Filmtagebuch: Fäb

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Beitrag von Fäb » 07.01.2008, 20:12

Vince hat geschrieben:Freeze Frame ist überschätzt.
Hab mit erstaunen deine wertung gesehen und dein Review überflogen - imho tust du dem Film etwas Unrecht und siehst das ganze etwas zu verkopft.

Beim ständigen Vergleichen kommt "Freeze Frame" natürlich nicht mehr ganz so gut weg, aber nur weil geniale Leute wie Hitchcock und Nolan auf ihrem Gebiet jeweils schier zeitlose Meisterkönner waren/sind und dieser Film hier irgendwo dazwischen angesiedelt ist und bei seinem Versuch, einiges zu verbinden, nicht direkt alle genannten Meilensteine übertrumpft, ist er doch nicht bloß biedere Durchschnittskost. Imo ziemlich unfair.

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Beitrag von Vince » 07.01.2008, 20:16

So bin ich halt. Ein unfairer Drecksack. ;)

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Beitrag von Fäb » 07.01.2008, 20:34

:keule: :knallkopp:

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Beitrag von SFI » 07.01.2008, 20:40

Vince hat geschrieben:Freeze Frame ist überschätzt. Muss wohl mit dem Steelbook zusammenhängen. :lol:
*unterschreib* - Mensch hätte ich mich geärgert, wenn das SB 20 EUR gekostet hätte! :lol:
DAS UNMASKIERTE SYSTEM

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

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Beitrag von Fäb » 10.01.2008, 15:16

Bay of Blood aka Im Blutrausch des Satans

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1971 unter der prominenten Regie von Mario Bava entstanden, stellt dieses Frühwerk der Slasherwelle ein durchaus intelligentes Spiel mit damaligen Genre-Erwartungen dar und hat ein paar beinharte und nichtmal schlecht gemachte gore-Einlagen zu bieten. Trotz interessantem (und bisweilen etwas krudem) und gar nicht mal so dummen -wie es die lachhaften Darsteller vermuten lassen könnten- Auftakt und einer eigentlich kurzen Laufzeit hat der Film jedoch mit einigen Längen zu kämpfen, die es mir, müde wie ich war, gestern nicht immer leicht gemacht haben die Äuglein offen zu halten. Entschädigt wird der geneigte Genre-Freund jedoch mit einem Ende, das in dieser Form nicht nur urplötzlich sondern auch dermaßen selbstironisch daherkommt, dass es eine Freude ist... :lol:
:liquid6:

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Beitrag von Fäb » 15.01.2008, 17:46

Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben

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Endlich... endlich... ENDLICH habe ich diesen großartigen, wegweisenden, wichtigen, intelligenten, satirischen und trotzdem wahrhaftigen weil beängstigend nah an der damaligen grotesken Situation... nun... ENDLICH habe ich ihn konzentriert von Anfang bis Ende + Dokumentationen geschaut. Puh, meine güte war das ein Schandfleck, kannte bisher nur Szene mit dem Ritt auf der Bombe und die vage Vorstellung vom "warroom". Das ist jetzt vorbei. Ich bin erleichtert. :lol:
:liquid9: ,5


Eastern Promises

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Eindrucksvolles Drama vor dem Hintergrund der eingewanderten russischen Gesellschaft - und zwar vornehmlich der Mafia - in London. Insgesamt 4 brilliante Hauptdarsteller, von denen Armin Mueller-Stahl als skrupelloser aber vorgeblich so väterlich-sanftes Oberhaupt des Clans vielleich tnoch einen Tick heraussticht. Dabei dreht sich alles um das Baby und die Verwicklungen um es herum, wobei bewusst diese eine Episode erzählt wird, nachdem man recht plötzlich in die Szenerie eingewiesen wurde und am Ende wieder aussteigt, obwohl noch Fragen offen sind. Soll aber nicht den Eindruck erwecken, der Film wäre "unfertig" - im Gegenteil: Dies lag offensichtlich einfach nicht im Interesse Cronenbergs, der hier gewohnt superb und mit einer ungeueren Körperlichkeit inszeniert, dass es einen in der ein oder anderen Szene richtig packt. Der eigentlich gemäßigte pace wird hie und da durch einige wirklich brutale Momente durchbrochen, die eindrucksvoll die ambivalente Welt ins Gedächtnis ruft, in der sich die Protagonisten ja bewegen. Nicht Cronenbergs bester, aber ein in sich toller "kleinerer" Film mit Sogwirkung, mit dem Cronenberg zunächst mal auf ähnlichen Pfaden wie schon bei "A History of Violence" wandelt.
:liquid8:

