
Großartiger Italo-Western mit gestandenen Genre-Recken (Milian/Berger/Volontè), der beinahe epische Ausmaße annimmt und hinlänglich ausgetrampelte Genre-Pfade oftmals zu Gunsten gar reflektierender Passagen verlässt und dennoch nicht komplett seine harten Wurzeln vergisst. Ein Muss für den Genre-Fan und sicherlich in der weiteren Auswahl für Gelegenheitsgucker! Der lapidare Grundsatz "guck erstmal alles von Sergio Leone, Sergio Sollima, Sergio Corbucci und Enzo G. Castellari, da biste auf der sicheren Seite" stimmt im Subgenre des Italo-Western eben wirklich. Dieser Beitrag von zweitgenannten Sergio festigt dies.
Requiem

Drama um eine junge Frau, die aus einem verstockten erzkonservativen Elternhaus kommt und deren Epillepsie-Erkrankung scheinbar nie richtig behandelt werden konnte, was letztlich dazu führte, dass ihre Mutter ihr den Nimbus "Pflegefall" einimpfte, wovon sie sich nur schwer lösen kann. Die straffe kirchliche (wenn ich das so sagen darf: verkorkste) Erziehung und ihr daraus resultierender tiefer Glaube impfen ihr Gedanken an Dämonen und Prüfungen Gottes ein, statt ihre Krankheit als solche hinzunehmen, was zu einem schlimmen Ende führt...
Anstatt aus dem gegebenen Stoff ein übernatürlich-gräuslichen Reißer zu machen, entschieden sich die deutschen Macher um Regisseur Hans-Christian Schmid ("Crazy", "23") für die wesentlich realistischer wirkendere Gangart und schufen ein handfestes Drama, das oftmals zum Kopfschütteln anregt - und zwar nicht über den sehr guten Film, sondern über die Zustände in dem kleinen Dorf und mehr noch: Über die junge Frau selbst, denn sie schießt irdische Erklärungen irgendwann in den Wind und so schlägt sie die Hilfe des bodenständigen Vaters (sehr gut: Burghart Klaußner), Ärzten und des anfangs verblüffend realitäsnahen alten Pfarrer aus und da sie schließlich selbst fest daran glaubt, befürwortet sie die Austreibung und wird somit Opfer ihrer selbst wird. (oder: Opfer ihrer Krankheit in Verbindung mit einem verzerrten Weltbild...)














