
Originaltitel: Maximum Force
Produktionsjahr: 1992
Herstellungsland: USA
Regie: Joseph Merhi
Darsteller: Sam J. Jones, Sherrie Rose, Jason Lively, John Saxon, Richard Lynch u.a.
Fast die gesamte Wirtschaft von Los Angeles wird von einem einflussreichen Gangsterboß namens Tanabi (Richard Lynch, weiß der Geier, warum er einen japanisch klingenden Namen bekommen hat) kontrolliert. Daß dieser sich seine Macht wohl kaum mit legalen Mitteln erarbeitet hat, dürfte klar sein. Er kontrolliert nicht nur fast die gesamte Unterwelt, er hat auch große Teile der legalen Wirtschaft und vieler Behörden, inklusive der Polizei, infiltriert. Auf seiner Lohnliste stehen sogar der Bürgermeister und die Vize-Polizeipräsidentin. Schon mehrfach haben sicht einzelne Polizeibeamte an Tanabi ein Bein ausgerissen, jedesmal ohne Erfolg. Drei von ihnen, die Cops Sam Jones, Sherrie Rose und Jason Lively werden eines Tages von einem Inspektor (John Saxon), der Tanabi seit 15 Jahren jagt, an einen geheimen Treffpunkt beordert. Er schwört sie darauf ein, dass sie von nun an gemeinsam gegen Tanabi vorgehen sollen. Damit ist die titelgebende „Maximum Force“ geboren, die Tanabi mit vereinter Kraft endlich zur Strecke bringen soll.
Eine der vielen Fließband-Produktionen aus dem Hause PM. Das kann ich wirklich sagen, ohne dabei Gewissensbisse zu bekommen. Verglichen mit dem gestern besprochenen New Killing Machine, schneidet Maximum Force noch ein kleines bisschen schlechter ab.
Der Hauptbestandteil eines Films ist ja meist die Story, die Action meist nur eine nette Dreingabe, um den Film spektakulärer zu machen, etwas fürs Auge zu bieten. Die Story funktioniert hier zwar, ist aber so altbacken und ausgelutscht, wie nur möglich. Es wurde wieder tief in die Klischee-Kiste gegriffen. Dementsprechend ist auch fast der ganze Film vorhersehbar. Zwar ist auch dieser Film wieder ganz gut strukturiert, gehorcht aber letztenendes derselben Grunddramaturgie, wie zig andere Actionfilme auch.
Auch stilistisch bietet dieser Film keinerlei Innovationen. Der größte Kritikpunkt von meiner Seite aus ist die Tatsache, dass fast der gesamte Film nachts spielt, aus welchem Grund auch immer. Wollte man vielleicht eine Atmosphäre ständiger Bedrohung damit schaffen? Wenn ja, ist das praktisch nicht gelungen, denn eine solche Wirkung erzielt man eher mit dem Kontrastieren von Tag- und Nachtszenen, wie es zahlreiche andere Actionfilme wesentlich besser schaffen. Noch dazu sind die Schauplätze fast so beliebig, wie austauschbar, meist in der ständig gleichen Farb- und Bildkomposition in Szene gesetzt. Meist ist ein Teil des Bildes in tiefes Blau getaucht, ein anderer Teil des Bildes wird von irgendeiner Lichtquelle, wo man sich öfters fragt, wo kommt denn das Licht jetzt her, in Gelb oder Goldgelb getaucht. Das wird teilweise bis zum Überdruß eingesetzt, dass man es irgendwann nicht mehr sehen kann. Zu allem Überfluß kommt in einigen Szenen auch noch dieser Dampf oder Nebel hinzu, der stilgerecht beleuchtet wird, aber wo man sich ebenfalls nach dem Sinn des Ganzen fragt. Das mag zwar in einem Edgar-Wallace-Film funktionieren, sehr gut auch im ersten Terminator-Film, aber wenn dieses Stilmittel ständig zu sehen ist, verliert es einfach massiv an Wirkung und ist irgendwann so abgegriffen und ausgelutscht, wie die Story dieses Films.
