Es gibt noch diverse andere Dinge, die lobend herausstellbar sind – doch möchte ich bei dem Streifen gar nicht weiter ins Details gehen. Man darf gespannt sein, was uns Hancock in Zukunft noch so bescheren wird. Ein Ansehen von „Companion“ kann ich derweil bedenkenlos empfehlen – und das mit so wenig Vorwissen wie möglich sowie idealerweise im O-Ton (nicht nur wegen einiger Sätze auf Deutsch). Und ja, sicherlich hätte man die Geschichte noch „abgründiger“ gestalten/ausloten können – doch dann wäre der Film gewiss nicht so der „Crowdpleaser“ geworden, wie er es in dieser Form auf jeden Fall ist…
In den Achtzigern angesiedelt sowie lose auf realen Ereignissen, Figuren und Gegebenheiten (wie z.B. gewisse Dinge rund um die „Turner Diaries“) basierend, handelt es sich bei „the Order“ (2024) um einen sehenswerten Thriller von Justin Kurzel (u.a. „the Snowtown Murders“ und „Macbeth“), der eine gerade in der heutigen Zeit wichtige Botschaft besitzt und diese in Gestalt eines klassischen (mitunter an das Schaffen Michael Manns erinnernden) Genre-Werks präsentiert…
In der Hauptrolle konnte mich Jude Law nach längerer Zeit mal wieder daran erinnern, dass er ja ein echt talentierter Schauspieler ist, ihm Gegenüber überzeugt Nicholas Hoult einmal mehr – dieses Mal als charismatischer, nicht unsympathischer rechter Fanatiker Schrägstrich „Domestic Terrorist“ – und in Nebenrollen liefern u.a. Tye Sheridan und Jurnee Smollett kompetenten Support ab. Es wäre allerdings schön gewesen, wenn einige der Figuren etwas origineller verfasst worden wären…
Nicht wenig ist relativ „stereotyper“ Beschaffenheit (bis hin zu dem absehbaren Schicksal einer bestimmten Person) und einige Punkte werden nicht gerade subtil rübergebracht (Stichwort: Hirschjagd) – doch beweist der Australier Kurzel ein prima „Gespür“ fürs betreffende Land und seine Bewohner, entfaltet sich das Ganze spannend und atmosphärisch, gibt es diverse tolle Landschaftsaufnahmen zu bewundern und sind die (jeweils kurzen) Action-Sequenzen durchaus packend geraten…
Dessen getragene Inszenierung hat mich leider, trotz guter Story, nicht erreicht. Musste zuletzt lachen, als irgendeine Zeitung meinte, der sei wie Heat. Der winkt dann doch eher aus der Ferne.
„Double Blind“ (2023) – hierzulande unter dem tollen Titel „Schlaf! Nicht! Ein!“ veröffentlicht – ist ein irischer Horror-Thriller, in dem einige junge Leute für etwas Geld an einem offiziellen Medikamenten-Versuch eines großen Pharma-Unternehmens teilnehmen. Leider bewirkt das zu testende Präparat, dass derjenige, der nach der Einnahme einschläft, im Zuge dessen stirbt. Während man sich dieser sie alle betreffenden Sachlage stetig konkreter bewusst wird, riegelt sich die Einrichtung zu allem Überfluss dank eines Sicherheitsverstoßes automatisch für 24 Stunden hermetisch ab und stirbt die einzige Ärztin, die mit ihnen drinnen vor Ort war. Panik erkeimt und man bemüht sich verzweifelt darum, die Müdigkeit zu bekämpfen – ohne jedoch Aufputschmittel nehmen zu können, da jene den Zustand nur noch verschlimmern würden – parallel zu der Suche nach der Möglichkeit einer Flucht und/oder Heilung…
Nicht nur dank seiner die 90-Minuten-Marke nicht überschreitenden Laufzeit handelt es sich bei dem Streifen um eine verhältnismäßig kurzweilige Angelegenheit: Es gibt keine lange Einführung und das aufgenommene Tempo lässt nie unvorteilhaft nach – was u.a. dabei hilft, darüber hinwegzusehen, dass die erzählte Geschichte weder sonderlich origineller noch reichhaltiger Natur ist (Charakterzeichnungen inklusive). Die Darsteller agieren indes ordentlich – allen voran Millie Brady und Abby Fitz; mit Pollyanna McIntosh in einer Nebenrolle mit von der Partie – es gibt durchaus spannende Momente zu verzeichnen und die fortscheitende Schlaflosigkeit führt schließlich auch zu Klaustrophobie, Paranoia und Halluzinationen; was man primär via Lichteffekte und Kamera-Perspektiven (ohne CGIs) anständig hinbekommen hat. Summa summarum: Solide Genre-Kost, die man sich durchaus mal ansehen kann…
