Star Trek: Renegades
Gestern Abend also die Premiere für alle "Backer" und obwohl meine Vorfreude nach dem Trailer schon gesunken war, schaffte es der fertige Film diese noch zu unterbieten. Ja es ist eine Fanfilm Produktion, so die geläufige Argumentation. Dennoch, verheißungsvoll angekündigt, mit einem durchaus netten Budget ausgestattet, viel Freiwilligenarbeit samt alteingesessenem Trek Person, sowie dem fantastisch aussehenden "Konkurrenzprodukt": Star Trek Axanar (für wohlgemerkt nur 75.000 $), da muss doch einfach etwas Ordentliches herum kommen. Tut es aber nicht. Ich weiß freilich nicht, was man an manchen VFX noch nachträglich polieren will respektive kann, so der Hinweis auf diese fast fertige Finalversion, aber solche unerträglich VFX erinnern dann doch eher an alte Amiga 3D Animationen.
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Die Raumschlacht weiß dann zwar deutlich besser zu gefallen, erinnert aber immer noch zu sehr an einen Computerspielvorspann. Zudem sind die Bewegungsabläufe der Schiffe einfach zu ruckelig und zerfahren, generell fehlt es bei den Schiffen an Detailschärfe und das Sounddesign wirkt seltsam eindimensional. Interessant, dass bei beiden Projekten (Axanar) "Tobias Richter" an der VFX Erstellung beteiligt ist.
Zum Vergleich eine VFX Sequenz von Axanar
https://www.youtube.com/watch?v=-H9RprPO4YA
Immerhin, Star Trek immer schon politisch korrekt, lanciert bei den maximal 10 Statisten eine faire Aufteilung der gängigen Rassen, so dass sich niemand als Minderheit fühlen muss. Die schlecht sitzenden Masken, allen voran die des Lumps mit seiner Predator Fresse, können derweil zu keinem Zeitpunkt höheren Ansprüchen stand halten. Ja, die Prothese sitzt augenscheinlich so schlecht, dass darunter die Aussprache leidet. Immerhin, das rassige Goth Chick als Captain macht eine gute Figur, auch wenn sie sich eigentlich nur aggro durchboxt oder Leute erschießt. Dem Rest, obwohl stellenweise erfahrene Schauspieler, fehlte es wohl an einer entsprechenden Regie. Nett, das Admiral Nimoy Memorial auf der Erde, nett auch der Score, der jedoch in vielen Szenen einfach nicht harmoniert. Hier sei erneut Star Trek Axanar erwähnt, dessen Score vollends überzeugt und den Filmbildern die Sporen gibt. Set und Kulissen erinnern zudem leider eher an eine Schultheateraufführung und sind als billige Plastikbauten immer erkennbar. Nachdem jetzt auf hohem Niveau gemeckert wurde, kann man vielleicht auch mal was Gutes sagen? Ok! Obwohl die Idee der "Outcasts" ja nicht neu ist, haben wir es hier mit einer faszinierenden Möglichkeit zu tun, das Trek Universum aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten, ja sogar ganz neue Möglichkeiten hinsichtlich der gängigen Charakterzeichnungen und Plotstränge. Als Serienkonzept würde mir das wohl sehr zu gefallen wissen, von daher kann man diesen Film durchaus als Konzeptfilm für CBS betrachten, als gelungener Fanfilm hat er für mich aber leider etwas versagt. Vielleicht ist meine Kritik zu hart, doch Renegades muss sich ab sofort auch an anderen Fanfilm Projekten messen lassen und da spielt das Endprodukt, trotz entsprechender Ressourcen, einfach nicht in der A-Liga.
