Ich wurde gestern von meiner guten Hälfte zum Film überredet; sie hat den mal im TV gesehen, war extrem begeistert und hat sich dann die Bücher gekauft sowie die UK-BR und keine Ruhe gegeben, bis ich mit am Fernseher saß. Diese übersteigerte Begeisterung kann ich zwar nicht ganz teilen, dennoch ist "Tomorrow When The War Began", obwohl er anmutet wie ein ellenlanger Prolog für noch mehr (wozu es seltsamerweise nie gekommen ist - müssten die Originaldarsteller nicht langsam zu alt sein, um überzeugend an den ersten Film anzuknüpfen?), ein eindringliches What-If-Szenario mit akuten Bezügen zu einer vorstellbaren Realität, also ganz ohne eskapistiosche Verfremdung. Wie schon mehrmals hier angedeutet, im Grunde nimmt sich der australische Film das US-Pendant "Red Dawn" vor und tauscht gerade die Stellen aus, die dort für einen reaktionären Eindruck sorgten, um sie stattdessen mit einfühlsamen Coming-Of-Age-Schicksalen zu füllen und die Handlungen, zu denen die Beteiligten gezwungen werden, zu hinterfragen, selbst wenn die ein oder andere Poster-Einstellung doch wieder eine Glorifizierung der Gruppe provoziert, selbst wenn sie vielleicht nur als Zeugnis der Reife verwendet wurde.
Abseits dessen ist "Tomorrow, When The War Began" vor allem ein tempotechnisch ausbalanciertes Actiondrama, das jederzeit im richtigen Moment die Knöpfe zu drücken weiß und den nachdenklichen Kontext daher sehr gut mit Unterhaltungswerten zu füllen weiß.