Jane Schoenbrun´s 2021er Spielfilm-Debut „We're all going to the World's Fair“ mochte ich gern: Ein düster-atmosphärisches, von der Pandemie geprägtes Coming-of-Age-Horror-Drama über bestimmte Online-Gefahren, Einsamkeit, Teen Angst und Creepypastas. Entsprechend gespannt war ich darauf, was als nächstes kommen würde. Und nun war es endlich soweit: „I saw the TV Glow“ (2024) – u.a. mit Beteiligung von A24 entstanden und somit ein größeres Budget (10 Millionen Dollar) aufweisend; nichtsdestotrotz jedoch durch und durch einen wunderbaren „Indie-Vibe“ besitzend…
In den '90ern angesiedelt, erinnert einen der Streifen in Teilen (in mehrerlei Hinsicht) an „Buffy, the Vampire Slayer“ sowie ein wenig an „Twin Peaks“. Als jemand, der in jener Zeit aufwuchs, fühlte ich mich nostalgisch-wohlig in jene Dekade zurückversetzt, in der ich mich u.a. mit einer guten Freundin regelmäßig zum Filme- und Serienschauen traf. Und obgleich Fred Durst in einer Nebenrolle zu sehen ist, erklingt kein „Limp Bizkit“ auf dem (durchweg stimmungsvoll-tollen) Soundtrack. Amber Benson (Tara aus „Buffy“) hat übrigens ebenfalls einen Kurzauftritt…
Als Leads überzeugen Justice Smith („Dungeons & Dragons“) und Jack Haven aka Brigette Lundy-Paine („Bill & Ted face the Music“). Man kann sich gut in ihre Seelen- und Lebenslagen hineinversetzen – die zugehörigen Emotionen und Zweifel werden glaubwürdig vermittelt. Genau deswegen ist die Anfangshälfte, in denen sich ihre Freundschaft zueinander formt und festigt, die stärkere der beiden. Immer wieder dringt Hoffnung durch die deprimierende Traurigkeit und Düsternis hindurch – auch wenn man sich mal nicht traut, etwas „Gewagtes“* durchzuziehen…
In ansprechende Bilder (und Farben) gekleidet, verknüpft Schoenbrun eine Vielzahl an Ideen, Symbole, Elemente, Themen und Allegorien (u.a. aus dem LGBTQ-Bereich*) miteinander zu einem surrealen, kryptischen, atmosphärischen und durchaus gefühlvollen Werk in der Tradition des vorangegangenen – dieses Mal jedoch mit einer klaren „ins Fantastische hineinreichenden“ Komponente. Schoenbrun werde ich auf jeden Fall im Auge behalten – gerade wenn das nächste Projekt einen Titel wie „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ trägt…
Auf Nicholas Hogg´s 2015er Roman „Tokyo Nobody“ basierend, von Ridley Scott produziert sowie von seiner Tochter Jordan („Cracks“) mit fähigen, gern gesehenen Schauspielern wie Eric Bana, Sadie Sink und Sylvia Hoeks in Szene gesetzt, handelt es sich bei „A Sacrifice“ – fürs deutsche Publikum übrigens „Berlin Nobody“ betitelt – um einen in kühle Bilder gekleideten Sekten-Thriller, der angenehm vielversprechend beginnt – genau so, wie ich es mir von ihm erwartet Schrägstrich erhofft habe: Das Entdecken eines Massenselbstmords macht auf unheilschwangere Weise neugierig, die angespannte Vater-Tochter-Beziehung bietet ordentlichen „dramatischen Nährboden“ und vom „Feeling“ her wird die Bundeshauptstadt recht anständig getroffen – wozu auch dienlich passt, dass rund ein Drittel des Films im O-Ton auf Deutsch daherkommt…
Leider schleichen sich jedoch zunehmend Probleme im Bereich der Darbietung einer für die Story bedeutsamen Gruppierung ein – welche auf den ersten Blick aus „Möchtegern-Weltverbesserern“ und „nach-einem-tieferen-Sinn-im-Leben-Suchenden“ (samt diverser aus der Realität gewohnten Parolen, Ansichten und Floskeln) besteht; sich in Wahrheit aber gar als eine „abgründige“ Sekte entpuppt. Darunter leidet „das Rätselhafte“ – während einiges keinen wirklichen Sinn ergibt und Sophie Rois ihren Part als Anführerin schlichtweg nicht-ernstnehmbar-mau verkörpert. Interessante Aspekte der Story (wie Verlustängste, Isolation, Manipulierbarkeit oder die Machenschaften solcher Kults) werden unvorteilhaft vernachlässigt, ein „Twist“ vermittelt nicht den gewiss anvisierten Effekt auf Seiten des Zuschauers und der finale Akt war mir ein Stück weit zu „drüber“…
