Filmtagebuch: StS

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Re: Coherence

Beitrag von StS » 19.06.2025, 09:44

Lange schon hatte ich mir Regisseur und Drehbuch-Co-Autor James Ward Byrkit´s „Coherence“ (2013) ansehen wollen – doch nun erst bin letztendlich dazu gekommen. Bei dem Film handelt es sich um einen Science-Fiction-Thriller mit kreativ-komplexen Inhalten und Ideen, aber nur einem geringen Budget: Ein „klassischer Indie“ – sozusagen in der groben Tradition bspw. von Shane Carruth´s „Primer“ und „Upstream Color“ oder Mike Cahill´s „Another Earth“ und „I Origins“. Im Vorliegenden geht es um eine Gruppe an Freunden (darunter Emily Foxler und Nicholas Bendon), die sich zu einem ausgelassenen Abendessen treffen, während draußen ein alle hundert Jahre die Erde passierender Komet am nächtlichen Himmel vorüberzieht (dieses Mal so nah wie nie zuvor). Nach einiger Zeit müssen sie auf einmal feststellen, dass um sie herum scheinbar irgendwelche „Überschneidungen und Übergänge zu Parallelwelten“ entstanden sind; „Doppelgänger“ ihrer selbst inklusive…

Für 50.000 Dollar in fünf Nächten an einer einzigen Location ohne konkret vorhandenem Skript realisiert, haben die Darsteller (sich nur an Notizen und Angaben Byrkits orientierend sowie ihre Dialoge weitestehend improvisierend) ordentliche Performances erbracht und tragen Elemente wie eine „unruhige“ Handkameraführung, abrupte Schnitte und lange Abblenden mit zu der heraufbeschworenen (u.a. Konfusion, Verunsicherung, Angst und Paranoia umfassenden) Atmosphäre bei. Generelle Vermutungen vermischen sich mit quantenphysikalischen Theorien („Schrödingers Katze“ spielt ebenfalls 'ne Rolle) und erfordern eine gewisse Aufmerksamkeit seitens des Zuschauers – obgleich insgesamt nicht gerade tief in die Materie vorgedrungen wird. Allzu viel sollte man über das ganze „Konstrukt“ besser nicht nachdenken – doch wer sich auf den „Flow“ einlassen kann, der wird durchaus ordentlich unterhalten; und das nicht nur dank einiger spannender, cleverer und stimmungsvoll-beklemmender Momente…

:liquid7:


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Re: Filmtagebuch: StS

Beitrag von Vince » 19.06.2025, 14:58

Coherence hat mir auch sehr gefallen, gerade wegen seines schlichten, einfachen Geltungsrahmens. Die Vergleichsfilme sind gut getroffen, wobei ich die Carruth-Filme ungleich sperriger fand, aber sie bedienen schon dieselbe Art von Film.
Konklave hab ich mir bei den 99-Cent-Tagen gekniffen, da der demnächst bei wow auftaucht, da werde ich ihn mir definitiv auch ansehen.

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Re: the Block Island Sound

Beitrag von StS » 08.07.2025, 08:38

the Block Island Sound“ (2020) ist ein Low-Budget-Mystery-Sci-Fi-Horror-Thriller der Geschwister McManus: Kevin und Matthew schrieben das Drehbuch und führten Regie – ihre Schwester Michaela spielt eine der Hauptrollen. Die Imdb-Inhaltsangabe liest sich wie folgt: Etwas lauert vor der Küste von Block Island und beeinflusst stillschweigend das Verhalten des Fischers Tom Lynch. Nachdem er eine Reihe von Ausbrüchen erleidet, bringt er unwissentlich seine Familie in große Gefahr…

Für nur rund 60.000 Dollar realisiert, wartet dieser „Slow-Burn-Indie“ mit guten Performances und einer schön unheilschwanger-unbehaglichen Atmosphäre auf. Ungemütliches Wetter, hunderte tote Fische, die angespült werden, dutzende Vögel, die vom Himmel fallen – dazu seltsame Visionen in Kombination mit den merkwürdigen, für die Leute drum herum Besorgnis-erregenden Verhaltensweisen von Tom sowie später auch von seinem Sohn Harry (Chris Sheffield)…

Was steckt dahinter? Toxine, eine natürliche Ursache – oder ist vielleicht eine Windkraftanlage in der Nähe irgendwie schuld? Handelt es sich dabei um „Öko-Horror“ – oder um etwas Übernatürliches oder sonstwie Anderweitiges? Parallel dazu sind die Spannungen und Sorgen innerhalb der zentralen Familie ebenfalls glaubwürdig und nachvollziehbar – und dass das „McManus-Trio“ generell über ordentlich Talent verfügt, weiß man ja nun spätestens seit „Redux Redux“ (2025)…

Kurzum:  Ein stimmungsvoller kleiner Mystery-Horror-Streifen (für ein entsprechend geneigtes Publikum).

