Hab ihn nun zum 5. Mal gesehen und bin wieder absolut begeistert gewesen.
Das konzeptionelle Ansinnen kann ich zwar nachvollziehen, erachte die Umsetzung aber als den einzigen Schwachpunkt des Films.
Sehe auch nur einen erzählerischen Bruch, in der Mitte. Die Harmonie zwischen den Akten stellt sich nicht vollständig ein. Ruft man sich das jüngste Testspiel zwischen Deutschland und Spanien in Erinnerung, werden die frappierenden Parallelen deutlich: Immens starke erste Halbzeit, der zweite Durchgang - in erster Linie bedingt durch massive Personal-Rotation - dann hinterherhinkend.
Ansonsten aber wenig Schwächen. Grandiose Schauspielerleistungen, wobei sich die prominente Riege in selbst etablierten Mustern bewegt (Gosling, Greenwood, Mendelsohn, Ali, Liotta und DeHaahn). Cooper und Mendes ragen noch ein Stück heraus, einerseits durch eine stark verkörperte Schmierigkeit, andererseits durch ein wunderbar uneitles Spiel.
Ein weiterer Star des Film ist Mike Patton. Hab es bis dato noch nicht erlebt, dass ein Score herausragend inszenierten Sequenzen nochmal zusätzlich Tiefe verleihen kann. Der Soundtrack macht sich Pattons vielfältige Stilistik zu Eigen und wird selbst zum Darsteller. Mal märchenhaft, mal pathetisch, immer prägnant, ohne anbiedernd zu wirken.
Feiner Film, mit überdurchschnittlicher Halbwertzeit.