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Beitrag von Fäb » 17.01.2008, 20:43

FC Venus

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ohja, ein Film an dem alle Deutschfilm-Hasser ihre "Freude" hätten :lol: nein wirklich, einfach durch und durch ein harmlos-belangloses Filmchen auf TV-Niveau, der absolut KEIN Kinostoff ist und leider wieder einmal unter Beweis stellt, dass Deutschland ein absolutes TV-Land ist. Zudem Wasser auf die Mühlen der Kritiker, wenngleich diesen Film hier scheinbar fast alle "knuddelig-amüsant" finden... das wiederum dürfte einzig und allein an den beiden Hauptdarstellern liegen. Ulmen und Tschirner sind nunmal Sympathie-Bolzen. Das allein rettet den Film vor einer totalen Bauchlandung. Ansonsten wärmt der Film Klischees auf, OBWOHL er so tut, als würde er sie vermeiden wollen. Nunja, aus den Augen aus dem Sinn; ein Film für die johlende Masse.
:liquid5:


I Am Legend

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Kommentar im "I Am Legend"-Fred.
:liquid6: ,5


Arizona Dream

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Emir Kosturica, der regiekünstlerische Anarcho-Knallkopp vom Balkan, findet hier den Ton bzw. das Bild irgendwo zwischen 'Wim Wenders meets Terry Gilliam'. Mit an Bord sind große Einzelkönner wie Johnny Depp, Vincent Gallo (brilliant als genialer, aber unverstandener angehender Schauspieler) und Faye Dunaway und ein scheinbar teilweise auf Droge geschriebenes oder nicht vorhandenes Drehbuch. Heraus kommt jedenfalls ein Film, der surrealistische Trip durch die irre Gefühlswelt seiner morbiden Außenseiter-Typen darstellt - oder sind etwa nur sie normal und alle anderen auf dieser Welt Außenseiter? Nun, zumindest dies wage ich mich, zu verneinen... Ein Film für Filmliebhaber, was - richtig bemerkt - impliziert, dass die ein oder andere Länge verkraftet und tolldreiste seltsame Auswüchse goutiert werden müssen, um Gefallen an der Sache zu finden. Bis zu einem bestimmten Grad ist mir dies gelungen. ;)
:liquid7:

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Beitrag von freeman » 17.01.2008, 21:46

Fäb hat geschrieben:FC Venus
Hähähä ... wegen der Nora aufgenommen und schon gestern beschlossen, dass ich den beim Sichten gut finden werde ... :lol: ;-)

In diesem Sinne:
freeman, Norafan durch und durch ...
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Beitrag von Fäb » 18.01.2008, 22:37

ja freimann, volles dito, aber mehr als die halbe punktzahl ging trotzdem beim besten willen nicht meinerseits. ;)


Rivalen unter roter Sonne

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Diese US/Franzmann-Produktion ist wahrlich ein ganz famoses interkulturelles Gemisch aus Spaghettiwestern-Anleihen und der bisweilen beliebten Methode Samurai-Kämpfer durch den mittleren Westen stapfen zu lassen. Hier gesellt sich zu den japanischen Botschaftern, die auf ihrem Weg mit dem Zug nach Washington in einen Überfall geraten, Charles Bronson als Einzel- und Draufgänger und jagd widerwillig zusammen mit einem Samurai (verkörpert vom berühmten Mifune - von wem auch sonst?!) seinem ehemaligen Gangsterkollegen hinterher. Bronson will sich an seinem Kumpel rächen und in besitz des von jenem erbeuteten Gold kommen und Mifune muss unbedingt das goldene Samurai-Schwert wieder erlangen, das als Geschenk für den US-Präsidenten gedacht ist. So rauft man sich - natürlich nicht ohne zu versuchen sich gegenseitig auszutricksen - mehr oder weniger zusammen und steuert nach einem illustren Mittelteil, der geprägt ist vom hin und her des ungleichen Zweckbündnisses, auf das dramatische Finale zu...
Insgesamt nicht nur solide, sondern äußerst ansprechend, toll gefilmt und mit einem ausgewogenen Maß an Witz und Ernst zum jeweils richtigen zeitpunkt, wobei die Gewalt keineswegs ausgeblendet wird und auch sonst nicht mit tieferen Einblicken gegeizt wird - das ehemalige (deutsche) Bond-Girl Ursula Andress als Geliebte von Alain Delons Figur, der des Halunken, sei hier nur am Rande erwähnt. Ansonsten bleibt zu sagen, dass trotz US-Macher der Western-Stil sehr europäisch, sprich wie in den besten italowestern hart und ruppig ist, man aber auch schon die tentakel der 1971 bereits populären klamaukwestern sich ausbreiten sieht - was aber zum glück nie die oberhand gewinnt. Die Verbindung dreckiger US-Pistolero und edler Japanischer Schwertkämpfer ist klasse gelungen und lässt keine Wünsche offen. Insgesamt vielleicht eher was für Genre-Fans, aber für die so richtig interessant. Für alle anderen ist der Film aber auch durchaus leicht goutierbar und gut zugänglich - muss sich ja nicht jeder ausschweifende Gedanken über den interkulturellen Aspekt des Phänomens "US-Western-Samurai-Film-Italo-Western-und wieder zurück" machen ;)

