Nachdem Christopher Nolan spätestens mit seinem The Dark Knight zum Liebling der Kritiker und der Kinofans geworden ist, wurde sein neuestes Werk schnell von seinen "Jüngern" mit Vorschusslorbeeren überhäuft. Zu Recht! Denn Inception ist alles was man von einem Kinofilm erwarten kann und noch einiges mehr. Nolan hat einen Film geschaffen, der nicht weniger ist als eine Parabel auf die Filmwelt und auf Hollywood,sprich die "Traum"fabrik" selbst. Unter dem Deckmantel eines gelungenen,unterhaltsamen Heist-Movies und Thrillers zeigt er Menschen, die sich ganz dieser Traumwelt hingeben, die nicht mehr zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden können. Somit wird der Zuschauer selbst zum Subjekt der Erzählung, denn dieser wird so in der Erzählung gefangen, dass auch für ihn die Grenze zwischen Realität und Film verschwindet. Lange dient uns DiCaprios Charakter im Film als Fixpunkt. Was er für real hält, gilt auch für uns als Zuschauer als real. Am Ende scheint es, als habe der Protagonist tatsächlich sein Ziel erreicht. Das Wiedersehen mit seinen Kindern ist für ihn so emotional, dass er gar nicht mehr überprüfen will, ob er sich noch in einer der Traumwelten befindet. Grade als der Zuschauer sich ebenso dieser Emotion hingeben will, setzt Nolan noch einen drauf und lässt uns absichtlich mit dem sich drehenden Kreisel im Unklaren. Nolan hat es wieder mal geschafft, uns zum Nachdenken zu bringen. War alles nur ein Traum? Und warum aufwachen wollen, wenn der Traum doch so verführerisch ist? Doch neben den philosophischen Elementen funktioniert Inception auch auf jeder anderen Ebene: Ein perfekter Thriller mit außergewöhnlichen Actionszenen, tollen Darsteller, subtilem Humor und perfektem Timing. Dabei sind alle Level des Films jeweils eine Hommage an Nolans filmische Vorbilder: Die Verfolgung in der vermeidlichen Realität wirkt wie aus Bourne, die erste Traumwelt wirkt wie aus einem Michael Mann Film (Schießerei in der Stadt), die Hotelszenerie mit dem vielleicht spektakulärsten Zweikampf der Filmgeschichte wie ein Kapitel aus De Palmas Mission Impossible und die dritte Traumebene ist eindeutig eine Liebeserklärung an On Her Mayesty's Secret Service (Nolan ist bekennender Bondfan). Doch damit nicht genug: Die gesamte Showdown Szenerie mit den vier ineinander verschachtelten Traumebenen, in denen die Zeit jeweils immer schneller vergeht als auf den höheren Leveln, ist praktisch die perfekte Abwandlung des typischen Hollywood-Showdown Klischees vom langsam runter tickenden Countdown. Nolan hat somit wahrlich einen intelligenten Film geschaffen, der auf allen Ebenen brillant funktioniert, an dem man immer Neues entdecken kann. Anspruchsvolle Unterhaltung ohne erhobenen Zeigefinger.
Für dieses Meisterwerk kann es nur die typische Nolan-Note geben:







