[CD] Guns N' Roses - Use Your Illusion 1&2

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Ed Hunter
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[CD] Guns N' Roses - Use Your Illusion 1&2

Beitrag von Ed Hunter » 27.10.2007, 17:51

Guns N' Roses - Use Your Illusion 1&2

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Technische Daten:
Veröffentlichung: 17.September 1991
Label: Geffen Records
Laufzeit: 76 Min 4 sec / 75 Min 21 sec
Produktion: Mike Clink / Guns N'Roses

Band:
W. Axl Rose: Gesang
Slash: Leadgitarre, Gitarre
Izzy Stradlin: Leadgitarre, Gitarre, Gesang
Duff "Rose" McKagan: Bassgitarre, Gesang
Matt Sorum: Schlagzeug

Tracklist:

Use Your Illusion I

1. Right Next Door To Hell - 3:00
2. Dust N' Bones - 4:56
3. Live And Let Die - 2:59
4. Don't Cry (Originalversion) - 4:40
5. Perfect Crime - 2:23
6. You Ain't The First - 2:35
7. Bad Obsession - 5:28
8. Back Off Bitch - 5:03
9. Double Talkin' Jive - 3:23
10. November Rain - 8:56
11. The Garden (mit Alice Cooper) - 5:22
12. Garden Of Eden - 2:41
13. Don't Damn Me - 5:18
14. Bad Apples - 4:28
15. Dead Horse - 4:17
16. Coma - 10:16

Use Your Illusion II

1. Civil War - 7:36
2. 14 Years - 4:17
3. Yesterdays - 3:13
4. Knockin' On Heaven's Door - 5:36
5. Get In The Ring - 5:29
6. Shotgun Blues - 3:23
7. Breakdown - 6:58
8. Pretty Tied Up - 4:46
9. Locomotive (Complicity) - 8:42
10. So Fine - 4:04
11. Estranged - 9:10
12. You Could Be Mine - 5:48
13. Don't Cry (alternative Lyrics) - 4:40
14. My World - 1:22

1987 hatte mit “Guns N’Roses” eine der schillerndsten Hard-Rock-Formationen der 80er-Jahre den Einstieg ins Musikgeschäft vollzogen, mit heute legendären Krachern wie „Welcome to the Jungle“ oder „Sweet Child o’Mine“ die Musikherzen der Fans erobert und sich auf ewig einen Platz in den Annalen des Genres gesichert. Obwohl die Mannen um Axl Rose lediglich sechs Studioalben produzierten und die Fans seit der 1993er Coverversionen-Compilation „The Spaghetti Incident?“ alljährlich mit leeren Versprechungen auf die neue Scheibe „Chinese Democracy“ vertröstet werden, haben die Gunners in ihren sechs aktiven Jahren Rockhymnen geschrieben, die noch immer einen Ehrenplatz in der Musikgeschichte verdienen. Mit Metallica und Nirvana waren sie die Rockstars der späten 80er und 90er-Jahre. Nachdem 1988 dem grandiosen Debüt „Appetite for Destruction“ die aus älteren, bislang auf keinem Album veröffentlichten Stücken wie dem Rose-Tattoo-Cover „Nice Boys“ sowie vier akustischen Nummern, unter anderem der genialen Ballade „Patience“, zusammengestellte Scheibe „G N’R Lies“ nachgeschoben wurde, dauerte es drei Jahre bis Guns N’Roses das nächste Album auf den Markt warfen und anstatt mit einer neuen Platte aufzutrumpfen, veröffentlichten Rose und Co. gleich ein episches Doppelpack.

„Use Your Illusion 1&2“ bieten insgesamt 30 Songs, die erste Hälfte mit dem in gelb-rot gehaltenen kunstvollen Coverartwork platzierte sich auf Platz 2 der UK- und US- sowie Platz 4 der deutschen Albumcharts, die blau-lilane zweite schaffte es in Amerika und UK gar auf den ersten und bei uns immerhin den zweiten Platz. Zwar kommt das Doppelwerk im gesamten gesehen nicht ganz an die Überscheibe „Appetite for Destruction“ heran, Pflichtprogramm für 80er-Hard-Rock-Fans ist das Epos aber auf jeden Fall.

