Klick

Soso, America's Darling Adam Sandler möchte nun also offenbar auch langsam ins seriösere Fach wechseln wie jeder Komiker, der sich auf eine einzelne Dimension reduziert fühlt. Also unterschreibt er bei einem Film, der aufgrund seiner gar nicht mal so dummen Idee die Substanz für etwas Tiefe besitzt - eine Nähe zum gelungenen "Schräger als Fiktion" ist auf jeden Fall zu spüren.
Nur leider bleibt "Klick" im Rahmen ein stinknormaler "Wie werde ich ein besserer Mensch"-Abriss, der nicht weniger vorhersehbar ist als eine x-beliebige Romanze. Furz- und Tierkopulationswitze sind omnipräsent und lassen Sandler einfach nicht aus seiner Haut raus. In der Konsequenz existiert ein Ungleichgewicht in der Sorte des Humors, der nicht so recht weiß, ob er ein primitives Publikum unterhalten oder nicht doch den Sinn für feingeistigen und nachdenklichen Humor bedienen soll.
Das trändrüsige Finale ist zwar meines Ermessens nicht ganz der platte Moralkitsch, sondern hat durch die Qualitäten der Grundidde doch einen gewissen Unterbau, aber vergeigt wird's trotzdem, weil Sandler einfach kein guter Schauspieler ist und weil das Fäkalkomödiengerüst dem Zuschauer bitter im Munde klebt wie David Hasselhoff der Geschmack von Sandlers Furz.
Was es übrigens mit Hasselhoff an sich hat, dass er selbst in ernstgemeinten Rollen so wirkt, als feiere er mal wieder nur ein Cameo, weiß ich auch nicht...
Für einige witzige Szenen, einen gewohnt souveränen Walken, nette visuelle Effekte und eine Beckinsale zum Anbeißen:
Der Zauberer von Oz

Ich gelte als Musicalhasser und bin es wohl auch, verschließe mich dem Genre aber keineswegs und nehme mit, was ich kriegen kann. "The Wizard of Oz" hatte es besonders leicht, denn ein Simpsons- und Futurama-Fan muss aufgrund der unzähligen Anspielungen einfach mal diesen Film gesehen haben.
Und siehe da: Ein gar zauberhaft naives Plädoyer für die Heimat, so herrlich künstlich und zuckersüß, dass man die bunte Technicolor-Welt am liebsten drücken und umarmen möchte.
Wenn Mädchen, Vogelscheuche, Blechmann und Löwe (allesamt, besonders die Vogelscheuche, mit ganz hervorragendem Make Up) durch die bunte Gegend stolzieren, singend und tanzend, und Hirn, Herz und Mut suchen, so möchte man sie in ein Kopfkissen stecken und knuddeln, weil allesamt so treudoof sind. Das macht irgendwo den Reiz an der ganzen Sache aus und ich muss gestehen, ich hatte meinen Spaß. Auch wenn das Ganze moralisch heute in seiner Radikalität nicht mehr ernst genommen werden darf.
P.S. Und endlich weiß ich, was es mit der Szene bei den Simpsons auf sich hat, wo Homer die Brille aus dem Klo fischt, sie aufsetzt und einen klugen Spruch ablässt. ;)
Little Miss Sunshine

Wow! Ich kann mit Fug und Recht behaupten, sehr angenehm überrascht worden zu sein von der ehrlichen Wärme, die mir dieses kleine Juwel mit auf den Weg gegeben hat. Ein familiäres Ensemblespiel eingebettet in ein Road Movie, an dessen Ende etwas Künstliches wartet, das von einer bis dato dysfunktionalen Familie demontiert werden will.
Die Botschaft ist alt und inzwischen vielleicht gar altklug (die Sechziger sind nun mal vorbei), aber immer noch aller Ehren wert. Und die Darstellergarde, die sich da in den alten, gelben (die Farbe der Glückseligkeit) Bus quetscht, kann kaum genug gelobt werden. Jeder auf seine Art das Herzstück des Filmes, wobei es mir Steve Carell ganz besonders angetan hat.
Manche Aktion passt irgendwo nicht ganz zu dem realistischen Anstrich (Entführung aus dem Krankenhaus), aber das ist zu verschmerzen in Anbetracht dessen, wie gut "Little Miss Sunshine" tut.

, aber die 9 ist in Reichweite.