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Re: Filmtagebuch: StS

Beitrag von StS » 24.07.2025, 08:54

Bei „the Stranger“ handelt es sich um einen atmosphärischen chilenischen Horror-Film des in Uruguay geborenen Regisseurs und Drehbuchautors Guillermo Amoedo („the Inhabitant“) aus dem Jahr 2014, welcher in englischer Sprache gedreht sowie von Eli Roth produziert wurde, dessen Ehefrau Lorenza Izzo in einer zentralen Nebenrolle mit von der Partie ist und mit mehreren aus den Reihen der Cast&Crew er zuvor bereits mal zusammengearbeitet hatte…

Der Streifen ist eine Erweiterung von Amoedo´s 2013er Short „the Fourth Horseman“ und erzählt eine düster-dramatische Vampir-Geschichte auf ruhige Weise ohne die meisten der mit einer solchen Materie für gewöhnlich verbundenen Klischees. Lange weiß man auch gar nicht, dass überhaupt derartige Wesen mit im Spiel sind. Ebenfalls positiv zu werten: Die bedrückende Stimmung und das realistische Stadt-auf-dem-Lande-Setting in Chile…

Das Problem ist jedoch, dass das Tempo ein Stück weit zu gering ist, keine wirkliche Spannung aufkommt und man keine ergiebige „emotionale Connection“ zu den Protagonisten aufzubauen vermag. Die gebotenen Brutalitäten kommen „ungeschönt“ arrangiert daher und die Inszenierung und Performances gehen jeweils in Ordnung – doch ist „the Stranger“ insgesamt einfach eine eher träge, ziemlich schwermütige Angelegenheit voller tragischer, harter Schicksale…

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Influencer

Beitrag von StS » 29.07.2025, 09:26

Influencer“ ist ein Thriller aus dem Jahr 2022, der tatsächlich mal mit einem schön doppeldeutig-passenden deutschen Untertitel versehen wurde – nämlich „Trau niemanden, dem du folgst“ – sowie auf ansprechende Weise gesellschafts- und Social-Media-kritische Themenpunkte mit klassischer Genre-Kost vereint. Es werden verschiedene Charaktere und „Seiten der Medaille“ beleuchtet – wobei die Pre-Credits-Sequenz knapp ein Drittel der rund 90-minütigen Lauflänge umfasst (was ich cool fand) und sowohl die Protagonisten als auch die Antagonistin weder durchweg Schwarz/Weiß gestrickt wurden noch (entsprechend) sympathisch/unsympathisch daherkommen. Es gibt Wendungen, Spannung, ordentliche Performances und tolle thailändische Locations. Kurzum: Unterhaltsam und einen Blick wert! Mal sehen, ob das anstehende Sequel da mithalten kann…

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Heretic

Beitrag von StS » 19.08.2025, 08:18

Von dem Duo Scott Beck und Bryan Woods (u.a. „Haunt“ und „65“) verfasst und in Szene gesetzt, handelt es sich bei „Heretic“ (2024) um einen Horror-Thriller, der gut zu „A24“ passt und die Geschichte zweier Mormonen-Missionarinnen (überzeugend: Chloe East und Sophie Thatcher) erzählt, die eines Nachmittags das Haus des um weitere Informationen über ihre Religion bittenden Mr. Reed (großartig: Hugh Grant) aufsuchen – was im Laufe der folgenden Stunden zu einem düsteren Katz&Maus-Spiel rund um ihren Glauben avanciert…