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„Use Your Illusion 1“ schiebt mit „Right Next Door to Hell“ einen Opener vor, der sich gewaschen hat: Aus einem düster grollenden Bassintro entwickelt sich ein klassisch abgehender Hard Rock – Orkan allererster Güte, der einen eingängigen Refrain genauso zu bieten hat wie hohes Tempo und ein grandioses Gitarrensolo. Im zweiten Stück „Dust and Bones“ drosseln die Gunners nach der Auftaktgranate das Tempo, liefern mit dem bluesigen, von Axl Roses unvergleichlicher Stimme getragenen Stück aber gleich ein weiteres Highlight des Albums. Als weniger gelungen erweist sich das nun folgende Wings-Cover „Live and Let Die“, ursprünglich Titelsong von Roger Moores 1973er Einstand als 00-Agent Ihrer Majestät, dafür wird man aber mit dem vierten Track mehr als entschädigt: „Don’t Cry“ gehört zu den berühmtesten und mit Abstand besten Gunners-Stücken überhaupt und lässt sich dank der genialen Verbindung aus gefühlvollen, melodischen Strophen mit Slashs legendärem Gitarrensolo, dem wohl besten, das die Band in ihrer Geschichte vorzuweisen hat, als einmalige Hard-Rock-Ballade deklarieren.

Mit „Perfect Crime“ schließt sich eine abgefahrene Tempogranate an, die es in sich hat: Ein purer psychopathischer Speed-Orkan, der gar keine andere Wahl lässt, als die Laustärke auf Maximum zu drehen und mit der Luftgitarre das Wohnzimmer zu zerlegen und nach gut 2 Minuten auch schon wieder vorbei ist. Als krasses Gegenteil dazu gönnt das unkonventionell vor sich hin chillende und ganz und gar nicht dem Rockgenre zuzuordnende „You Ain’t The First“ dem Hörer eine Verschnaufpause und auch „Bad Obsession“ gefällt mit eher gemütlich-poppigem Rhythmus und ungewöhnlicher Instrumentierung, ehe mit „Back Off Bitch“ der zweite reinrassige Hard Rock Kracher nach „Right Next Door To Hell“ hereinbricht. Das Tempo ist nicht allzu hoch, dennoch geht der Track gut ab und stets straight nach vorne.

Genial geht es weiter mit dem irren „Double Talkin Jive“, eingeleitet durch ein atmosphärisches Drumintro und als perfekte Symbiose Axl Rose charakteristischen Gesangs mit einem coolen Ryhtmus gehört der Song zu den Highlights der Scheibe. Mehrere Gänge zurück schalten die Gunners für den zehnten Track der Scheibe: Das wundervolle „November Rain“ erstreckt sich über knappe 9 Minuten und ist die sanfteste und neben „Patience“ schönste Ballade der Bandhistorie. Weniger gelungen ist das Folgestück „The Garden“, das lediglich aufgrund der Gastpräsenz von Schockrock-Legende Alice Cooper überzeugt, der die Refrains übernimmt.
Danach bricht die Rock’n’Roll-Eruption des Albums schlechthin über den Hörer herein: In einer Lauflänge von zweieinhalb Minuten fetzt der Psychopathen-Böller „Garden of Eden“ aus den Boxen und geht einfach nur ab wie Schmidts-Katze: Gegen diese Highspeed-Offenbarung verkommt sogar „Perfect Crime“ zur Schlaftablette.
Leider vermögen die restlichen Stücke der Scheibe das Niveau nicht mehr ganz zu halten: „Don’t Damn Me“ weiß als solider, flotter Rocker noch zu überzeugen, während „Bad Apples“ und „Dead Horse“ eher den Eindruck von Füllstücken erwecken und der finale 10-Minüter „Coma“ zwar coole Momente und ultraharte Gitarrenriffs zu bieten hat, aber dennoch nicht wirklich zünden will.

