Irgendwie klang die Prämisse ("Crawl" meets "Hard Rain" meets Hai-Horror) besser als der Film am Ende geworden ist. Das Szenario ist schon ein Pfund, mit dem "Thrash" wuchern kann, die Überraschung ist erfreulich wertig, gerade in Sachen Mid-Budget-CGI. Dummerweise muss kann man sich anhand der Charakterschablonen (junge Frau mit Agoraphobie, Hochschwangere, geknechtete Pflegekinder, arschige Pflegeeltern, namenlose Zwei-Szenen-Dudes) schon die Überlebenschancen aller Beteiligten direkt ausrechnen, denn da beachtet "Thrash" jedes Genreklischee und fräst die meisten Opfer eh vor der Halbzeitmarke weg. Noch dazu scheint der Film zwischen zwei Extremen gefangen zu sein. Einerseits versucht er dem Genre mehr Realismus einzuimpfen, gerade wenn er Djimon Hounsou als Meeresbiologen immer wieder Fakten aufsagen lässt, die Filmklischees widersprechen (z.B. dass Bullenhaie für Menschen viel gefährlicher sind als weiße Hai). An anderer Stelle werden die Unglaubwürdigkeitsregler auf 11 gedreht: Die Unterwassergeburt toppt nicht nur "Apocalypto", sondern die körperlichen Fähigkeiten der frisch gebackenen Mutti direkt nach der Entbindung sind auch erstaunlich. Wobei das noch nicht mal der größte Käse ist.
Da wird der böse Pflegepapi erst von den Haien vermeintlich verknurpst und zumindest angeknabbert, taucht aber gegen Ende mitten in der Küche auf und muss wohl verletzt und blutend durch das haiverseuchte Wasser gekraucht sein, ohne dass ihm was passiert, während die Haie sonst alles andere in Rekordzeit ausfindig machen und wegschnabulieren.
Hinzu kommt, dass - Vince sagt es ja schon - der eine Schauplatz (Pflegefamilie) null mit dem Rest der Handlung zusammenhängt, dass "Thrash" weder tighte Survivalstory noch Panoptikum eines Überlebenskampfes ist. Wirkola gelingen immer wieder spannende Einzelszenen, gerade wenn die Umstände einzelne Figuren zum Spießrutenlauf bzw. Spießrutenschwimmen zwingen, aber einen richtigen Flow bekommt "Trash" nicht hin, weshalb das Finale etwas abrupt wirkt, trotz eines coolen (wenn auch nicht gerade realistischen) Deus-Ex-Machina-Moments. Immerhin: Den doofen "Im Wasser der Seine" steckt er klar in die Tasche.

Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]
Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]