[CD] Die Toten Hosen - Zurück zum Glück

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Ed Hunter
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[CD] Die Toten Hosen - Zurück zum Glück

Beitrag von Ed Hunter » 21.08.2008, 17:44

Die Toten Hosen - Zurück zum Glück

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Technische Daten:

Veröffentlichugn: 2004
Label: JKP, Sony Music
Laufzeit: 46 min 43 s
Produktion: Jon Caffery
Studio: Monoposto Studio, Düsseldorf

Band:

Gesang: Campino
E-Gitarre:
Andreas von Holst
Michael Breitkopf
Bass: Andreas Meurer
Schlagzeug: Vom Ritchie

Tracklist / Komposition:

1. Kopf oder Zahl - 2:46 (Musik: von Holst, Frege/ Text: Frege)
2. Wir sind der Weg - 2:18 (Breitkopf/ Frege)
3. Ich bin die Sehnsucht in dir - 4:03 (von Holst / Frege, Weitholz)
4. Weißes Rauschen - 2:07 (Meurer / Frege)
5. Alles wird vorübergehen - 3:11 (von Holst / Frege)
6. Beten - 2:47 (von Holst / Frege)
7. Wunder - 2:41 (Breitkopf/ Frege, van Dannen)
8. Herz brennt - 3:57 (Meurer / Frege)
9. Zurück zum Glück - 2:42 (van Dannen, Frege / Frege, van Dannen)
10. Die Behauptung - 3:05 (von Holst / Frege), begleitet von Raphael Zweifel am Cello und Hans Steingen, Orchester im Auftakt
11. How Do You Feel? - 3:22 (Breitkopf / T. V. Smith)
12. Freunde - 4:01 (Frege, von Holst / Frege)
13. Walkampf - 3:34 (Frege, van Dannen / van Dannen, Frege)
14. Goldener Westen - 2:50 (von Holst, Frege / Frege)
15. Am Ende - 3:19 (Meurer / Frege)

Kritik:

Zwei Jahre nach dem mit Knallersongs wie „Du lebst nur einmal“, „Auswärtsspiel“, „Steh auf, wenn du am Boden bist“ und „Kein Alkohol ist auch keine Lösung“ auftrumpfenden Album „Auswärtsspiel“ legten die deutschen Punkrock-Urgesteine Die Toten Hosen 2004 mit ihrer bislang letzten Scheibe „Zurück zum Glück“ ein weiteres Highlight hin. Von Nonsens-Funpunk über schnellen Rock bis zu gefühlvollen Balladen haben Campino, Andi, Breiti, Kuddel und Vom alles an Bord, wofür man die Hosen liebt, gehen insgesamt gesehen jedoch ein wenig härter zu Werke als gewohnt.

„Kopf oder Zahl“ kommt als für Hosen-Verhältnisse recht heavye Gitarrenriffs auffahrender, in einen eingängigen Gröhl-Refrain mündender Opener daher, dem mit „Wir sind der Weg“ ein ähnlich gelagerter, allerdings weitaus temporeicher aufgezogener zweiter Track folgt. Gleich mehrere Gänge zurück schalten die Hosen für die erste Singleauskopplung „Ich bin die Sehnsucht in Dir“, die allerdings das klare Überhighlight der Scheibe markiert: Düstere Lyrics, göttliche, atmosphärisch platzierte Gitarrenakkorde und die Klimax in brachiale, zum Text kongruente Wutpassagen machen den Song zur sowohl atmosphärisch wie lyrisch und musikalisch grandiosen, enorm abwechslungsreichen und mitreißenden Semiballade.
„Weißes Rauschen“ packt die pure Auf-die-Fresse-Punkrockkeule aus, fegt mit der „Zurück zum Glück“ eigenen Härte als flotter Uptempo-Orkan über den Hörer hinweg und findet seinen Höhepunkt in melodisch-eingägigem und gegen Ende beinahe dezent epischem Refrain.

Als herber Kontrast schließt sich die düster-traurige, aber höchst gelungene Ballade „Alles wird vorübergehen“ an, in „Beten“ geht es – kaum überraschend – um selbiges, während brachiale Metalriffs grollen und im Refrain in Eingängigkeits-Modus geschaltet wird, „Wunder“ legt an Tempo zu, wandelt sowohl textlich als auch musikalisch auf typischem Hosen-Terrain und macht dementsprechend souverän und klassisch als weiterer enorm starker Track des Albums Spaß. Nach dieser vorübergehenden Exkursion in vorsichtig positivere Atmosphäre-Gefilde wird es mit der Herzschmerz-Ballade „Herz brennt“ wieder trister, musikalisch aber keineswegs schlechter. Ans Kaliber eines „Alles aus Liebe“ kommen die Hosen zwar nicht heran, spielen sich aber auch durch diesen Song gewohnt souverän, wenn er auch nicht zu den Highlights von „Zurück zum Glück“ zählt

Anders der nun folgende Titeltrack: Effektives Drumming, hohes Tempo, „Woo-Hoo-Hoo“-Passagen und sensationelle Lyrics lassen auch „Zurück zum Glück“ als gelungene Nummer dastehen, der mit „Die Behauptung“ ein leicht stranges, aber gleichermaßen interessantes Experiment nachgeschoben wird, das Streichereinsatz mit derbstem Campino-Gebrüll und tollem, mit Metaphern spielendem Text kombiniert.
Ab jetzt wird aber endlich erstmal in den Spaßgang geschaltet: „How do you feel?“, der einzige englischsprachige Track der Scheibe, geht als beispiellose, mitreißende Uptempo-Granate nach vorne und fährt ein sensationelles, bretterndes Gitarrensolo auf, die Freundschaftshymne „Freunde“ wurde 2005 als Single ausgekoppelt und an Nummer 13 steht der Partysong schlechthin: Mit sensationell deppertem Nonsens-Text und Mitgröhlfaktor 100 ist die Funpunk-Sternstunde „Walkampf“ eine der besten Nummern der Hosengeschichte geworden. „Goldener Westen“ verpackt einen gesellschaftskritischen Text in eingängigen, melodischen, im Refrain beinahe epischen Punkrock, ehe die Ballade „Am Ende“ das Album allzu nichtssagend und dahinplätschernd abschließt.

Fazit: Mit „Zurück zum Glück“ stellten die Deutschpunk-Legenden der Toten Hosen 2004 eines der besten Alben ihrer Bandhistorie auf die Beine. Überwiegend düstere Stimmung und ein vergleichsweise hoher Härtegrad dominieren, doch zwischen düsteren Atmosphäre-Sternstunden wie „Ich bin die Sehnsucht in Dir“, tristen Balladen und Highspeed-Punkrock à la „Weißes Rauschen“ und „How Do You Feel?“ ist auch für einen Funsong wie „Walkampf“ Platz, sodass die Mischung hübsch ausgewogen und überaus gelungen daherkommt. Man darf gespannt sein, was uns Campino und co. mit dem in Kürze anstehenden Followup kredenzen werden.

:liquid8:
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