Kurzum: Trotz gelungener Momente und Eigenschaften (darunter eine kompetente Umsetzung und Darsteller-Riege) enttäuscht „A Sacrifice“ alles in allem primär aufgrund von evident verschenktem inhaltlichen Potential und zu wenig Suspense…
Bei dem 2019 veröffentlichten Sci-Fi-Horror-Thriller „Assimilate“ handelt es sich um eine gar nicht mal so üble B-Movie-Variante des klassischen „Body Snatchers“-Stoffes – weshalb man den Streifen fürs deutsche Publikum dann wohl auch flugs einfach mal hin zu „Life Snatcher“ umgetitelt hat. Bereits 2015 gedreht – und das von dem eigentlich „nicht viel Hoffnung“ heraufbeschwörenden Regisseur und Co-Autor John Murlowski („Amityville: A New Generation“, „Zombie Hamlet“, „Freeway Killer“ etc.) – stehen im Vorliegenden drei Jugendliche (darunter Andi Matichak, ihres Zeichens Alysson aus der letzten „Halloween“-Trilogie) im Mittelpunkt der erzählten Geschichte, welche in ihrer ländlichen Kleinstadt eines Tages zu bemerken beginnen, dass zunehmend mehr Leute um sie herum sich „anders“ (in erster Linie distanzierter und emotionsloser) verhalten…
Ungeniert wurden diverse Ideen aus „Vorbildern“ wie „Night of the Creeps“, „Night of the living Dead“ und „the Faculty“ (sowie natürlich aus den vier vorangegangenen (mehr oder minder direkten) Jack-Finney-Adaptionen) übernommen und zum Teil nur minimal variiert: So etwa gibt es den berühmten Schrei der Aliens ebenfalls – wohingegen der „Duplizierungs-Vorgang“ hier nun via Sporen und große Käfer in die Wege geleitet wird. Klar merkt man dem Werk sein schmales Budget an und ist so manches schon recht deutlich „cheesy B-Movie-haft“ geraten – doch wurde alles in allem anständig was aus den limitierten Mitteln/Ressourcen herausgeholt, gehen die Charaktere und Darsteller in Ordnung (in Nebenparts sind u.a. noch Cam Gigandet und Katherine McNamara mit von der Partie), weiß das straffe Tempo zu gefallen und sind einzelne Sequenzen (darunter eine in einer Scheune) tatsächlich achtbar atmosphärisch-creepy geraten…
Bei „Inside Man: Most Wanted“ (2019) handelt es sich um ein „Universal 1440“-DtV-Sequel des prominent besetzten 2006er Thrillers von Spike Lee. Unter der Regie M. J. Bassetts („Solomon Kane“) entstanden, geht es dieses Mal um eine Gruppe von Räubern, welche die US-Notenbank in New York überfallen sowie im Zuge dessen diverse Geiseln nehmen. Über letztere erfährt man allerdings kaum etwas – denn hier stehen die Täter (angeführt von Roxanne McKee und Urs Rechn) sowie die beiden hinzugezogenen FBI- und NYPD-Verhandlungsführer (Rhea Seehorn und Aml Ameen) im zentralen Fokus. Gedreht wurde übrigens in Südafrika – was so aber nicht erkennbar ist…
Tatsächlich bezieht sich diese Fortsetzung direkt auf den Vorgängerfilm – und zwar anhand einzelner Fotos, Familien-Verbindungen und konkreten Inhalten (erneut haben es die Diebe auf Nazi-Schätze abgesehen – statt Diamanten nun Goldbarren). Es wäre besser gewesen, das Ganze eigenständiger zu gestalten – denn so wirkt es teilweise leider merklich „ungelenk“. Unabhängig dessen ist der Streifen allerdings überraschend ordentlich geraten – handwerklich und darstellerisch sowie vom Tempo und den vorhandenen Twists her. Zudem klingt das im O-Ton gesprochene Deutsch erfreulich anständig und halten sich etwaige „negative Auffälligkeiten“ generell erfreulich in Grenzen…
Kurzum: „Inside Man: Most Wanted“ ist im Grunde eine gängige, kompetente Procedural-Serienfolge (á la „Criminal Minds“ oder „Flashpoint“) in Spielfilmlänge. Wer damit leben kann und keinen Kino-Thriller auf dem Niveau bspw. des ersten Teils erwartet, den könnte der Streifen durchaus solide unterhalten…
Den 2006er habe ich seit Release nicht mehr gesehen, und auf diesen hier habe ich irgendwie gar keine Lust, erst recht, weil du die direkten Züge bestätigst. Das hieße ja, dass ich am besten den ersten nochmal vorher auffrischen müsste... das wäre ja schon wieder ein massives Investment.
Ach ja... I Saw the TV Glow fand ich übrigens auch überraschend stark, nach all den eher negativen Kritiken...