:liquid8:

Mir hat das ganze so gut gefallen, dass ich mir unbedingt sofort dieses schicke Plakat zulegen musste 8-) (auch wenn ich mit der Schriftanordnung des Titels nicht absolut hundertprozentig zufrieden bin, aber sei's drum)
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Beitrag von Fäb » 19.01.2008, 19:26

Verdammt zu leben - verdammt zu sterben

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Die kurze Zeit des Italowesterns war 1975 eigentlich schon wieder vorbei und der Klamauk regierte das Genre bevor es gänzlich verschwand. Lucio Fulci, legendär für seine Zombie-Schlachtplatten, kreierte hier mit "Four of the Apocalypse / Verdammt zu leben - verdammt zu sterben" noch einmal einen beinharten desillusionierenden Beitrag, der es streckenweise in sich hat, im Ganzen jedoch leider oftmals in sich ziemlich unpassend wirkt.

Vier Häftlinge büchsen aus dem Knast aus um anderswo von neu anzufangen. Dass unter den Vieren auch eine Frau ist und diese in derselben Zelle mit den drei Männern eingepfercht war, lässt man dem Film hier noch gerne durchgehen, immerhin ist sie im horizontalen Gewerbe tätig, was als Erklärung ausreichen sollte, wie man sich durchbeißen kann. Der Rest der Reisegruppe setzt sich aus einem Trunkenbold, einem Spieler und einem psychisch gestörten Schwarzen zusammen. Letzteres könnte Anlass zu Bedenken geben, sollte aber eigentlich nicht ausreichen, um den Machern hier eine wie auch immer geartete rassistische ankreiden zu können. Im Folgenden treffen die vier, die sich zwischendurch mit ihrem Karren hoffnungslos verirren, auf einen dubiosen Outlaw, wunderbar diabolisch verkörpert vom Genre-Star Tomas Milian. Und damit beginnt das zweischneidige Schwert des Films.

Einerseits werden sehr gefällig Horror-Aspekte mit dem Western-Genre verbunden wenn der psychopatische Chaco (Milian) die 4 gegeneinander auszuspielen versucht und vom Helfer zum Peiniger mutiert. Andererseits kann Fulci, so scheint es manchmal, in seinen brutalen Szenen nicht differenzieren zwischen "an dieser Stelle passend" und "selbstzweckhaft", wodurch beides vorhanden ist und sowohl sehr kompetente und auch passende (!) Schießereien und Folterszenarien als auch völlig egozentrisch-deplatzierte Ekelszenen zu sehen sind. Auch im dramatischen Aufbau des Films stimmt leider so einiges nicht. Da legen die Jungs und Mädels der Apokalypse ("L'Quattro dell'apocalisse") eine wahre Odyssee hinter sich, landen plötzlich in verschneiten Städten und ähnliches mehr - nur um dann am Ende doch wieder ins gängige Rache-Western-Muster zu verfallen. Das ist zwar völlig in ordnung so, lässt aber die Frage im Raum stehen, wozu weite Teile des Mittelteils gut sein sollen, die offensichtlich zwanghaft poetische Tiefe in ein Werk bringen sollen, dass dadurch insgesamt alles andere als homogen wirkt und seine guten Ansätze leider nicht richtig zu verknüpfen weiß. Somit lassen sie die sicher gut gemeinten Zwischenpassagen mit einigem Recht auch schlicht als unnötige Längen bezeichnen.

