Halo
Neben der tollen „Halo“-Serie gab es bereits mehrfach Versuche, das „Halo“-Universum filmisch zu erweitern. Ein paar davon hab ich mir zuletzt am Stück reingezimmert:
Halo: Forward unto Dawn
Der Spielfilm handelt einen Angriff der Allianz auf die Menschheit in einer Randkolonie ab. Handlungsort ist eine Kadetten-Akademie, in der der Held lernen muss, was es braucht, um Anführer zu werden. Das ist klischeeverseucht wie sonstwas und kein Stück spannend, nimmt aber mal eben die Hälfte der Laufzeit ein. Allmählich werden dann aber Hinweise in Richtung seltsamer Vorgänge gestreut. Man erspäht einen Spartan und einen Außerirdischen. Die schlagen dann nach 40 Minuten endlich zu und es folgt eine wesentlich stärkere zweite Filmhälfte, in der eine Handvoll Kadetten mithilfe des Masterchiefs zu überleben versucht. Hier lassen die Mannen von Microsoft, die hinter dem Film stehen, dann die Effektmuskeln spielen und hauen ein paar coole Momente raus – gerne auch in Zeitlupe, so sicher waren sie sich ihrer Effektkünste. Zu Recht. Trotzdem ist der Einstieg wirklich schwer durchzuhalten.
Halo: The Fall of Reach
Dieser 3D-Animationsfilm taucht tief ein in die Geschichte des Masterchief. Leider hangelt man sich auch hier an arg klischeeverseuchten Handlungssträngen entlang. So findet man eher selten in den Film und seine Charaktere hinein. Letztere wurden obendrein gruselig animiert und bewegen sich nicht nur hakelig, sondern sehen auch wie Horrorfiguren aus. Zumindest macht die zweite Hälfte mit Action satt durchaus Laune und sind hier alle Figuren unter ihren Rüstungen versteckt – was es den Animatoren einfacher machte.
Halo: Legends
Zahlreiche japanische Animatoren machten sich hier über „Halo“ her und erzählen mal von den Anfängen des Universums, fokussieren auf Storys aus der „Halo“-Welt und vertiefen auch mal Teile der Allianz. Alles im Anime-Stil in verschiedenen Animationsstilen. Die Kurzgeschichten geraten durchweg sehr spannend und machen die „Halo“-Welt durchaus komplexer. Optisch total irre gerät „Das Duell“. Die Folge spielt weit vor den Konflikten zwischen der Allianz und den Menschen und fokussiert auf die Arbiter, die hier wie eine Samurai-Kaste rüberkommen. Die Hintergründe wirken handgezeichnet, die Figuren jedoch wurden 3D-animiert und sehen aus wie Pixelhaufen oder wie ein Porno in 360 Pixel-Qualität. Aber irgendwie hat der daraus folgende, total kontrastarme Look was.
Halo: Nightfall
Der Film wurde aus mehreren Teilen einer Webserie zusammengestückelt und ist mit „Pitch Black“ im „Halo“-Umfeld ganz nett umschrieben. Ein paar Menschen sollen auf den Resten eines Halos eine gewaltige Bombe zünden, damit das „Bauwerk“ nicht in feindliche Hände fällt. Doch auf den Resten werden die Soldaten schnell von seltsamen Würmern verfolgt, die ihnen ans Leben wollen. Die durchgehende Düsternis im Film wird zwar logisch etabliert, geht einem aber dennoch schnell auf den Zünder. Zudem wirkt der Film immer mal wieder unlogisch und in den Effekten nicht sattelfest. Was verwundert, da neben Microsoft sogar Ridley Scott Geld reinfeuerte. Zudem wirken die „Halo“-Elemente eher bemüht in die Handlung geworfen. Trotzdem kann man dem Streifen einen gewissen Unterhaltungsgrad nicht absprechen. Er ist aber eindeutig knapp 20 Minuten zu lang.
In diesem Sinne:
freeman