Nee... den ersten muss man nicht zwngsläufig noch einmal gesehen haben... Leute wie wir bekommen das schon aus dem Zusammenhang heraus hin Hab den ersten Teil nämlich ebenfalls seit damals nicht mehr geschaut - und hier werden die "Verbindungen" eh noch einmal erklärt (im Sinne von: der gefesselte Typ mit dem Sack über dem Kopf soll Clive Owen sein ). Wie geschrieben: Wer Procedural-Serien mag, bekommt hier quasi eine solide in Spielfilmlänge. Kein Must-See - aber brauchbar für diese Art von Produktion. Der erste Film ist auf jeden Fall hochwertiger.
Jip, "I Saw the TV Glow" mochte ich... genauso wie "We're all going to the World's Fair" zuvor. Und tatsächlich dreht Schoenbrun in Kürze "Teenage Sex and Death at Camp Miasma" - und das mit Gillian Anderson. Bin gespannt.
Bei „Until Dawn“ (2024) handelt es sich um die Verfilmung eines 2015er Playstation-Videospiels. Herausgekommen ist dabei ein recht plumper, nichtsdestotrotz solide unterhaltsamer Horror-Streifen mit einem „Zeitschleifen-Gimmick“ im Zentrum – aus dem an sich aber auch nicht gerade viel herausgeholt wurde. Stattdessen haben die Macher eine Menge bekannte inhaltliche und stilistische Genre-Elemente zusammengewürfelt: Eine klassische „Kitchen Sink“-Herangehensweise – oder halt so, als würde man sich spontan aus allerlei Resten aus dem Kühlschrank selbst eine Pizza zubereiten (sprich: im Ganzen nicht unlecker, jedoch unbeseelt sowie mit besseren und schlechteren Stellen aufwartend)…
Das Drehbuch von Blair Butler und Gary Dauberman liefert einem absehbare Entwicklungen, lahme Dialoge und stereotype Charaktere, die allesamt keine genügende Ausgestaltung erfuhren (bestes Beispiel: ein Mädel mit gewissen „seherischen Fähigkeiten“, welche aber kaum wirklich bedeutsam in den Verlauf mit eingebunden wurden). Die Darsteller gehen in Ordnung – haben dank des ihnen vorgegebenen Materials aber keinerlei Chance, irgendwie markant rüberzukommen. Von den Figuren und der Story her ist eine Menge verschenktes Potential erkennbar – alles ist weitestgehend oberflächlich-schlichter Beschaffenheit…
Lobenswert: Regisseur David F. Sandberg (u.a. „Lights Out“ und „Annabelle: Creation“) hat stark auf practical Effekts (von guter Qualität) gesetzt und die Production Designer haben feine Arbeit abgeliefert – gerade für ein Werk mit einem Budget von $15 Millionen. Schade indes, dass die Optik, in welche das alles gekleidet wurde, eher „beliebig“ anmutet sowie sich die Faktoren Spannung und Atmosphäre jeweils in Grenzen halten. Einige Härten und coole Images/Momente/Sequenzen sind zu verzeichnen – doch alles in allem ist „Until Dawn“ leider nicht mehr als eine banal-unterhaltsame Videospiel-Verfilmung bzw. ein „Geisterbahn-Streifen“ á la „13 Ghosts“ und Co.; was generell aber durchaus okay so ist…
Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Robert Harris, hat Regisseur Edward Berger mit „Conclave“ (2024) einen hochwertig in Szene gesetzten, ansprechend unterhaltsamen dramatischen Thriller geschaffen. Die Wahl eines neuen Papsts wird einem nicht als „trockene kirchliche Prozedur“ präsentiert – sondern u.a. als einen von Machthunger und abweichenden klerikalen Ideologien geprägte Angelegenheit; Intrigen, Skandale und ein wenig Humor inklusive. Alte Männer taktieren und entscheiden, während Nonnen meist schweigend die „Hausarbeit“ verrichten – dabei aber auch vieles mitbekommen. Und wie wir ja alle wissen, ist Wissen nicht selten Macht…
In die „Tiefe“ der Materie stößt der Film zwar nicht allzu weit vor – bspw. im Bereich der Verfehlungen der Kirche an sich sowie der „Rückbesinnung vs. Fortschritt“-Debatte – doch weiß er einen prima zu entertainen – etwa durch den Reiz der Verstrickungen, verschiedene spannend arrangierte Passagen, die tollen Locations (obgleich es meist keine Originalschauplätze sind), die präzise Bildersprache (Editing, Perspektiven und schöne Kompositionen) sowie die toll agierenden Darsteller: Ralph Fiennes hätte den entsprechenden „Goldjungen“ definitiv verdient. Dazu noch ein klasse Score, die finale „Provokation“ sowie (trotz der Materie und des ruhigen Tempos) keinerlei Hauch von Langeweile…