Die Schauspielleistungen bewegen sich alle im Mittelmaß, aber man muß doch sagen, dass die 3 Hauptpersonen, die Cops, ganz gut gewählt wurden. Sam Jones, der körperlich fitteste der Drei, macht meist die Kraftarbeit. Sherrie Rose steht ihm dabei tatkräftig zur Seite, kann ordentlich zuschlagen, ist zudem auch noch sehr hübsch anzusehen, was man allerdings am stärksten nur in einer Szene am Anfang sieht (in der mit dem Freier und der anschließenden Klopperei). Einen schönen Kontrast dazu bildet der Dritte im Bunde, Jason Lively. Er ist so eine Art Indie-Cop, etwas längere Haare, immer leger gekleidet und ein absoluter Waffen- und Technik-Crack. Immer bestens ausgestattet mit solchen Dingen nützt ihm das alles nichts, denn er stirbt in der zweiten Hälfte. Wie es dazu kommt, ist dann auch die Stelle wo der Film mal einen Hauch von Individualität zeigt. Hätte mir da eher gewünscht, dass er im Showdown mal so richtig seine Trickkiste auspacken kann.
So ergibt das Cop-Trio dann doch die personelle Leuchte des Films. Sonstige Schauspieler sind nicht der Rede wert, Richard Lynch hat nur wenig Screentime und wirkt genauso harmlos, wie in Invasion USA. Ansonsten gibt es nur das übliche Kanonenfutter: Durchtrainierte Kickboxer, mittelamerikanische Drogenhändler mit Rasta-Frisur und die üblichen Anzugträger mit Waffe unter der Jacke.
So durchschnittlich, wie der gesamte Film, ist auch die Action geraten. Dabei beginnt der Film eigentlich sehr hoffnungsvoll. In der Opening-Szene (die einzige längere Szene, die bei Tageslicht spielt) beobachtet Jason Lively mit seinem High-Tech-Equipment einen Waffendeal. Die Gangster bemerken Lively und es kommt zu einem Schusswechsel. Am Ende der Szene jagt Lively mit einer Bazooka einen Hubschrauber in die Luft. Recht zackig geht es die nächsten 20 Minuten weiter. 3-4 gekonnte Prügeleien kann man hier bestaunen, meist versuchen die Cops Jones und Rose Leute von Tanabi zu verhaften. Richtig klasse ist die Szene, als Richard Lynch zu Ivan, seiner rechten Hand, sagt: „Bring doch bitte den Nigger dazu, dass er mir richtig zuhört“. Einer der seltenen wirklichen Glanzpunkte des Films.
Bald stellt sich jedoch Ernüchterung ein, ok, das liegt auch an der Story, die ja vorangebracht werden muß, nur fesselt die eben leider kaum. Die Trainingsszenen der drei Cops (sie müssen sich für den Kampf gegen Tanabi ordentlich fit machen) sind sehr unspektakulär und größtenteils nur von dieser seelenlosen Synthie-Dudel-Musik unterlegt.
Die Idee mit den explodierenden Spielzeugautos (leider auch nicht neu), sorgt dann für einige kleine Explosionen mit umherfliegenden Baddies. Nach einigen Schicksalsschlägen, wie etwa dem Tod von Jason Lively, bahnt sich der Showdown an, von dem ich mir doch einiges mehr versprochen hatte. Jones und Rose dringen zusammen mit einem Hulk-Hogan-Verschnitt in Tanabis Hauptquartier ein und das große Massensterben beginnt. Reihenweisen werden da die Bösen entweder nach kurzen Zweikämpfen oder Schusswechseln erledigt, ohne dass diese Action(szenen) sich von zig anderen Filmen großartig abheben. Am Ende bleiben dann nur noch zwei gegen zwei übrig, die abschließende Szene mit dem Hubschrauber bringt noch mal eine leichte Steigerung ins Geschehen, reißt aber auch nicht mehr viel raus. So bleibt es leider nur ein Showdown von der Stange.
Unterm Strich bleibt ein weiteres seelenloses und stromlinienförmiges PM-Actionvehikel übrig, dessen eigene Ideenlosigkeit und Beliebigkeit ihm im Weg steht. Ich rate da eher zu dem etwa zur selben Zeit entstandenen „Zero Tolerance“.
Ich habe den Film auf der deutschen VHS von Pacific gesehen, was ungeschnitten und in ordentlicher Qualität daherkommt. Ungeschnittene DVDs, zu denen ich aber weiter nichts sagen kann, kommen aus Holland und England.
Vielleicht kann hier noch irgendjemand der anderen Cracks (kami, freeman oder McClane) mir sagen, was es mit diesem Film auf sich hat. Ist das ein offizieller zweiter Teil oder wurde der nur als „Maximum Force 2“ vermarktet?





