Patton

Breitflächig und differenziert erzählter Kriegsfilm, bei der auch die Nazis mal einigermaßen authentisch dargestellt werden. Teilt erzählerisch einige Qualitäten mit "Die Brücke von Arnheim". Die Figur Patton ist dabei ein hochinteressanter Charakter, an dessen Seite es eigentlich nie langweilig wird.
Horror Anthology #1: The Baby's Room

Ganz klar ein Highlight der Reihe. Zwar wird das Thema Schizophrenie ja seit ungefähr 1999 ( ;) ) von allen Seiten beackert, aber die Auflösung ist hier nicht mal Hauptsache. Viel interessanter die Idee mit den sich überschneidenden parallelen Welten und dem Babyfon / der Babycam, die diese zweite Welt einfängt, was interessante Fragen bezüglich der Medialität aufwirft. Die Gestalten, die auf dem Bildschirm erscheinen, flößen schon ziemlichen Respekt ein (was es für ein Gefühl sein muss, aus dem Babyfon heraus plötzlich die Stimme eines Fremden zu hören, wissend, dass da ein Mann im Zimmer des schlafenden Babys ist) - folglich eine der spannendesten Episoden.
Horror Anthology #3: Blame

Lahme und auch noch sehr idealistische Story um (mal wieder) Abtreibung, die kein bisschen aus den Füßen kommt. Die Subtilität teilt sich die Folge mit "Spectre", aber was da noch funktionierte, endet hier wirklich in Langeweile. Nebenschauplätze wie die offensichtlich lesbische Veranlagung der Hausherrin tangieren kaum und was da auf dem Dachboden vorgeht, auch nicht. Ziemlicher Dämpfer im Rahmen der Anthologie.
Horror Anthology #4: A Real Friend

Ein kleines Kind und seine monströse Fantasie, die sich materialisiert und in der realen Welt Bluttaten anrichtet... auch das ist nicht gerade neuer Stoff, er bleibt aber interessant ob der hervorragend kopierten Horrorikonen aus Filmen - Leatherface, Nosferatu und wie sie alle heißen bilden eine Armee an der Seite des kleinen Mädchens und richten sich gegen Peiniger aus der wirklichen Welt. Das ist natürlich auch ein Kommentar zum Thema Einfluss von Medien auf Kinder und Jugendliche. Da ist zum einen das Kind, das die ganze Zeit Horrorfilme guckt (die nicht für ihr Alter geeignet sind) und dem man unterstellen kann, dass es sich in die Fantasie flüchtet (und womöglich die gesehenen Brutalitäten in der Realität nachahmt - wenn man davon ausgeht, dass das Mädchen selbst die Monster ist), doch andererseits ist da eine dysfunktionale Familie, die auch als Möglichkeit angeboten wird. Echt schade, dass die Regie so träge ist und Schauwerte bis auf die Monster ausbleiben.
Horror Anthology #5: X-Mas Tale

Wenn das mal nicht extrem von "Stand by Me" und "ES" beeinflusst ist, dann weiß ich auch nicht. Ein Clan von (sehr gut ausgearbeiteten) Kinderfiguren jenseits der Erwachsenenwelt, die sich mit einer Frau im Weihnachtskostüm befassen, die im Wald in ein Loch gefallen ist, nachdem sie eine Bank um 2 Millionen erleichtert hat und geflüchtet war.
Die Tatsache, dass die Kinder die Beute nun erpressen wollen (im Gegenzug für ein Seil, das der Frau die Flucht aus dem Loch ermöglicht), ist schon ziemlich absurd, zeigt aber die immense Fantasylastigkeit, die sich später auch über Zombieerweckungsschwüre weiterverbreitet. Das ist alles unheimlich fantasiereich gemacht, wenngleich natürlich mal wieder die Anleihen überdeutlich sind und vor allem bei der US-Kultur gemacht werden (einer der Jungs ist zB. riesiger Fan von Karate Kid) - genau wie bei "A Real Friend".
Der zweite Teil geht dann in einen Slasherpart über, der sich in einem Vergnügungspark abspielt. Da wird die Fantasie spürbar gedrosselt, dafür gibts dann noch ein ganz schön fieses Ende, das man so wohl nicht erwartet hätte.
