Der Ultimative Spider-Man Paperback 1
Autoren: Brian Michael Bendis, Bill Jemas
Zeichner: Mark Bagley, Art Thibert, Dan Panosian
Seiten: 192
Enthält: US Ultimate Spider-Man # 1-7
Inhalt:
Als der Schüler Peter Parker bei einem Ausflug in die Oscborn Idustries von einer Versuchspinne gebissen wir, entwickelt er plötzlich merkwürdige Kräfte. Er wird stärker, schneller, kann Gefahren spüren und an Wänden gehen! Zuerst wendet sich sein Leben in eine bessere Richtung, denn er wehrt sich endlich gegen die Schul Rüppel und Mary-Jane zeigt endlich Interesse an ihm. Doch dann nimmt sein Leben eine dramatische Wende.
Dies ist der Anfang der Saga von Brian Bendis und Mark Bagley, die schon jetzt einer der größten Erfolge in der Geschichte Marvels ist!

Meinung:
In 40 Jahren Comic-Geschichte sammelt sich so einiges an Ballast an. Figuren kommen und gehen, Feinde werden vernichtet, Superhelden sterben und werden wiedergeboren und ein grosses Netz an Beziehungen entsteht. Wenn man bei einer solchen Serie neu einsteigen will, muss man viel Vorwissen mit sich bringen um die Geschichten wirklich geniessen zu können. Da man dies als Neueinsteiger aber nur schwer erlangen kann, schrecken die hohen Nummern auf dem Cover aber eher ab. Was kann man da tun? Entweder kann man die Serien mit einem Knaller beenden, im darauf folgenden Monat aber wieder neu lancieren, natürlich mit einer Eins auf dem Cover oder man beginnt was ganz neues.
Marvel Chefredakteur Joe Quesada wählte die zweite Variante. Allerdings soll es nicht irgendein Neustart werden, sondern der Beginn eines komplett neuen Comic Universums. Alle beliebten Helden und Schurken aus der Marvel Welt sollten nach und nach neu ausgedacht und gezeichnet werden, mit dem Fokus auf den Autor.
Das Projekt läuft seit dem Jahre 2000 unter dem Namen „Ultimativ“ und ist bis heute ein riesiger Erfolg.
Spidey neu erfinden
Zuerst stellt sich natürlich gleich die Frage: Ist Spidey noch Spidey? Das kann ich nur erfreut bejahen. Alle wichtigen Nebenfiguren sind Vorhanden, das Grundgerüst der Story ist gleich geblieben. Auffällig ist, dass die Serie geschickt Elemente aus den alten Comics und den neuen Verfilmungen verbindet und somit der eigentlichen Idee hinter Spider-Man näher kommt, als es das Original momentan ist. Die Geschichte spielt im 21. Jahrhundert, für den jungen Leser fällt eine Identifikation also ganz leicht.
Bendis nimmt sich bei der Charakterentwicklung viel Zeit, Spider-Man selber taucht erst im 5 Heft auf. Bis dahin liegt der Fokus ganz auf Peter Parker und seinen alltäglichen Problemen, und natürlich dem erforschen der neuen Kräfte.
Man könnte Bendis vorwerfen, sein Schreibstil sei zu langsam, es passiere nie etwas. Aber das stimmt nicht. Er löst die gewaltige Aufgabe genau richtig. Denn würde zuviel auf einmal geschehen, wären wir wieder bei der Ausgangsituation und die Leser überfordert.
Aber mit der gemächlichen Einführung der beliebten Personen wie Dr. Octavius oder Norman Osborn kommt trotzdem Spannung auf, das Ganze liest sich locker und flüssig. Und wenn dann im letzten Teil ein gewisser „Grüner Kobold“ auftaucht, werden wohl alle Fans feiern, obwohl die Figur komplett anders ist als im Original.
Aber ein Comic kann noch so gut geschrieben sein, wenn das Art nicht stimmt, ist es trotzdem mühsam zum lesen. Aber auch hier bewies Marvel eine glückliche Hand. Mark Bagley zeichnet offen und leicht, seine Figuren sind dynamisch und man erkennt jede Person als Spidey Leser sofort. Nur bei den Kampfszenen werden die Panels manchmal etwas zu grosszügig eingesetzt, so besteht US Ausgabe 7 praktisch nur noch aus dem Fight.
Farblich ist alles gut gelungen und je nach Situation gibt es viel Details zu entdecken.
Fazit: Eine gelungene Neuinterpretation einer grossen Comic Reihe. Autor und Zeichner passen perfekt zusammen und Spidey ist noch Spidey. Kleinere Mängel sind schnell wieder vergessen, die Fortsetzung wird sehnsüchtig erwartet. Der grösste Minuspunkt wäre wohl, dass man noch nicht sonderlich viel Neues erfährt und der Band so schnell durch ist. Aber in den weiteren Heften wird genug Neues geschehen, um die ultimative Serie zu rechtfertigen.