Insgesamt atmosphärisch, handwerklich kompetent und unterhaltsam, gliedert sich der Film jedoch geradezu in zwei Teile: Der erste von Mono- und Dialogen geprägt – samt diverser schwarzhumoriger Spitzen und wahrer Worte zum Thema Religion – der zweite konventioneller, weniger subtil und minder spannend, wohl aber mit nicht uninteressanten (wenn auch abstrusen) Wendungen Schrägstrich Offenbarungen. Dank der Darsteller (Topher Grace ist übrigens auch noch mit von der Partie), Inhalte, wechselnden Dynamiken zwischen den Charakteren und dem düsteren Ganzen war ich am Ende dennoch ordentlich zufrieden…

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Black Bag

Beitrag von StS » 09.09.2025, 10:31

Steven Soderbergh´s „Black Bag“ ist ein feiner Film – gar einer der besten des Jahres 2025. Präzise verfasst von David Koepp sowie mit einer hervorragenden Besetzung (bis in kleinere Nebenrollen hinein) aufwartend – darunter Michael Fassbender, Cate Blanchett, Marisa Abela, Naomi Harris, Regé-Jean Page und Pierce Brosnan – vermag diese Kombination aus Agenten-Thriller und Ehe-Geschichte geneigte Freunde hochwertigerer Kost als „die üblichen Muliplex-Slop-Veröffentlichungen“ rundum zufrieden zu stellen – und zwar u.a. dank einer vorzüglichen Inszenierung (Regie, Schnitt und Kamera-Arbeit), kontinuierlich aufrecht erhaltener Spannung sowie einer interessanten, raffinierten Geschichte; vorhandener „Old-School-Genre-Konventionen“ zum Trotz…

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Re: Filmtagebuch: StS

Beitrag von SFI » 09.09.2025, 16:23

Klingt irgendwie nach einer Trotz-Bewertung, bei dem was man Gegenteiliges liest. :|
DAS UNMASKIERTE SYSTEM

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

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Re: Filmtagebuch: StS

Beitrag von StS » 09.09.2025, 16:35

SFI hat geschrieben:
09.09.2025, 16:23
Klingt irgendwie nach einer Trotz-Bewertung, bei dem was man Gegenteiliges liest. :|
Mit 96% bei RT und einem 85er MetaScore auf Seiten der Kritiker sowie 70% bei RT, 6,7/10 bei Imdb und 3,4/5 bei Letterboxd auf Seiten der Zuschauer... da muss man Gegenteiliges nicht allzu ernst nehmen (diejenigen freuen sich gewiss auch schon auf "Last Witch Hunter 2" :wink:)

Ist halt ein Film, in dem hauptsächlich geredet, taktiert und geschauspielert wird. Da sind viele einfach raus :lol:

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Re: Filmtagebuch: StS

Beitrag von SFI » 10.09.2025, 04:12

Mir ging es eben vor allem um die eher durchschnittlichen imdb und letterboxed Bewertungen als Diskrepanz zur besseren Kritikerwertung, vor allem im Kontext deiner doch recht hohen 8/10, die ich selten sehe.
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Re: Filmtagebuch: StS

Beitrag von StS » 10.09.2025, 09:05

Ich habe es einfach genossen, einen gut gemachten, geschriebenen und gespielten Film zu sehen, der keine Gimmicks oder CGI-Sequenzen benötigt und einen mit einer nicht unnötig komplizierten Geschichte von Anfang bis Ende prima zufrieden stellt. Hat mich ein wenig an Fincher´s "the Killer" erinnert. Sprich: Schau ihn Dir ruhig mal an. Würde mich interessieren, was Du dazu sagst. :wink:

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Prey

Beitrag von StS » 15.09.2025, 08:58

Bei Regisseur und Drehbuchautor Mukunda Michael Dewil´s „Prey“ (2024) handelt es sich um einen amerikanischen Survival-Thriller, der sich in Afrika entfaltet sowie hierzulande unter dem Titel „Kalahari – Hunting Grounds“ veröffentlicht wurde. In dem B-Movie werden ein Arzt (Ryan Phillippe) und seine christliche Missionars-Gattin (Mena Suvari) aufgrund einer sich ihnen nähernden militanten Bande dazu gezwungen, mit einem kleinen Flugzeug aus der Gegend zu fliehen. Leider ist die Maschine überladen, da der Pilot (Emile Hirsch) schwere Kisten mit Nashorn-Hörnern schmuggelt – was zu einem Absturz in einem Gebiet führt, das für seine gefährlichen Wildtiere berühmt-berüchtigt ist…

