Nanu, es hat hier bisher noch keiner seinen Senf dazu gegeben? Gerade bei aktuellen Streifen ist es ja selten, dass ich der Erste bin, welcher das erledigt. Doof nur, dass Freeman so ziemlich alles mit seinem Review gesagt hat. Es ist selten, dass ich eine Kritik so 100%ig unterschreiben würde. Hier passt es aber akurat.
Wer sich
Hacksaw Ridge ansehen will, sollte sich auf einen packenden Film einstellen, aber auch keine Probleme mit Kitsch, Glauben, abgetrennten Gliedmaßen und Pathos ohne Ende haben.
Desmond Doss ist ein richtig netter Kerl, also so ein "der ideale Schwiegersohn-Typ", so nett, dass ihn einfach jeder mögen muss. Evtl. muss man ihn auch hassen, weil er so unglaublich nett ist. Auch als er die Ausbildung in der Armee absolviert und ihn alle piesacken (Full Metal Jacket), bleibt er immer ein netter Kerl. Und wenn er über Gott spricht, kommt dass so sympathisch rüber, dass man ihn einfach nett finden muss. Desmond Doss ist also der ideale Held.
Die Beschreibung des Protagonisten mag sich etwas bissig anhören, ist aber überhaupt nicht böse gemeint, da das Saubermannimage im Film grandios funktioniert und man mit Doss mitleidet, mitfiebert und mitfreut. Wie Freeman schrieb, wird man förmlich in den Film gezogen, was eben auch an den sympatischen Protagonisten liegt.
Das Kriegsgeschehen wird tatsächlich sehr brutal dargestellt. Das der Streifen mit einer FSK 16 durchgegangen ist verwundert doch etwas. Sehr schade war, dass die Japaner so erschreckend gesichtslos dargestellt wurden. Nur daran, dass Desmond Doss auch ein paar Japaner rettete (bzw. zumindest versuchte) kann man festmachen das doch nicht alle nur blinde Tötungsmaschinen waren. Hier geht es aber primär auch darum einen Helden zu feiern.
"Hacksaw Ridge" gibt sich daher als beeindruckendes Heldenepos, welches aber zu einseitig dargestellt ist und vor allem viel zu viel Pathos aufträgt. Nach dem Film neigt man schon dazu zum nächsten Kriegschauplatz rennen zu wollen, um als heiliger Samariter die Verwundeten zu retten. So eine Wirkung sollte ein Kriegsfilm aus meiner Sicht nicht haben und da geht es mir hier nicht darum, eine moralische Grundsatzdiskussion zu führen, schließlich unterhält der Film dafür viel zu gut.
Weiterhin störte mich der CGI-Einsatz bei den Schlachtszenen. Gerade bei die Animation der Menschen bei den Massenszenen waren deutlich als CGI zu erkennen. So etwas raubt einfach einiges Atmosphäre zumal solche Szenen stark im Kontrast zu den sonst so starken Bildern im Film stehen. An der sei dann auch mal die beeindruckende Steilwand von Maeda erwähnt.
Packend, unterhaltsam und mit viel Pathos gibt es von mir für "Hacksaw Ridge" auch
