
Band:
Rob Halford - Vocals
Glenn Tioton - Guitars
K.K. Downing- Guitars
Scott Travis - Drums
Ian Hill - Bass
Technische Daten:
Vertrieb: CBS
Tracks: 10 + 2 Bonus
Booklet: 12 Seiten (Original Version)
Trackliste:
1. Painkiller
2. Hell Patrol
3. All Guns Blazing
4. Leather Rebel
5. Metal Meltdown
6. Nightcrawler
7. Between The Hammer And The Anvil
8. A Touch Of Evil
9. Battlehymn (Instrumental)
10. One Shot At Glory
11. Living Bad Dreams (Bonus)
12. Leather Rebel (Live) (Bonus)
Kritik:
Judas Priest haben nach ihrer Gründung 1969 mit zur Entstehung des Heavy Metals beigetragen und ihn in den 70er entscheidend geprägt. In den 80ern gehörten sie mit Iron Maiden zur Speerspitze der "New Wave Of British Heavy Metal". Nach dem Klassiker "Defender Of The Faith" lieferte sie mit "Turbo" und "Ram It Down" Alben ab, die eher durchwachsen waren. Mit "Turbo versuchte man sich an chartträchtigen Hardrock a la Van Halen und "Ram It Down" war selbst für Priest doch ziemlich cheesig ausgefallen, aber musikalisch war die Richtung gar nicht so vergehrt. Allerdings hatte man Judas Priest teilweise schon abgeschrieben und meinte deren glorreichen Tage seinen vorbei. Doch weitgefehlt, denn 1990 erschufen sie sich mit "Painkiller" geradezu neu.
Schon beim Schlagzeug-Auftakt von Scott Travis wird klar, was einen erwartet: ein Brett aller erster Güte. Schnell, hart und melodiös. Halford schraubt auf dem Opener "Painkiller" sein Organ in ungeahnte Höhen aber auch die Gitarrenfraktion um Tipton und Downing gibt sich keine Blöße: Ein Hammersolo jagt das nächste. Auch mit den nächsten Songs geht es ohne Pause weiter. Sei es die geniale Melodie bei "Hell Patrol", den fetten, schnellen Riffs von "Leather Rebel" und "Metal Meltdown", hier stimmt einfach alles. Eines der Highlights ist sicherlich "Nightcrawler", obwohl es bei dieser CD schwer ist ein Highlight rauszupicken da die ganze CD ein solches ist, aber zurück zu Nightcrawler. Relativ ruhig und mit cleanen Gitarren wird der Song eingeleitet und eine recht düstere Atmosphäre herrscht vor. Der Song verwandelt sich schließlich in ein Brecher mit einem Hammer-Riff. Klasse.
Bei "Touch of Evil" zeigt Halford einmal mehr wieso er zu recht zu einem der besten Sänger im Heavy Metal gezählt wird und den Beinamen "Metal God" trägt. Ein mehr als genialer Song. Den Abschluss bildet "One Shot For Glory" welches zwar vom Aufbau weniger schnell und mehr Rifforientiert ist aber dennoch ein super Song. Man gebe sich nur mal die Lyrik:
"Let me hear the battle cry
Calling on the wind
Let me see the banners fly
Before the storm begins
Let me feel the spirits soar
Destroy the enemy
Striking at the evil core
For all the world to see
This day will last forever
Deep in the hearts of men
Courage and victory
Remember, remember
..."
Klar wird hierbei textlich ziemlich viele Klischees bedient, aber seine wir mal ehrlich das wollen wir doch alle oder?! Die CD rockt von vorne bis hinten, kein einziger Ausfall dabei, selten eine so geschlossen wirkendes Album gehabt wo die Songs alle miteinander so überzeugen. Es ist wirklich alles vertreten was das Headbanger-Herz begehrt: schnelle harte Songs, langsamere Groovehammer, Riffmonster etc. Die perfekte Mischung aus Härte, Geschwindigkeit und Melodie. Zu recht ein Klassiker.
Kommen wir nun zum Sound: Absolut einwandfrei produziert. Ok er könnte eventuell ein bisschen druckvoller sein, das war mein erster Eindruck beim aller ersten Hören, aber mittlerweile muss ich sagen besser und passender kann dieses Album eigentlich nicht klinge und der Sound überzeugt auch heute noch nach 16 Jahren. Allerdings kann ich nicht sagen wie die remasterte Version klingt, da ich nur die normale besitze. Die remasterte Version kommt mit 2 Bonus Tracks daher, die einwandfrei sind. "Living Bad Dreams" hat es aus welchen Gründen auch immer nicht auf die normale Veröffentlichung drauf geschafft.
Fazit: Viele Leute haben es damals Judas Priest nicht zugetraut ein solches Album abzuliefern das zurecht das wohl beste Album der Band darstellt. Nie war der Spruch "No Fillers- All Killers" treffender. Mit "Painkiller" haben Judas Priest den Powermetal der 90er entscheidend geprägt man höre sich z.b. nur mal Primal Fear an. Leider trennte man sich 1993 von Halford nach Streitigkeiten unter anderem wegen von Halford geplanter Soloprojekte, fand mit "Ripper" Owens aber einen würdigen Ersatz. Danach nahm man mit dem 2 Alben auf die recht modern ausfielen und worauf man gar nicht so sehr versuchte nach den klassichen Priest zu klingen. 2003 kam die Reunion mit Halford plus neue gemeinsame CD. Auf noch etliche weitere Jahre Heavy Metal vom feinsten. Zurecht einer der ganz großen Klassiker.
Noch ein kleiner Nachtrag zum Thema Härte: mir ist klar das z.b. Bands wie "Kataklysem" oder "Six Feet Under", nur mal einige aus dem Bereich des Death Metals zu nennen, schneller und härter sind, aber hierbei geht es um Powermetal und klassischen Heavy Metal.