Enttäuschend ist das Wort, das mir beim Ansehen mehrfach in den Sinn kam. Darstellerisch geht das Gebotene in Ordnung – und die Landschafts- und Tieraufnahmen sind definitiv schick – doch kommt im Vorliegenden kaum Spannung auf, passiert schlichtweg zu wenig und finden einige der Löwen-Angriffe bloß off-Screen statt! Das ist der an sich positiven Gegebenheit zu verdanken, dass echte Raubkatzen beim Dreh verwendet wurden – statt crappy CGIs, die bei der geringen Budget-Höhe gewiss nur möglich gewesen wären – die Tiere aber nicht groß für die konkreten Reißen-und-Töten-Momente genutzt wurden bzw. aus Sicherheitsgründen nicht genutzt werden konnten. Zudem hat es mich geärgert, dass man eine markante Szene aus „the Grey“ nahezu 1:1 kopiert hat, man keine wirklichen Sympathien für die Charaktere aufzubauen vermag und einige getroffene Entscheidungen (wie so oft in solchen Streifen) nicht sonderlich clever sind. Daher mein Tipp: Lieber noch einmal „the Ghost and the Darkness“ oder gar „Beast“ (2022) anschauen…

gute :liquid3:


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Re: Filmtagebuch: StS

Beitrag von Cinefreak » 16.09.2025, 13:16

Heretic

hab ich gestern auch gesehen. Schon spannend, auch religionskritisch, was mir sehr gefallen hat. Allerdings zum Ende hin immer verwirrender. Hab auch leider keine dt. Erklärung gefunden, was das Ende angeht. Und was es mit dem Modell auf dem Tisch genau auf sich hatte. :shock:
Schon sehenswert, würde da etwa mit deiner MEinung mitgehen
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the Heretics

Beitrag von StS » 22.09.2025, 08:40

Bei „the Heretics“ (2017) handelt es sich um einen Horror-Streifen von Regisseur und Skriptautor Chad Archibald (u.a. „the Drownsman“ und „Bite“) aus der kanadischen Indie-Genre-Schmiede „Black Fawn Films“, deren Veröffentlichungen meist von brauchbarer Produktionsqualität sind und sowohl inhaltlich als auch stilistisch oft durchaus Interessantes zu bieten haben – siehe bspw. „Antisocial“, „the Oak Room“ oder „I´ll take your Dead“…

Erzählt wird die Geschichte von Gloria (Nina Kiri), die vor fünf Jahren von einem Kult entführt wurde, deren Mitglieder in ihrem Beisein schließlich Selbstmord begingen. Seither gelang es ihr, ein halbwegs normales Leben zu führen – Freundin (Jorja Cadence) und Job in einer kirchlichen Einrichtung inklusive – bevor sie dann aber plötzlich von einem Überlebenden (Ry Barrett) des Kults verschleppt und in seine Waldhütte eingesperrt wird…

„the Heretics“ hat mich tatsächlich in Gestalt zweier Wendungen positiv überraschen können, die ich so nicht habe kommen sehen – was auch nicht nur daran lag, dass ich eher etwas in der Richtung von „klassischem Sekten-Horror“ erwartet habe; und nicht unbedingt einen Verlauf mit einer größeren „Body Horror“-Komponente. Im Bereich der Charakter-Zeichnungen, Dialoge und einzelnen Szenen hätte ich mir indes ein Stück weit mehr gewünscht…

In gewohnter Weise hat Archibald ordentlich was aus seinem nicht gerade üppigen Budget herausgeholt: Düster-unheilvoll-atmosphärische Bilder und Sets – vor allem aber wirklich feine Makeup-Arbeit, die absolut vorzeigbar ist. Dazu noch solide Darsteller und Performances, punktuelle „Härten“ und Jump-Scares sowie so gut wie keine CGIs – weshalb ein markanter Moment „aus dem Rechner“ dafür aber leider umso deutlicher heraussticht…

Kurzum: Ein solides B-Movie – sowohl mit einigen Stärken als auch Schwächen (darunter eine oberflächliche Vorlage und ein bloß mäßiger Spannungsgrad)…

:liquid5:


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99 Homes

Beitrag von StS » 30.09.2025, 08:16

Bei „99 Homes“ handelt es sich um ein Drama von Ramin Bahrani aus dem Jahr 2014, in welchem der kürzlich joblos gewordene alleinerziehende Vater Dennis (Andrew Garfield) die Ratenzahlungen für das Haus, in dem er mit seiner Mutter (Laura Dern) und seinem Sohn wohnt, nicht mehr zahlen kann – worauf es zu einer Zwangsräumung und Enteignung kommt, die von der Polizei und dem Immobilienmakler Rick Carver (Michael Shannon) vollzogen wird. Aus der Not heraus beginnt Dennis wenig später für Rick zu arbeiten, als dieser dem fleißigen und kompetenten Handwerker einen Job anbietet – und als er sich im Folgenden gut macht, befördert ihn Rick schließlich in die stattlich bezahlte Position hinein, fortan selbst nun Leute „auf die Straße zu setzen“…

Angesiedelt in Florida nach der großen 2007er/2008er Immobilienkrise, entfaltet sich der Film auf nüchterne Weise – also weder melodramatisch, ironisch noch psychologisierend, sondern gradlinig und realistisch (sprich: anders als bspw. Adam McKay´s „the Big Short“). Rick schlägt skrupellos aus dem Elend der Menschen Profit – will nicht so wie sein eigener Vater enden, der immer emsig war, bis er einen Unfall erlitt und die Krankenversicherung ihn im Stich ließ. Er manipuliert das System und strebt einen großen, ungemein lukrativen Auftrag/Deal an – in dessen Rahmen es auch einen Cameo-Auftritt von Clancy Brown gibt…

Dennis wird von dem „Strudel“ mitgerissen und durchleidet einen belastenden Gewissens-Konflikt. Überzeugend gespielt und kompetent in Szene gesetzt, ist das Ergebnis durchaus sehenswert – auch wenn Bahrami´s „Direktheit“ einen so manches nicht selbst herleiten oder herausinterpretieren lässt. Ein solides Maß an Mitleid und Wut erzeugt er aber auf jeden Fall. Das betreffende System ist kaputt – das ist schon länger kein Geheimnis mehr. Der „kleine Mann“ leidet darunter – während die (Einfluss-)Reichen davonkommen. Rick dazu: „America doesn't bail out the losers! America was built by bailing out winners! By rigging a nation of winners: for the winners – by the winners! You go to church, Nash? Only one in a hundred gonna get on that ark, son! And every other poor soul's gonna drown. I'm not gonna drown!“

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Eden

Beitrag von StS » 10.10.2025, 08:21

Bei „Eden“ (2024) handelt es sich um einen dramatischen Survival-Thriller von Ron Howard, der die wahre Geschichte zweier deutscher Auswanderer-Ehepaare (Jude Law & Vanessa Kirby sowie Daniel Brühl & Sydney Sweeney) auf einer bis dato unbesiedelten Galápagos-Insel in den 1930ern erzählt, wo sie sich bloß notgedrungen miteinander vor Ort arrangieren – bis die exzentrisch-reiche Baronin Eloise Bosquet de Wagner Wehrhorn (Ana de Armas) samt kleiner Entourage ebenfalls dort eintrifft und dieses „fragile Gefüge“ einer starken Belastungsprobe aussetzt…

Dieses reizvolle „gesellschaftliches Experiment“ – über die Hintergründe dessen Scheitern es widersprüchliche Aussagen (der Überlebenden) gibt – ist interessant anzusehen und punktet in erster Linie dank seiner jeweils rundum überzeugend performenden fünf Leads – mit Sweeney und Kirby vorweg; u.a. auch, weil sie seitens des Skripts am meisten gefordert wurden (Law und Brühl agieren indes gewohnt kompetent und de Armas ist vergnüglich reich an Spielfreude). Dem Ensemble gelingt es, einige Schwächen der Vorlage im Rahmen ihrer Darbietungen und Interaktionen dienlich zu kaschieren – die „Gruppendynamik“ der Figuren und Akteure ist wirklich fein geraten…