Auch die Musik schwankt dementsprechend von bedrohlich bis 'spaghettimäßig', aber rutscht auch immer wieder in ein ziemlich nerviges Grundthema ab, wenn 2 Minuten lang am Stück der Karren mit den Jungs und dem Mädel durch die Landschaft zockelt. Also: Insgesamt deutlich mehr Potential als hundert andere Genre-Vertreter, aber genauso viel vergebene Chancen, was gerade dann ja besonders schade ist.
:liquid5: ,5
(ca. eine 7 wäre locker drin gewesen, aber die Mängelliste war dann doch zu groß, so bleibt nur knapp der Platz über dem ganzen Totalmittelmaß und Genre-Abschaum)

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Beitrag von Fäb » 20.01.2008, 16:27

Snakes on a Plane

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Na-ja. Ganz netter Unterhaltungsfirlefanz mit ein paar lustigen Szenen und Sprüchen und so richtig schön doof und Spaß dabei.
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Freaks

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Tod Browning trommelte einen ganzen Haufen behinderter Menschen zusammen und schuf ein Manifest für Toleranz und Menschlichkeit sondersgleichen! Und das alles im jahre 1932, zu einer Zeit in der dies ein Tabuthema war bzw. Behinderte als Jahrmarktsattraktionen verspottet werden. Natürlich ist der Film vom Aufbau her sehr holzschnitzartig, aber angesichts des eindringlichen Themas und des furiosen Ende (das ursprünglich gar nocht drastischer angelegt war), hat sich der Film auf ewig einen Platz unter den wichtigen gesellschaftskritischen Werken gesichert. Jedoch halte ich es für etwas verfehlt, ihn unter dem Etikett "Horror" oder "Grusel" laufen oder vermarkten zu lassen, schlichtweg Drama trifft es da schon eher. Ein bemerkenswerter Film!
:liquid9:

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Beitrag von Fäb » 21.01.2008, 21:02

Plan 9 from Outer Space

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Endlich mal einen der sagenumwobenen Ed Wood-Filme höchstselbst gesehen, es musste natürlich direkt das "Sahnestück" des schlechtesten Kult-Regisseurs aller Zeiten sein, denn es wird wohl auch auf absehbare Zeit mein letzter Film von ihm sein. Jenen Plan 9 musste ich einfach in meiner sammlung haben, aber mich der kompletten Ed Wood-DVD-Box verweigert zu haben, sehe ich im nachhinein erleichtert als richtige Entscheidung.

So ambitioniert und ehrlich engagiert er auch sein mag, so langweilig gestaltet sich die trash-Kanone natürlich auch und wird allen Vorurteilen gerecht ;) tja, in gängigen Punkteschemata kann sowas nur schwer eingeordnet werden, aber die Tiefstnote kann und will ich hier beileibe nicht ziehen aus Respekt und Sympathie für einen offensichtlich naiven Filmverrückten mit Kultstatus ;)
:liquid2:

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Beitrag von Vince » 21.01.2008, 23:01

Du solltest es aber trotzdem nach Möglichkeit auch noch mal mit "Glen or Glenda" versuchen, der hat imo den größten Unterhaltungswert.

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Beitrag von Fäb » 22.01.2008, 16:52

ja, nach Möglichkeit... aber weiteres Geld geb ich für das Kapitel Ed Wood sicher nicht aus ;) (Plan 9 war was anderes, DEN muss man ja irgendwie haben :lol: )

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Beitrag von Fäb » 23.01.2008, 15:13

