
Technische Daten:
Veröffentlichung: 18.September 1970 (UK)
7. Januar 1971 (USA)
Label: Vertigo Records
Produktion: Roger Bain
Laufzeit: 42 Minuten
Band:
Gesang: Ozzy Osbourne
E-Gitarre: Tony Iommi
E-Bass: Geezer Butler
Schlagzeug: Bill Ward
Tracklist:
1. "War Pigs" (7:55)
2. "Paranoid" (2:47)
3. "Planet Caravan" (4:24)
4. "Iron Man" (5:53)
5. "Electric Funeral" (4:47)
6. "Hand Of Doom" (7:07)
7. "Rat Salad" (2:29)
8. "Fairies Wear Boots" (6:13)
Wohl kaum eine Band hat den Heavy Metal prägender beeinflusst als die 1968 gegründeten Engländer von Black Sabbath, man könnte gar so weit gehen zu sagen, dass die Mannen um Ozzy Osbourne das Genre nicht nur populär gemacht, sondern begründet und erfunden haben. Als die Schulfreunde Tony Iommi, Bill Ward, "Geezer" Butler und John Michael "Ozzy" Osbourne Ende der 60er-Jahre eine Band gründeten, die sich erst "Poka Tulk", dann "Earth" und schließlich, nachdem man durch einen im Kino gegenüber laufenden Boris-Karloff-Film darauf gekommen war, ein Horrorimage zu etablieren - was schnell zu ungerechtfertigten Satanismus-Bezichtigungen führte - "Black Sabbath" nannte, war ihr Musikstil noch weitgehend vom Blues beeinflusst.
Mit ihrem nach dem selbstbetitelten Debüt "Black Sabbath" zweiten Album "Paranoid" kreierten Iommi, Ward, Butler und Osbourne 1970 allerdings die Initialzündung des Heavy Metal - eine Scheibe, die noch heute als Klassiker verehrt und deren Hits sowohl auf Sabbath-Reunion-Gigs als auch Ozzy-Soloshows noch immer abgefeiert werden und die damals auf Platz 1 der GB-Charts schoss. Ursprünglich unter dem Titel "Walpurgis" geplant, wurde der Name der Scheibe erst in "War Pigs" und schließlich erst im letzten Moment in "Paranoid" umgeändert, um keine begrifflichen Parallelen zum Vietnamkrieg zu riskieren.
So lautet "War Pigs" nur der siebenminütige Auftakt des Stücks und bereits mit dem Opener liefern Sabbath ein Brett, das auf ewig in die Annalen der Metal-Geschichte eingehen sollte. Eingeleitet von düsteren, harten Gitarrenriffs entwickelt sich ein 8-Minuten-Epos, dessen Strophen-Lyrics auf Livegigs stets im Wechsel mit den Fans gesungen werden und dessen Refrain einen bravourösen, ausführlichen Instrumentalteil einleitet. Eine der ganz großen Hymnen und das längste und härteste Stück des Albums.
Über Track Nr. 2, "Paranoid", braucht man wohl kaum mehr viele Worte zu verlieren: Der eigentlich als Füllnummer konzipierte Zweieinhalbminüter ist nicht nur der populärste und beste Sabbath-Song, sondern eine der berühmtesten Rocknummern aller Zeiten. Einfacher Rhythmus, straight nach vorne und getragen von Ozzys charakteristischer Stimme (wobei das "Megadeth"-Cover des "NIB"-Tributes zugegebenermaßen auch geil ist) avancierte "Paranoid" nicht umsonst zum Überhit schlechthin, der anno dazumal auf Platz 1 der deutschen Charts schoss, sich 17 Wochen dort hielt und wohl auf so ziemlich jeder Party rauf und runter gespielt wurde.
Der düstere Folgesong "Planet Caravan" bildet zu diesem legendären Highspeed-Kracher einen krassen Gegensatz, geht es in dem düsteren Stück mit verfremdeter Ozzy-Stimme doch sehr gemächlich, aber nicht minder faszinierend zu.
"Iron Man" gibt dann wieder voll auf die Zwölf, haut nach dem legendären, stimmlich verfremdeten Intro richtig rein und entwickelt sich zum klassisch gestrickten Metal-Kracher par excellence, der live gerne auf knapp 10 Minuten zelebriert wird.
"Electric Funeral" und "Hand of Doom" kontinuieren die düstere Atmosphäre, wobei sich vor allem letzteres als abwechslungsreiches Highlight erweist: Sanft und ruhig eingeleitet, nur um nach 2 Minuten einen straight rockenden, mitreißende Orkan zu entfachen, gehört das Stück ebenfalls zu den besten Sabbath-Kreationen und ist mit einer Laufzeit von gut 7 Minuten das zweitlängste der Scheibe.
Im Anschluss darf Bill Ward im Instrumentalstück "Rat Salad" seine Schlagzeuger-Künste in einem grandiosen Drumsolo unter Beweis stellen und auch das finale "Fairies Wear Boots" weiß mit witzigem Text und hervorragenden Drum- und Gitarrenparts ein legendäres Album überzeugend abzurunden.

Fazit: Kaum ein Album hat den Heavy Metal mehr geprägt als Black Sabbath's "Paranoid", kaum eine Band sich mehr um den Musikstil verdient gemacht. Ein zeitloser Klassiker, der in die Geschichte eingegangen ist - kurz: Pflichtprogramm für jeden Metal-Fan.
So bleibt mir nur noch zu sagen: Schaut euch den Ozzy live an, solange er noch stehen und singen kann. Der Rest der Urbesetzung ist ja momentan mit Dio als "Heaven and Hell" unterwegs, aber man sollte sich Titel wie "Paranoid" oder "War Pigs" unbedingt mal live zu Gemüte geführt haben. Es lohnt sich :twisted: 8-)