Gefilmt in Australien, kompetent bebildert von Mathias Herndl, der die schöne Landschaft angepasst rau (statt „paradiesisch“) eingefangen hat, sowie mit einem gewohnt klangvollen Soundtrack Hans Zimmers untermalt, gibt es an „Eden“ vom Handwerklichen her nicht wirklich was zu beklagen. Irgendwie hätte ich mir aber einen anderen Regisseur als Howard gewünscht, der dem Ganzen einen „individuelleren Touch“ hätte geben können – denn so wirkt der Film eher „routiniert-konventionell“. Eine Straffung von 129 auf rund 110 Minuten wäre mir wohl ebenfalls lieber gewesen. Die realen Aufnahmen im Abspann fand ich wiederum toll – wobei ich solche Geschichten generell gern mag…

knappe :liquid6:


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Cult Killer

Beitrag von StS » 14.10.2025, 09:01

Cult Killer“ (2024) ist ein britisch-amerikanischer Thriller, der hierzulande mega-kreativ (und nur bedingt Sinn ergebend) zu „the Last Girl“ umgetitelt sowie von B-Movie-Wenigkönner John Keyes (u.a. „Rogue Hostage“ und „Code Name Banshee“) in Szene gesetzt wurde. Trotz prominenter Abbildung auf dem Poster/Cover taucht Antonio Banderas als Mentor der Hauptprotagonistin überwiegend bloß im Rahmen von Rückblenden auf; bringt seine limitierte Screen-Time aber immerhin zufrieden stellend über die Bühne – während Alice Eve (u.a. „Replicas“ und „the Raven“) als Lead einmal mehr vor Augen führt, warum ihre Karriere nie richtig durchgestartet ist…

Leider wurde die abgründig-düstere, in Irland angesiedelte Geschichte um eine gerade rückfällig gewordene Ex-Alkoholikerin und Privatdetektivin, welche die Ermordung ihres Freunds, AA-Sponsors und Förderers untersucht sowie dabei einer Gruppe reicher, gelangweilter, sadistischer Menschen auf die Spur gerät, die junge Frauen entführen, gefangen halten und nach Russland weiterverkaufen, wenn sie denn „genug mit ihnen gespielt“ haben, zu redselig und konventionell umgesetzt, kommt kaum Spannung auf und hätte das Ganze eine Straffung um eine gute Viertelstunde vertragen können. Etwas mehr inhaltliche Originalität und Kreativität hätte ebenfalls sicher nicht geschadet…

Dass sich der Film viel Zeit nimmt, die Beziehung zwischen Banderas und Eve mit einer gewissen „Tiefe“ zu versehen, ist per se zwar nicht verkehrt – steht dem Thriller-Aspekt (Suspense, Rasanz etc.) aber eher im Wege. Vielleicht hätte man sich stattdessen lieber stärker auf eine „Rächerin“ (Shelley Hennig) oder auf die Täterschaft an sich (darunter Olwen Fouéré) konzentrieren sollen. Darüber hinaus sind zudem noch so einige Unglaubwürdigkeiten und schwache Dialoge zu verzeichnen und wird´s am Ende überraschend (fast schon überzogen) brutal. Kurzum: Trotz einzelner anständiger Momente sowohl auf Seiten der Darsteller als auch der Story und ihrer Umsetzung ist „Cult Killer“ nicht wirklich zu empfehlen…

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Winner

Beitrag von StS » 02.11.2025, 09:16

Reality Winner. Diesen coolen (echten) Namen bzw. die Geschichte der mutigen Whisteblowerin dahinter sollte man eigentlich kennen. Aus dem Verhör unmittelbar vor ihrer Verhaftung machte Tina Satter 2023 das konzeptionell und stilistisch feine True-Life-Drama „Reality“ (mit einer hervorragenden Sydney Sweeney in der Titel-Rolle) – worauf ein Jahr später Susanna Fogel´s („Cat Person“) Biopic „Winner“ seine Veröffentlichung erfuhr…

In letzterer Version der Materie wird eine deutlich breitere Spanne von Reality´s Leben beleuchtet – u.a. ihre Familie, ihr Freund, ihre Arbeit bei der Air Force und einem NSA-Contractor, ihr Prozess und ihre Zeit im Gefängnis. Außerdem geschieht das dieses Mal in Form einer „Dramödie“ – welche es aber trotzdem hinbekommt, das ernste, wichtige Thema angemessen rüberzubringen: Humorvoll, emotional und unterhaltsam zugleich…