Der Wald vor lauter Bäumen

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Obwohl in seiner optischen Realitätstreue nichts für Kinoästheten, stellt dieser kleine Film ein absolutes Kleinod deutscher Filme jüngeren Datums dar, in denen Filmemacher immer öfter realitätsnahe Geschichten erzählen, mal mehr mal weniger gesellschaftskritisch. Hier steht die junge Frau Melanie im Mittelpunkt. Sie zieht in eine neue Stadt und tritt ihre erste Stelle als Lehrerin an. Wenn es jemals das Wort "Fremdschämen" gegeben haben sollte, so trifft dieser Film den Nagel auf den Kopf. Melanie ist nett, vielleicht zu nett für diese Welt. Sie hat ihre Klasse nicht im Griff, versagt in ihrer Naivität im lässig-lockeren Umgang mit ihren Mitmenschen und tritt in jedes sich bietendes Fettnäpfchen, oft tragischerweise erst nachdem sie sich selbst den Druck auferlegt den andere gar nicht von ihr erwarten. Sie ist unfähig aus ihrer starren braven Spießigkeit zu entfliehen und frisst alles in sich hinein. Der neugewonnenen Freundin in der neuen Stadt fällt sie so sehr auf die Nerven (und merkt dies viel zu spät), dass sie bald wieder allein darsteht, ständig erfindet sie anderen gegenüber Geschichten um nach außen hin zu tun, als ob sie ständig etwas zu tun hätte und überspielt damit ihre Einsamkeit. Das kann nicht ewig gutgehen und kulminiert schließlich in einem Ende, in dem sie sich (endlich) den Kontrollverlust eingesteht und auf drastische Weise einen Befreiungsschlag provoziert...
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Beitrag von Fäb » 24.01.2008, 15:41

Feed

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Einerseits ein Film der unter die Haut geht (in einer Szene im wahrsten Sinne des Wortes...), andererseits mit Schauwerten um sich schmeißend nach dem Motto "seht her wie kontrovers" ich bin. Daraus ergibt sich eine mitunter interessante Mischung aus Thriller und Gesellschaftsgroteske über krude Auswüchse extremer Formen der Liebe, teilweise aber auch mit schlicht plakativ berechnend ekelhaften Szenen. Das Ergebnis ist aber wirklich respektabel. Zudem visuell sehr ansprechend gestaltet und montiert. Ein starker Magen oder etwas gesunde Abhärtung für derlei Szenen ist übrigens Voraussetzung - zum Glück bin ich was das angeht im Prinzip immun, solange es kein snuff o.ä. ist.
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Beitrag von Fäb » 25.01.2008, 12:42

Mord im Pfarrhaus

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nett.

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Beitrag von Fäb » 26.01.2008, 18:27

The Statement

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Gut besetztes, aber lähmend schleppend erzähltes Thrillerdrama um ein eigentlich geschichtlich brisantes Thema. Ein unter dem Naziregime dem Feind bei Razzien und Judenerschießung behilflicher Franzoser befindet sich, über ein halbes Jahrhundert nach den Ereignissen, noch immer auf der ständigen Flucht - sowohl vor staatlicher Justiz als auch jüdischer Rachekommandos. Dabei behilflich sind ihm ausgerechnet dubiose Kreise aus der Kirche, doch die Schlinge zieht sich immer weiter zu...
Michael Caine in seiner zwiespältigen Rolle zwischen Schuld und Sühne bzw. Uneinsichtigkeit, tut was er kann, aber gegen die ständigen sinnlosen Längen des Films kommt weder er, noch der restliche Cast an. Dazu kommt das ganze einfach viel zu bieder und ideenlos daher. Schade, denn eigentlich gibt so ein Stoff durchaus mehr her.
:liquid5:

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Beitrag von Fäb » 29.01.2008, 15:20

Wer früher stirbt, ist länger tot

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Ich war ja skeptisch. Eine Art schwarze Komödie im Gewand eines Heimatfilms? Und dann aus Bayern?? Mit dem dortigen linguistischem Unfall, der sich Dialekt schimpft???

Insgesamt ist "Wer früher stirbt, ist länger tot" dann zwar keine Jahrhundertoffenbahrung geworden, als die sie von so manchem Kritiker so manches Feuilletons beinahe hingestellt wurde, aber trotzdem ein wirklich Szene für Szene auf den Punkt inszenierte (wenn auch stets vorhersehbare) herzhafte Komödie um das Leben und vor allem den Tod, der ja zu ersterem nunmal dazugehört, wie der Stammtisch-"Onkel" zu berichten weiß. Dass der ganze Film eine Spur zu kindlich ausfällt verzeiht man gerne, denn an konterkarierenden ungeschönten (für sterile Städter fast schon grotesk anmutenden) Szenen aus dem Alltag eines Bauern- und Schlachterbetriebs mangelt es nicht und der gesamte Cast hatte seine sichtliche Freude am illustren Treiben zwischen den Generationen und für die Aufklärung... achja, passablen Musikgeschmack hat man auch bewiesen!

:liquid8: (vielleicht eine Spur zu hoch gegriffen, aber passt scho'... )


The Host

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SPOILER !


