Django - Unbarmherzig wie die Sonne
Die Hauptfigur Cash, die in Deutschland mal wieder seinerzeit kommerzgeil in Django umgetauft wurde, hat sich vorgenommen die Mörder seines Bruders unter die Erde zu bringen. Indem die Hauptfigur diese also nacheinander abklappert ohne dass diese untereinander nunmehr Jahre nach der Tat noch irgendwas miteinander zu tun hätten, wird das Werk zum Episodenfilm, in dem Cash (bzw. Django) die einzige Konstante ist. Zusätzlich sind einige Dinge etwas wirr montiert und der Film hat mit einigen Längen zu kämpfen und dennoch, trotz dieser zugegebenermaßen nicht gerade begeisternden Kritikpunkte, würde ich diesen Film geneigten Zuschauern empfehlen, da er aus dem Italo-Western-Allerlei deutlich hinaussticht. Einzig möchte man dem ganzen Treiben manchmal zurufen: Nun trödelt's halt nicht so, es geht doch auch alles etwas actionreicher! Aber Regisseur Mario Lanfranchi schuf mit diesem ersten und einzigen Ausflug ins Western-Genre einen stylischen Racheritt (obwohl kaum Pferde vorkommen), mit tollen Bildern und Farben und der wohl gleichzeitig langsamsten aber auch den Zuschauer beinahe körperlich die Hitze und den Pein fühlen lassenden Verfolgsjagd (treffender: Verfolgungskriecherei und -humepelei) zu Beginn! Zudem werden die Bösewichte allesamt von gestandenen Routiniers verkörpert, zum Beispiel Tomas Milian als wunderbar neurotischer Albino, der als letzter dran glauben muss.
Trotz nicht zu verneinender Kritikpunkte also absolut einen Blick wert und ein Tipp für Genrefans! (wenngleich ich mich bei der Punktevergabe ein wenig zur Vernunft rufe)
,5
Detour
("Umleitung")
In Anbetracht des Alters (1945) passabler kurzweiliger Film Noir und Drama um einen ständig abgebrannten Barpianisten, der seiner Liebe von New York nach Los Angeles per Anhalter hinterherfährt und unterwegs in den Schlamassel seines Lebens gerät. Seine Mitfahrgelegenheit stribt ohne sein zutun, doch er manöviert sich so in die Lage rein, dass er in den Fängen einer Furie landet, der er bei weiteren unliebsamen Machenschaften helfen muss, sonst würde sie zur Polizei gehen und einem armen Kerl wie ihm würde sowieso keiner glauben... Das Ende ist dann zwar so einfallsreich nicht gerade, aber schlecht ist das ganze auch nicht.
und weil das Studium manchmal nicht nur Spaß ist (haha), folgte dem eher unfreiwillig noch:
Leave Her To Heaven
("Todsünde")
Nach der schier nicht auszuhaltenden wannabe-romantischen ersten Hälfte, in der der widerlich integere Charakter von Hauptfigur Richard mit der umtriebigen Ellen anbändelt, nimmt der Film in der zweiten Hälfte zwar nicht wirklich Fahrt auf, aber kommt zumindest ein bisschen in die Pötte und entwickelt sich immerhin vom vollkommen belanglosen Ekelkitsch zu einem halbwegs fatalistischen Melodram. Ellen nämlich ist auf alles und jeden um Richard herum eifersüchtig und geht über Leichen um ihn für sich zu haben. Zuerst lässt sie den körperlich behinderten kleinen Bruder von ihm eiskalt ertrinken und später verliert sie aufgrund eines "Unfalls" berechnend ihr noch nicht geborenes Kind. Als der Knoten dann platzt und der treudoofe Richard sie endlich verlassen will und mit der jahrelangen Freundin und Haushaltshilfe Ruth etwas am laufen zu haben scheint, brennen bei Ellen endgültig alle Sicherungen durch und sie begeht Selbstmord. Dies fädelt sie allerdings so ein, dass Richard und Ruth des Mordes an ihr angeklagt werden und um ein Haar auch verurteilt werden. Diese zweite dramatische Hälfte muss man dem Film wohl aufgrund seines Alters (hat ebenfalls schon respektable 62 Lenze auf dem Buckel!) tatsächlich zu Gute halten, aber das widerliche overacting und der triefende Kitsch über beinahe die volle Distanz nötigt mich dazu, bewertungstechnisch nicht über die Stränge zu schlagen. Nungut, fairerweise muss man sagen, dass Melodramen bei mir natürlich fast schon im vorhinein verschissen haben, aber ich halte dem Kram ja immerhin noch den Skandalcharakter zu Gute und im Schlussdrittel hat das ganze sogar fast etwas von Hitchcock... naja nu is aber auch mal gut