Als Lead gefiel mir die talentierte, charmante Britin Emilia Jones (u.a. „CODA“ und „Brimstone“) sehr – ebenso wie Connie Britton als ihre Mutter, Zack Galifianakis als ihr Vater sowie Danny Ramirez als ihr Boyfriend. Als „Bonus“ gibt’s zudem auch noch Kathryn Newton (wie immer, gern gesehen) als ihre Schwester obendrauf – während es handwerklich an diesem „the Big Short“-esk „locker und doch ernsten“ Biopic nichts auszusetzen gibt…

Kurzum: „Winner“ und „Reality“ sind zwei unterschiedliche, jeweils gelungene Filme, die durchaus gar als „Double Feature“ empfehlbar sind – dann aber in der just genannten Reihenfolge. Wertungstechnisch lag ich bei „Reality“ bei einer 8,5/10 – „Winner“ würde ich indes wie folgt bewerten:

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Re: Filmtagebuch: StS

Beitrag von Vince » 02.11.2025, 17:15

Um nochmal kurz auf Black Bag zurückzukommen, der ist gerade bei Prime zum Leihen für 0,99 verfügbar. Ich sträube mich aber irgendwie, denn einen wirklich guten Film habe ich von Soderbergh lange nicht gesehen, der letzte, den ich gesehen habe, war sogar ein Debakel (lag aber dann eher am Stoff in Form eines völlig unnötigen dritten Teils als am Regisseur selbst). Ich passe wahrscheinlich erstmal. Wenn er mal irgendwo umsonst ist, werde ich definitiv reinschauen, alleine schon wegen der Besetzung.

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Re: Filmtagebuch: StS

Beitrag von StS » 02.11.2025, 17:21

Wenn´s bei Dir dann mal soweit ist: Lass mal hören, wie er Dir gefiel.
Kann mir nicht vorstellen, dass Du den kagge finden wirst. :wink:

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Tron: Ares

Beitrag von StS » 03.11.2025, 08:26

Zwischen „Tron“ und „Tron: Legacy“ lagen stolze 28 Jahre – worauf zwischen letzterem und „Tron: Ares“ dann noch einmal 15 weitere vergingen. Herausgekommen ist dabei nun (2025) ein von Regisseur Joachim Rønning hochwertig in Szene gesetzter Blockbuster, der nicht nur mit eindrucksvoll gerenderten CGIs sowie einer überzeugenden, wenn auch seitens des Drehbuchs kaum geforderten Besetzung zu punkten vermag (zu welcher u.a. Jared Leto, Greta Lee, Even Peters, Jodie Turner-Smith, Gillian Anderson sowie gar Katherine „Ginger Snaps“ Isabelle zählen). Überdies überschreitet er die 2-Stunden-Marke nicht und beschert einem in erster Linie ein „audiovisuelles Erlebnis“, das den Preis eines Kino-Tickets in der Beziehung auf jeden Fall schonmal rechtfertigt Schrägstrich wert ist…

Inhaltlich verschlägt es bestimmte Computer-Programme dieses Mal in die reale Welt, geht es (leicht Frankenstein-esk) um die Gefahren und Rebellion künstlicher Intelligenzen, um „Corporate Greed“ sowie um noch ein paar weitere Dinge mehr – doch was dem Streifen „das besondere Etwas“ verleiht, das sind die Bilder sowie der großartige, druckvoll pulsierende Score von Nine Inch Nails, der einen förmlich „packt und mitreißt“. Sobald der Film ruhiger wird, verliert er dagegen merklich an Reiz – wie z.B. im Rahmen einer Autofahrt (mit Depeche Mode im Radio sowie als Thema) oder beim Gerede von Jeff Bridges während seines „Stickwortgeber-Auftritts“. Je größer die Leinwand und feiner die Soundanlage, desto besser: Rockend und eher düster, bietet er dahingehend sozusagen eine „Alternative“ bspw. zu James Cameron´s „esoterischen Panflöten-Space-Schlüpfen“, die ja quasi in dieselbe „Style over Substance“-Kategorie fallen…

Kurzum: Ein unterhaltsames, obgleich oberflächliches Spektakel mit toller Musik-Untermalung.