Heissa, war das ein Spaß! Ein Monsterfilm, der ein packendes Familiendrama integriert, kleinere CGI-Schwächen spielend überwinden kann und dabei zeitweise die Logik dankenswerter Weise nicht weiter beachtet, denn das tut dem Ganzen keinen Abbruch! Jedoch ist dies nur auf alle Bereiche des Monsters usw. gemünzt. Damit meine ich nicht die fehlende Logik bspw. am Ende: Wo ist denn das Militär abgeblieben? Da muss die halbtote Familie gemeinsam mit einem Penner allein gegen das Viech antreten und alles was die Staatsgewalt tut, ist ein bisschen Gas zu versprühen, das ja so richtig auch nicht zu wirken scheint. Das ist dramaturgisch sicher im Sinne des Films, aber ich fühlte mich eher wie auf einer isolierten Nintendo-Ebene, bei der man im Multiplayermodus den Endgegner bezwingt. Nun denn, für den gaaanz großen Wurf reicht es nicht, dafür ist der Film einfach ein bisschen zu wirr, aber er macht großen Spaß, hat ein paar herzerreißende Szene an Bord (die aber manchmal etwas deplaziert wirken und zudem etwas am üblichen asiatischen overacting kranken) und ist irgendwie wie ein riesiger Gemischtwarenladen: Viel leckeres dabei, aber hin und wieder mal ein ekliger Lakritz mit dem man nix anzufangen weiß :lol: naja vielleicht ist für eine solche krude Mischung mein Blick auch noch ein stückweit zu "westlich". Allerdings hätte man das ganze etwas straffen dürfen, die Zwischenpassage mit dem Vater im Krankenhaus usw. und den verstreuten Familienmitgliedern produziert dann doch die ein oder andere unnötige Länge - gerade nach einem solch furiosen Auftakt. Und nur wegen der Systemkritik à la "sehr her, es gab gar keinen virus aber die Regierung wirft der Familie trotzdem weiter steine in den weg, geschweige denn dass sie helfen würde und fährt weiterhin eine Desinformationspolitik statt massiv Aufklärung zu betreiben - nun, das ist zwar gut gemeint, aber für das Tempo des Films eher unzuträglich. Unter'm Strich aber durchaus das "Prädikat: irgendwie geil". :lol:
:liquid7: ,5

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Beitrag von daemonicus » 29.01.2008, 16:37

Ich seh The Host genauso. Aber ich bin ja auch westlich. :lol:

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Beitrag von Ed Hunter » 29.01.2008, 17:33

Ich seh "Wer früher stirbt, ist länger tot" genauso. :wink: Allerdings nur den zweiten Absatz. Bin nämlich Bayer :twisted:
All we are is dust in the wind.
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Beitrag von Fäb » 05.02.2008, 18:11

The Sentinel - Wem kannst du trauen?

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Hollywood-Gähn. Das Bodyguardthema ist doch auch zumindest gefühlsmäßig schon seit dem weltbekannten elegischen Kevin Costner-Vehikel mehr als ausgelutscht, dem Douglas-Mischaäll will man in den Acton-Szenen auch nur noch einen Zivi zur Seite stellen und ansonsten... ist da nicht viel außer strenger Schema-F-Abfolge und seicht anklingenden reaktionären Tönen. Brrrr.
:liquid4:


Brick

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Ein Film Noir-Krimi in der Highschool-Peripherie? Äh ja? - Ja!
Das funktionionert tatsächlich, denn das ganze ist clever konstruiert, vielleicht manchmal vom Protagonisten ein bisschen zu cool berechnet und durchgezogen, aber immer toll fotographiert und trotz verfremdender Effekte (total a-typisches verhalten einiger "Schüler", Benutzung von Uralt-Telephonen, fast völligem Fehlen von "Erwachsenen" zumindest als relevante Handlungspersonen, ...) toll gespielt. Den ganz ganz weiten Wurf verpasst er bei mir nur, weil man sich halt nicht nur wegen der Kanalröhre immer wieder des Eindrucks nicht erwehren kann, dass es sich hier um die Kinderversion von Polanskis legendärem "Chinatown" handelt... ;)
:liquid7:

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Beitrag von Fäb » 06.02.2008, 16:01