Alles in allem erweist sich „Use Your Illusion 1“ allerdings als besserer Teil des Doppels, der von temporeichen Heavy-Rock-Krachern bis gefühlvollen Balladen und genialen Gitarrensoli alles an Bord hat, was ein gutes Rock-Album ausmacht:
:liquid9:

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Wenden wir uns nun der zweiten Hälfte des Gunners-Epos zu: „UYI2“ erstrahlt in kunstvollem Blau und startet mit einem Opener, der zu den Highlights des musikalischen Schaffens von GN’R zählt: Die Siebenminuten-Nummer „Civil War“ beginnt mit gefühlvollen, melancholischen Gesangsparts Axl Rose’, nur um dann an Tempo und Härte zu gewinnen und in ein von Slash gewohnt grandios heruntergezocktes Gitarrensolo zu münden, das es in sich hat und in dieser Klasse zumindest auf der „Use Your Illusion 2“ einzigartig ist. Mit „14 Years“ schließt sich ein astreiner, flotter Popsong an, der vor allem mit seinem coolen Refrain überzeugt und auch „Yesterdays“ schwebt in eher gemäßigten Mainstream-Sphären, gehört aber dennoch zu den populärsten und auch gelungenen Midtempo-Halbballaden der Gunners.

Mit ihrer Coverversion des Dauerbrenners „Knockin on Heaven’s Door“ präsentieren Rose & Co. im Anschluss das wohl berühmteste Stück des Albums, das sich als kraftvolle Rockhymne noch immer als eine der besten wenn nicht die beste Interpretation des Songs deklarieren lässt. Das strange, (pseudo?-)live aufgenommene „Get in the Ring“ macht sich im Anschluss einen Spaß daraus, in seinen fünf Minuten so viele Schimpfwörter wie möglich unterzubringen, ehe die Füllnummer „Shotgun Blues“ und das lahmarschige „Breakdown“ wenig überzeugend die Zeit zum orientalisch angehauchten Hard-Rock-Hit „Pretty Tied Up (The Bells of Rock’n’Roll Decadence)“ überbrücken, der in der Version des „Live Era 87-93“-Albums zwar noch weit besser abgeht, aber auch so zu den flottesten und besten Songs von „UYI2“ gehört.
„Locomotive“ startet mit tollen Drumparts, haut im Anschluss mit einer richtig geilen Gitarrenoffensive rein, fällt nach Ende des Instrumental-Auftakts aber stark ab: Der 9-Minüter mit etwas gewöhnungsbedürftigen Gesangsparts seitens Axl ist zwar nicht schlecht, aber nach dem genialen Intro eine Enttäuschung.
Mit „So Fine“ folgt eine solide, aber doch recht belanglose und arg gemütliche Kuschelrock-Ballade, ehe das über 9 Minuten lange, auch sehr ruhige „Estranged“ zwar nicht ganz an der Spitze, aber doch weit vorne unter den gunnerschen Hymnen mitspielt.
„You Could Be Mine“ kennt jeder aus James Camerons Schwarzenegger-Hit „Terminator 2: Judgement Day“ und die mit legendärem Drumintro eingeleitete Hard-Rock-Nummer zählt nicht zu Unrecht zu den populärsten Stücken der Gunners. Sowohl Axls Gesang als auch Slashs Gitarrenkünste kontribuieren an der Klasse des Songs.

Track Nr.13 bietet eine „Don’t Cry“-Variante mit alternativen Lyrics, die kein Mensch braucht, auch wenn die musikalische Genialität des Songs freilich erhalten bleibt und was der finale Rap-Versuch „My World“, der klingt, als hätte man Axl beim Kotzen aufgenommen, soll, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Glücklicherweise ist er nach knappen eineinhalb Minuten wieder vorbei.

Somit hat auch „UYI2“ starke Stücke wie das epische „Civil War“, „Knockin on Heaven’s Door“ oder „You Could Be Mine“ zu bieten, wegen einiger Füllsongs kann es dem ersten allerdings nicht das Wasser reichen und ist lediglich :liquid7: wert.

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Fazit: Mit „Use Your Illusion 1&2“ schufen die legendären Hard Rocker von Guns N’Roses ein Genreepos, das neben „Appetite for Destruction“ den Großteil der unvergesslichen Hits birgt: Von „Don’t Cry“ bis „Knockin on Heaven’s Door“ – die Gunners haben hiermit Musikgeschichte geschrieben.

Alles in allem :liquid8:
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Beitrag von SFI » 27.10.2007, 18:08

Sehr geil, November Rain ist ja imo immer noch eine der geilsten Rockballaden auf dieser Erde.
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