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She rides Shotgun

Beitrag von StS » 27.11.2025, 17:38

She rides Shotgun“ (2025) ist ein sehenswerter dramatischer Crime-Thriller von Nick Rowland („Calm with Horses“), der stark von einer großartigen Performance der jungen Ana Sophia Heger („Things heard & seen“) profitiert sowie hierzulande unter dem schlichtweg keinen Sinn ergebenden deutschen Titel „die Rache der Polly McClusky“ veröffentlicht wurde. Anbei mal die Inhaltsangabe von Amazon Prime Video dazu: „Nach Jahren im Gefängnis hat Nate (Taron Egerton) gefährliche Feinde, für die er im Gefängnis gearbeitet hat. Nate sehnt sich nach einem Neuanfang und bricht nach der Entlassung alle Verbindungen ab. Die Bande rächt sich mit einem Anschlag auf seine Familie. Nate holt Polly, seine zehnjährige Tochter, die er kaum kennt, zu sich und flieht mit ihr, um sie vor Schaden zu bewahren…“

Diese Kombination aus einem brutalen Crime-Thriller und einer bewegenden Geschichte von einem Mädchen und deren Verhältnis zu ihrem kriminellen Vater, den sie kaum kennt – mit welchem sie nach der Ermordung ihrer Mutter in Richtung Mexiko flieht, während Killer sie verfolgen und die Cops ihn für den Täter halten – kommt rundum kompetent in Szene gesetzt sowie seitens der beiden Leads prächtig gespielt daher (auch Egerton überzeugt anstandslos). Grundsätzlich nicht unbedingt originell, sind es jedoch die zwei Figuren und die zugehörigen Darbietungen, welche diese Roman-Verfilmung positiv von diversen ähnlichen Veröffentlichungen abhebt. Zwischenmenschliche Momente, wie z.B. als Polly ihrem Dad beim Rechnen hilft, haben im Vorliegenden mehr „Impact“ als die gebotene Action und Gewalt, über die man sich an sich aber auch nicht gerade beklagen muss…

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the Convert

Beitrag von StS » 19.12.2025, 09:08

Lee Tamahori's vorletzter Film „the Convert“ (2023) ist ein sehenswertes, 1830 in seiner neuseeländischen Heimat angesiedeltes (mitunter blutig-brutales) Drama, in dem ein britischer Missionar (gewohnt gut: Guy Pierce) in eben jener „entlegen-wilden Region“ der Erde u.a. zwischen die Fronten zweier Māori-Stämme gerät sowie gedeihlich deren Kultur „zu verstehen“ beginnt. Mag sein, dass die Handlung und Charaktere an sich nicht sonderlich komplex geraten sind und einen das Ganze ein Stück weit an Werke wie „Dances with Wolves“ denken lässt – allerdings werden bestimmte Klischees angenehm umgangen, passen sowohl das Produktions-Design, die Bebilderung wie auch die erzeugte Atmosphäre, beeindrucken die natürlichen Locations und wissen die Performances (u.a. von der einige echt starke Momente zur Schau stellenden Tioreore Ngatai-Melbourne) zu überzeugen…

knappe :liquid7:


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Re: Filmtagebuch: StS

Beitrag von Vince » 20.12.2025, 10:20

Bei der 99-Cent-Aktion hatte ich schon kurz überlegt, aber da der jetzt regulär bei Prime enthalten ist, müsste ich eigentlich mal reinschauen.

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Anna and the Apocalypse

Beitrag von StS » 25.12.2025, 13:06

So… mein Weihnachtsfilm 2025 war: „Anna and the Apocalypse“ – ein britisches (in Schottland gedrehtes und angesiedeltes) dramatisches X-Mas-Highschool-Zombie-Splatter-Comedy-Musical von John McPhail („Dear David“) aus dem Jahr 2017. An sich nicht sonderlich originell daherkommend – also weder in den Bereichen Story, Charaktere, Humor, Songs, blutig-schräge Gewalt noch von der konkreten Umsetzung her – sowie zudem sowohl mit einer Vielzahl der üblichen Klischees aufwartend als auch rund 10 Minuten zu lang geraten – nichtsdestotrotz solide unterhaltsam, nicht frei von Charme sowie einzelne erfreulich gelungene Momente aufweisend, so dass der Streifen im Ganzen (wenn man sich denn auf ihn einzulassen vermag) durchaus in Ordnung geht; zumal Hauptdarstellerin Ella Hunt („Saturday Night“) sympathisch und hübsch ist sowie anständig singen kann…

:liquid6:


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