Slither - Voll auf den Schleim gegangen

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SHIVERS meets BLOB meets KÖRPERFRESSER meets ALIEN-Muster meets trash & locker flockiger Nullpunkthumor = splatterfun, wie er sein sollte! Kurzweilig, trockene Sprüche, passable Effekte, Vermeidung von ärgerlichen Klischees und Bedienung willkommener Genre-Rituale. Einfach ein kleiner Spaßmacher dieses ding!
:liquid7:


Django - Die Bibel ist kein Kartenspiel

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Der vom deutschen Verleih verpasste Titel hat natürlich eigentlich mal wieder nichts mit dem Film ("Execution") zu tun, macht aber nichts, ist ja mittlerweile fast schon Kult die nachträglichen Django-Bezeichnungen. Einige eindrucksvolle Szenen und eine insgesamt nicht total billige (aber bei weitem auch nicht richtig "hochwertige") Machart verhelfen diesem Genre-Einheitsbrei immerhin zur Ehre, nicht in den totalen Sumpf der Scheiß-Spaghettis abzurutschen. Dennoch nur was für unverbesserliche Allesgucker, denn mehr als ausgetretene Pfade unter vermeidung nach links oder rechts in den graben zu taumeln wird dann auch nicht geboten in dieser typischen story um Geld, Rache, Kopfgeld, Betrügen - und einem ach so schlitzohrigen Ende. Immerhin ergeht sich das ganze am Ende noch schön in Tränen, so dass der Grundton schön pessimistisch bleibt.
:liquid4:
PS: übrigens kleines Jubiläum, wenn meine persönliche Liste halbwegs stimmt (was sie unter Garantie nicht tut, irgendwas hab ich da bestimmt vergessen und durcheinandergeworfen...), war das mein Italo-Western Numero 70. fehlen also nur noch so... äh, 300? keine ahnung, so um den dreh... ;) :lol:

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Beitrag von Fäb » 07.02.2008, 16:27

Napoleon Dynamite

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Herrlich schrullige, teils groteske Außenseiter- ja... -ballade?-drama?-komödie? Von allem etwas. Teils zum Schreien komisch, absurde Figuren, wunderbar lakonischer trotteliger Erzählfluss und eine Ansammlung von Darstellern, denen man ohne weiteres abnehmen würde, dass sie keineswegs "spielen"... :lol: Einfach ganz ganz groß dieser kleine Film!
:liquid8:

Will man einen atmosphärisch passenden Videoabend machen, empfehle ich in Verbindung mit diesem den ebenfalls großartigen American Splendor :lol: - der ist zwar thematisch woanders zu Hause, schlägt aber irgendwie einen ähnlichen Ton an wie ich finde ;) hell yeah, like that...

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Beitrag von Fäb » 08.02.2008, 17:23

Der Mann mit der Kugelpeitsche

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Ein vergleichsweise später Genre-Beitrag der jedoch weniger in den Klamauk als in die interkulturellen Sphären driftet - und damit sehr gut fährt. Die immer mal wieder auftretende Verbindung von Western und Eastern ist ja mittlerweile altbekannt, verlieh doch erst ein Samuraifilm Leone mit seinem Erstling "Für eine Handvoll Dollar" indirekt zu Weltruhm und zur Geburt eines ganzen Genres. Und auch später glückten einige male der direkte Austausch von Genre-Elementen und auch hier passt es. Dabei ist der asiatische Held im wilden Westen noch nichtmal der charismatischste (aber auch nicht unsympathisch) und die Stunts oft auch eher simpel gestellt. Trotzdem funktioniert die Mischung sowie die Dramaturgie insgesamt wunderbar, auch an Bluuhhhddd wurde nicht gespart und auch wenn ein wenig mehr Spannung hätte sein dürfen, wartet dieser von vorne bis hinten vernünftige Reisnudel/Spaghetti-Eintopf mit einigem Sehenswerten auf und erfreut das Herz des Genre-Fans. (Genre-Rosen-Rauspicker dürfen einen Bogen machen wenns sein muss, werden fürs dranbleiben aber sicherlich auch nicht bestraft.)
:liquid6: ,5
Achja: Klaus Kinskis Auftritt ist mal wieder mit das großartigste was der Film zu bieten hat! Unfassbar, eine screentime von 5 Minuten und man meint, er wäre die ganze Zeit dabei gewesen wenn der Film um ist, eine derartige Ausstrahlung und Sogwirkung hat der verrückte Kerl. :shock:

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